Leo Ensel
Dr. Leo Ensel („Look at the other side!“) ist Konfliktforscher und interkultureller Trainer mit Schwerpunkt „Postsowjetischer Raum und Mittel-/Ost-Europa“. Veröffentlichungen zu den Themen „Angst und atomare Aufrüstung“, zur Sozialpsychologie der Wiedervereinigung sowie Studien über die Deutschlandbilder im postsowjetischen Raum. Im Neuen West-Ost-Konflikt gilt sein Hauptanliegen der Überwindung falscher Narrative, der Deeskalation und der Rekonstruktion des Vertrauens. – Der Autor legt Wert auf seine Unabhängigkeit. Er fühlt sich ausschließlich den genannten Themen und keinem nationalen Narrativ verpflichtet.


„Es war Krieg, aber der Krieg war weit weg, und weil er weit weg war, musste Vater dorthin verreisen. Mutter und ich durften manchmal Vater ein Stück begleiten.“ So eröffnet Marianne Rosenbaum Anfang der Achtziger Jahre die Erzählung zu ihrem Film „Peppermint-Frieden“. „Und warum darf der kleine Russenjunge in den Krieg?“ ...weiterlesen

Valentina, geliebte Babuschka im vierten Stock der sowjetischen Plattenbausiedlung in der halbe Millionenstadt in der russischen Provinz! Ich schreibe Dir in großer Sorge und unendlicher Traurigkeit. Vor 84 Jahren bist Du auf diese Welt gekommen – zum falschest möglichen Zeitpunkt! Mitten hinein in den schrecklichsten aller Kriege. Und wir Deutschen hatten ...weiterlesen

„Mitte der 1950er Jahre, zu dem Zeitpunkt gehörte ich bereits der Führung des Jugendverbands Komsomol in Stawropol an, bekam ich eine damals für die Öffentlichkeit geheime Dokumentation über die Folgen einer Atombombenexplosion gezeigt. Von einer Sekunde auf die andere verwandelten sich Häuser in Trümmerhaufen, von den Haustieren blieben nur verbrannte Skelette ...weiterlesen

Im Vorfeld der Friedensdemonstrationen vom 3. Oktober in Berlin und Stuttgart sprach einer der Veranstalter, Willi van Ooyen, in einem Interview mit den NachDenkseiten [1] über die wachsende Kriegsgefahr, die Militarisierung der Politik und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Widerstands gegen die uns von Politik und Leitmedien tagtäglich eingehämmerte „Kriegstüchtigkeit“. In der Gefahrenanalyse ist ...weiterlesen

Die offene Wunde Dass Antje Vollmer am Ende ihres Lebens ohnmächtig mitansehen musste, wie die von ihr mitgegründeten Grünen sämtliche friedensbewegte Grundsätze über Bord warfen und sich mit wehenden Fahnen ins Gefecht stürzten, das war ihre offene Wunde, die sie mit ins Grab nahm. „Meine ganz persönliche Niederlage wird mich die ...weiterlesen

„Difficile, satiram non scribere.“ Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben – so hieß es zu bestimmten Anlässen bei den alten Römern. Angesichts der aktuellen Debatte über deutsche „Friedenstruppen“ in der Ukraine – sprich: dem Risiko eines veritablen Kriegs mit Russland, im Worst Case eines Atomkriegs – benötigt man allerdings noch nicht mal ...weiterlesen

Die Zehnjährige und der Generalsekretär Es klingt wie ein Märchen oder wie eine Story aus einem Kitschroman. Aber die unglaublichsten Geschichten schreibt bekanntlich immer noch das Leben selbst. Mitten im kältesten Krieg, im November 1982 verfasst ein zehnjähriges Mädchen in Maine, USA, einen Brief an den sowjetischen Parteichef Jurij Andropow. Beide ...weiterlesen

„Frieden gibt‘s auf jedem Friedhof.“ (Friedrich Merz) [5] „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.“ (Johann Wadephul) [6] „Sind wir bereit, empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen?“ (Frank-Walter Steinmeier) [7] „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein.“ (Boris Pistorius) [8] „Europa erlebt derzeit, historisch gesehen, etwas, das einem Glück gleicht. Wir ...weiterlesen

Statt einer Einleitung eine kurze Fabel des Philosophen Günther Anders: „Worte zu putzen, das überlasse ich dir“, meinte der Halbphilosoph. „Mir liegt allein an der Wahrheit.“ „Ärmster!“ rief der Philosoph. „Warum Ärmster?“ „Weil du nun auf beides verzichten musst.“ „Auf beides?“ „Jawohl. Auch auf die Wahrheit.“ „Auf welche?“ „Auf die Wahrheit ...weiterlesen

Kanzler Merz hat bekanntlich Ende Juni aus Brüssel folgenden berühmten Tweet abgesondert: „Heute ist ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der NATO: Wir investieren in das Fundament unserer Freiheit, unserer Sicherheit und unseres Wohlstands.“ [1] Vergessen hat er dabei diesmal merkwürdigerweise „unsere Lebensweise“ – jenes inzwischen inflationär gebrauchte Mantra, irgendwo zwischen „wehrhafter Demokratie“, ...weiterlesen

Leo Ensel
Dr. Leo Ensel („Look at the other side!“) ist Konfliktforscher und interkultureller Trainer mit Schwerpunkt „Postsowjetischer Raum und Mittel-/Ost-Europa“. Veröffentlichungen zu den Themen „Angst und atomare Aufrüstung“, zur Sozialpsychologie der Wiedervereinigung sowie Studien über die Deutschlandbilder im postsowjetischen Raum. Im Neuen West-Ost-Konflikt gilt sein Hauptanliegen der Überwindung falscher Narrative, der Deeskalation und der Rekonstruktion des Vertrauens. – Der Autor legt Wert auf seine Unabhängigkeit. Er fühlt sich ausschließlich den genannten Themen und keinem nationalen Narrativ verpflichtet.

„Es war Krieg, aber der Krieg war weit weg, und weil er weit weg war, musste Vater dorthin verreisen. Mutter und ich durften manchmal Vater ein Stück begleiten.“ So eröffnet Marianne Rosenbaum Anfang der Achtziger Jahre die Erzählung zu ihrem Film „Peppermint-Frieden“. „Und warum darf der kleine Russenjunge in den Krieg?“ ...weiterlesen

Valentina, geliebte Babuschka im vierten Stock der sowjetischen Plattenbausiedlung in der halbe Millionenstadt in der russischen Provinz! Ich schreibe Dir in großer Sorge und unendlicher Traurigkeit. Vor 84 Jahren bist Du auf diese Welt gekommen – zum falschest möglichen Zeitpunkt! Mitten hinein in den schrecklichsten aller Kriege. Und wir Deutschen hatten ...weiterlesen

„Mitte der 1950er Jahre, zu dem Zeitpunkt gehörte ich bereits der Führung des Jugendverbands Komsomol in Stawropol an, bekam ich eine damals für die Öffentlichkeit geheime Dokumentation über die Folgen einer Atombombenexplosion gezeigt. Von einer Sekunde auf die andere verwandelten sich Häuser in Trümmerhaufen, von den Haustieren blieben nur verbrannte Skelette ...weiterlesen

Im Vorfeld der Friedensdemonstrationen vom 3. Oktober in Berlin und Stuttgart sprach einer der Veranstalter, Willi van Ooyen, in einem Interview mit den NachDenkseiten [1] über die wachsende Kriegsgefahr, die Militarisierung der Politik und die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Widerstands gegen die uns von Politik und Leitmedien tagtäglich eingehämmerte „Kriegstüchtigkeit“. In der Gefahrenanalyse ist ...weiterlesen

Die offene Wunde Dass Antje Vollmer am Ende ihres Lebens ohnmächtig mitansehen musste, wie die von ihr mitgegründeten Grünen sämtliche friedensbewegte Grundsätze über Bord warfen und sich mit wehenden Fahnen ins Gefecht stürzten, das war ihre offene Wunde, die sie mit ins Grab nahm. „Meine ganz persönliche Niederlage wird mich die ...weiterlesen

„Difficile, satiram non scribere.“ Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben – so hieß es zu bestimmten Anlässen bei den alten Römern. Angesichts der aktuellen Debatte über deutsche „Friedenstruppen“ in der Ukraine – sprich: dem Risiko eines veritablen Kriegs mit Russland, im Worst Case eines Atomkriegs – benötigt man allerdings noch nicht mal ...weiterlesen

Die Zehnjährige und der Generalsekretär Es klingt wie ein Märchen oder wie eine Story aus einem Kitschroman. Aber die unglaublichsten Geschichten schreibt bekanntlich immer noch das Leben selbst. Mitten im kältesten Krieg, im November 1982 verfasst ein zehnjähriges Mädchen in Maine, USA, einen Brief an den sowjetischen Parteichef Jurij Andropow. Beide ...weiterlesen

„Frieden gibt‘s auf jedem Friedhof.“ (Friedrich Merz) [5] „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.“ (Johann Wadephul) [6] „Sind wir bereit, empfindliche Nachteile in Kauf zu nehmen?“ (Frank-Walter Steinmeier) [7] „Wir müssen bis 2029 kriegstüchtig sein.“ (Boris Pistorius) [8] „Europa erlebt derzeit, historisch gesehen, etwas, das einem Glück gleicht. Wir ...weiterlesen

Statt einer Einleitung eine kurze Fabel des Philosophen Günther Anders: „Worte zu putzen, das überlasse ich dir“, meinte der Halbphilosoph. „Mir liegt allein an der Wahrheit.“ „Ärmster!“ rief der Philosoph. „Warum Ärmster?“ „Weil du nun auf beides verzichten musst.“ „Auf beides?“ „Jawohl. Auch auf die Wahrheit.“ „Auf welche?“ „Auf die Wahrheit ...weiterlesen

Kanzler Merz hat bekanntlich Ende Juni aus Brüssel folgenden berühmten Tweet abgesondert: „Heute ist ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der NATO: Wir investieren in das Fundament unserer Freiheit, unserer Sicherheit und unseres Wohlstands.“ [1] Vergessen hat er dabei diesmal merkwürdigerweise „unsere Lebensweise“ – jenes inzwischen inflationär gebrauchte Mantra, irgendwo zwischen „wehrhafter Demokratie“, ...weiterlesen


