Propagandaplakat „Durch Arbeit zum Sieg“…, !. 1. Weltkrieg (1914-1918)
Museum Weißenfels – Schloss Neu-Augustusburg,
CC BY-NC-SA

Von Leo Ensel | veröffentlicht am 12. August 2025, Kategorie: Krieg & Frieden

Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit I-V

Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche ab jetzt in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln.

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Statt einer Einleitung eine kurze Fabel des Philosophen Günther Anders:

„Worte zu putzen, das überlasse ich dir“, meinte der Halbphilosoph. „Mir liegt allein an der Wahrheit.“

„Ärmster!“ rief der Philosoph.

„Warum Ärmster?“

„Weil du nun auf beides verzichten musst.“

„Auf beides?“

„Jawohl. Auch auf die Wahrheit.“

„Auf welche?“

„Auf die Wahrheit über die Wahrheit.“

„Und die lautet?“

„Dass sie nur durch geputzte Fenster hindurch scheint.“

2030

Magisches Datum, an dem angeblich Russland uns alle spätestens angreifen wird. „Russland könnte innerhalb von fünf Jahren bereit sein, militärische Gewalt gegen die NATO einzusetzen. Fünf Jahre…“, raunt [1] wiederholt – ohne Begründungen zu liefern – NATO-Generalsekretär Mark Rutte dunkel. Dem Militärhistoriker Sönke Neitzel dagegen geht selbst das nicht schnell genug. Er proklamiert schon mal den „letzten Friedenssommer“ für 2025.[2] So redet man fröhlich Kriege herbei. Und wir alle lassen uns das widerstandslos gefallen! [3]

Abschreckung und Dialog

Wie der Generalinspekteur der Bundeswehr a.D. und ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Harald Kujat scharfsinnig herausgearbeitet hat, lauten die heutigen offiziellen Begriffe der NATO-Strategie nicht mehr, wie im (ersten) Kalten Krieg, „Sicherheit und Entspannung“, sondern „Abschreckung und Dialog“. Dazu die langjährige Russlandkorrespondentin der ARD, Gabriele Krone-Schmalz: „‚Abschreckung‘ ist ein aggressiver, ‚Sicherheit‘ ein defensiver Begriff. ‚Dialog‘ verkommt zur Leerformel, wenn man die Interessen des Gegenübers als illegitim betrachtet. ‚Entspannung‘ steht dagegen für ein Programm, für einen umfassenden politischen Ansatz. Der Qualitätsunterschied zwischen der Politik damals und heute ist allein in der Begrifflichkeit erkennbar.“

Adaptionsfähigkeit

„Alle Maßnahmen müssen ein Hauptziel haben: das schnellstmögliche Erlangen von Kampfkraft bis 2029 und gleichzeitig das Erreichen der zugesagten Fähigkeitsziele in den Jahren danach. Das Zauberwort lautet: Adaptionsfähigkeit“, tönte der Chef des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, Mitte Juni in einem Interview mit der Welt. Soll wohl heißen: Alle Bürger, ob militärisch oder zivil, haben sich auf die zeitengewendeten Anforderungen und Gegebenheiten einer bald flächendeckend „kriegstüchtigen“ Gesellschaft einzustellen. Und dann: Volle „Kampfkraft“ voraus!

Appeasement

Sollte der Westen – nein: Deutschland und die EU! – auf keinen Fall gegenüber Putin, dem „zweiten Hitler“, betreiben, denn sonst wird der ja, nachdem er die gesamte Ukraine geschluckt hat, auch noch die NATO angreifen und spätestens 2030 mit seinen Panzern wieder vorm Brandenburger Tor stehen. – Betreiben die EU und die black-rote Bundesregierung aber de facto gegenüber Donald Trump: Legionen von Psychologen, Konfliktologen und Coachs entwickeln ausgefuchste Kommunikationsstrategien, um die launische Diva im Weißen Haus – z.B. im persönlichen Gespräch – bloß nicht zu reizen, am Besten gar gnädig zu stimmen.

auf dem Hintergrund unserer Geschichte

Dass man die Lehren aus der Geschichte zu ziehen habe, verkündet heute jeder Plattkopf. Genau wie die Phrase, dass, wer dies nicht tue, zu deren Wiederholung verdammt sei. Aber schon bei der Frage, welche Lehren es denn seien, beginnt der Streit [4]. Wir Deutschen mit unserer singulären Verbrechensgeschichte haben allerdings nicht nur die richtigen Lehren längst gezogen, sondern nun auch noch eine raffinierte, ebenfalls singuläre Aufarbeitungsgeschichte vorzuweisen: „Indem man sich zur Singularität eines Menschheitsverbrechens bekennt, hat man zugleich den singulären Charakter seiner nationalen Läuterung unter Beweis gestellt“, brachte es mal jemand hervorragend auf den Begriff. Alles, was wir Deutschen „auf dem Hintergrund unserer Geschichte“ nun unternehmen, ist daher legitim, nein: moralisch geboten. Und daran können sich die anderen Nationen ruhig mal ein Beispiel nehmen… Kurz: Am deutschen Aufarbeitungswesen soll die Welt jetzt gefälligst genesen!

Aufwuchsfähigkeit

Nein, hier geht es nicht um die Rekultivierung von durch sauren Regen oder Erderwärmung schwer geschädigten Wäldern im Harz, Fichtel- oder Erzgebirge! Schauen wir nach bei Wikipedia: „Aufwuchs bezeichnet im Militärwesen die Vergrößerung der Streitkräfte in personeller, materieller oder anderer Hinsicht.“ Der stellvertretende Generalinspekteur und Beauftragte für Reservistenangelegenheiten, Generalleutnant Andreas Hoppe, formulierte laut Reservistenverband im Februar 2025 die aktuellen Aufgaben auf dem Hintergrund der „Zeitenwende“ so: „Hinter allen aktuellen Planungen und Analysen stecke das Ziel der Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr. Im Gesamtkontext der Zeitenwende brauche es folglich eine wirklich belastbare und einsetzbare Reserve, die weit über das hinaus geht, wie wir in den letzten Jahrzehnten Reserve gedacht haben. Er hob hervor, dass die Aufwuchsfähigkeit der Streitkräfte für alle anderen derzeitigen Planungen das große einende Thema sei und ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden müsse. So seien die Heimatschutzkräfte für den Operationsplan Deutschland essenziell und auch die Einführung eines neuen Wehrdienstes muss dem Ziel der Aufwuchsfähigkeit entsprechend Rechnung tragen.“ – Auf Deutsch: Möglichst viele „kriegstüchtige“ Soldaten in der Hinterhand haben, um die notwendige „Durchhaltefähigkeit“ der kämpfenden Truppe zu garantieren.

aus der Hölle gefallene Engel

Gibt es, Herr Scholz, in der christlichen Theologie nicht. Der Lichtträger Luzifer, den Sie aus Konfirmationstagen wohl noch dunkel in Erinnerung haben, wurde aus dem Himmel verstoßen. Wie peinlich, Himmel und Hölle, Pazifisten und Kriegstreiber, zu verwechseln… Hoffentlich verwechseln Sie demnächst nicht auch noch Krieg und Frieden!

ausschalten

„Die Israelis haben schon gegen die Hisbollah im September letzten Jahres einen großen Teil der Führungsebene ausgeschaltet“, so der Journalist Richard Chaim Schneider am 16. Juni in einem Deutschlandfunk-Interview. Gemeint war natürlich: getötet. (Oder sollte man etwa schreiben: ermordet?) (vgl. „Figuren“)

Bereit sein ist alles

Hochgelobte Imagekampagne des Reservistenverbandes um, wie es heißt, „die Bedeutung der Reserve für die Sicherheit Deutschlands hervorzuheben und die Bürgerinnen und Bürger zum Engagement für die Landesverteidigung zu ermutigen.“ Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen: So verfügt unser Land seit diesem Jahr endlich auch über einen „Veteranentag“. Und an der entsprechenden „Veteranenkultur“ arbeiten wir alle noch.

Brückeneinstürze

„Zwei Züge in Russland entgleisen nach Brückeneinstürzen. Es gibt Tote und Verletzte, Moskau stuft das als Terror ein“, schrieb das RedaktionsNetzwerk Deutschland am 01.06.2025. [5] Dass diese Brücken nicht einfach ‚einstürzten‘, sondern (von wem eigentlich?) gesprengt wurden – was offenbar der Grund dafür ist, dass das russische Ermittlungskomitee dies als Terrorakt einstuft –, das erfahren wir erst viel später im Text, bevor die gesamte Meldung dann endgültig westlich-korrekt geframed wird. (vgl. „Vorfall“)

Bündnisfall/ Einsatz

Euphemistisches Lieblingswort selbsternannter „Experten“ wie des leitmedial omnipräsenten Bundeswehrprofessoren Carlo Masala [6]. Nannte man früher schlicht: „Krieg“.

das von Russland angegriffene Land

Wie „In ihrem Abwehrkampf“ eine beliebte, in den Öffentlich-Rechtlichen Medien gern verwendete Exkulpierungsformel, wenn die Ukraine auf russischem Territorium operiert. Und sei es, wie im Mai 2024 [7] und am 1. Juni 2025 [8], bei den die globale Sicherheit gefährdenden Attacken auf die russische strategische Zweitschlagsfähigkeit. Als die NATO (unter deutscher Beteiligung) im Frühjahr 1999 die Bundesrepublik Jugoslawien und die USA vier Jahre später mit ihrer „Koalition der Willigen“ den Irak angriffen, waren analoge Formeln hierzulande nicht vernehmbar.

Die stärkste Friedensbewegung Deutschlands

Ist natürlich, Herr Orwell, die – Bundeswehr! (vgl. „Bereit sein ist alles“)

Drecksarbeit

Die macht gerade ein bestimmter Staat laut Bundeskanzler Merz selbstlos „für uns alle“, indem er einen anderen bombardiert. Wovor Merz „größten Respekt“ hat. (Nennt einer Reihe Völkerrechtler schlicht „Angriffskrieg“.) (vgl. „Zivilisationskrieg“)

Drehscheibe Deutschland

Auch „logistische Drehscheibe für Truppenbewegungen“ genannt. Bedeutet: Wenn Putin demnächst Polen und/oder das Baltikum angreift, wird nicht nur die Bundeswehr, sondern auch andere NATO-Soldaten, nicht zuletzt die in Bremerhaven anlandenden GIs, mit ihrem Gerät quer durch Deutschland gen Osten ziehen. Weshalb jetzt vor allem die zivile Infrastruktur – und dazu gehören laut Verteidigungsministerium „Straßen, Schienen oder Gewässer, das Bereitstellen von See- und Binnenhäfen, Flugplätzen, Unterkünften oder Betankungsmöglichkeiten in Bundeswehr-Kasernen sowie die Nutzung von Übungsplätzen“ – für jährlich 1,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts auf militärischen Vordermann gebracht werden muss. „Dabei ist die Logistik in zwei Richtungen bedeutsam: Nicht nur, um Truppen und Nachschub wie Munition und Kraftstoffe in einen etwaigen Einsatzraum zu bringen, sondern auch, um etwa Verwundete zu transportieren.“ Für ihre Versorgung – man rechnet mit täglich Tausenden – wäre Deutschland aufgrund seiner Lage ebenfalls von zentraler Bedeutung, skizziert Oberstarzt Kai Schmidt. Näheres regelt der „Operationsplan Deutschland“. (vgl. „Heimatfront und Frontlinie“)

Durchhaltefähigkeit

Ist sozusagen der Komparativ der „Aufwuchsfähigkeit“. „Wir erreichen die geforderte Durchhaltefähigkeit unserer Streitkräfte nur mit der Reserve“, betonte der bereits erwähnte Generalleutnant Hoppe im Februar diesen Jahres vor der „Reservistenarbeitsgemeinschaft Bundestag“(RAG) und forderte eine „aufwuchsfähige“ Bundeswehr inclusive eines „gesellschaftlichen Konsens darüber, wie wir unser Land verteidigen.“ Wozu unter anderem die Imagekampagne „Bereit sein ist alles“ des Reservistenverbandes einen lobenswerten Beitrag liefere.

Du willst immer nur mehr

Was wie der Titel eines Sex-Handbuchs für 15- bis 16-jährige daherkommt – und den männlichen Frischlingen zur Premiere gleich noch jovial „Weil du es kannst“ auf die Schultern klopft –, ist nichts Anderes als der aktuelle, „Karriere“ versprechende Werbeslogan der (noch freiwilligen) Bundeswehr. [9]

Auszug aus einer Broschüre der Bundeswehr, bundeswehrkarriere.de

Epochenbruch

Vielverwendete Begriffe nutzen sich, namentlich zu Kriegszeiten, schnell ab. Bereits zweieinhalb Monate nach Scholzens „Zeitenwende“ sah sich Bundespräsident Steinmeier – zum 8. Mai, versteht sich – gezwungen, verbal nochmal einen draufzulegen: Nun wurde aus „Zeit“ gleich eine „Epoche“ und die „Wende“, die ja zumindest theoretisch eine korrigierende 180-Grad-Wende nicht völlig ausgeschlossen hätte, zum, vermutlich kaum noch zu kittenden, „Bruch“ radikalisiert. [10]

Experte

Als solcher wird uns von den Leitmedien mittlerweile so gut wie jeder Mensch angedreht, der/die offensiv und mit Herzblut die transatlantische Perspektive vertritt. Meist Vertreter entsprechender einflussreicher Think Tanks, im Zeitalter der Emanzipation gerne auch Frauen. (Manche sogar, hoch die Ästhetik!, auch noch mit dem passenden Nachnamen…) Dauerabonnements in den entsprechenden Talk Shows – „Fünf Stühle, eine Meinung“ – garantiert.

Fatigue

„Ein Moment der Fatigue.“ So umschrieb vornehm Ex-Außenministerin Annalena Baerbock die „Kriegsmüdigkeit“ der deutschen Gesellschaft schon nach drei Monaten Ukrainekrieg. [11]

feministische Außenpolitik

Bedeutet: Sich für jährlich 136.500 € [12] aus der Staatskasse das Outfit auf Vorderfrau bringen zu lassen, um die Welt jetten und dort einschlägige Bilder von sich selbst produzieren, von Atombunkern schwärmen und da ausgelassene Hüpfspielchen veranstalten, sich öffentlich in der eigenen gefühlten moralischen Superiorität sonnen, anderen Staatsoberhäuptern vor aller Welt ungefragt Ratschläge erteilen, für die Menschenrechte über Leichen gehen, andere Länder ruinieren wollen und zu guter Letzt auch noch eine zuvor selbst nominierte, nun aber zur unliebsamen Konkurrentin mutierte hochgeschätzte Diplomatin mit jahrzehntelanger Erfahrung wegzubeißen. Bedeutet nicht: Sich auch nur ein einziges Mal auf das graue, unspektakuläre Tagesgeschäft der Diplomatie, das ‚starke und langsame Bohren harter Bretter mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich‘ einzulassen!

Figuren

„Es gibt ja bereits Bilder aus dem Iran, die angeblich zeigen wie die Familienmitglieder der Führungsschicht fliehen. Russland hat gesagt, dass es bereit ist, wichtige Figuren des Iran bei sich aufzunehmen. Die Israelis haben schon gegen die Hisbollah im September letzten Jahres einen großen Teil der Führungsebene ausgeschaltet.“ So der Journalist Richard Chaim Schneider am 16. Juni in einem Deutschlandfunk-Interview. – „Figuren“. Die „ausgeschaltet“ werden… (vgl. „Machthaber“, „Regime“)[13]

Freiheitsdienst

So nennt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der bayerischen GRÜNEN, den von ihr vorgeschlagenen sechsmonatigen sozialinklusiven Arbeitsdienst für die postmodern-diverse deutsche Volksgemeinschaft zwischen 18 und 67 Jahren. „Damit wir als Gesellschaft robuster werden, unsere Freiheit verteidigen und das Miteinander stärken, braucht es uns alle. Der Freiheitsdienst ist ein Gemeinschaftsprojekt für Deutschland von allen für alle. Durch den Freiheitsdienst verbinden wir Generationen und Milieus, stärken unsere Gesellschaft und verteidigen, was uns wichtig ist.“ [14] Im Grunde nichts anderes als die schamhaft versteckte Einführung des Wehrdienstes, allerdings: „Der Freiheitsdienst ist viel mehr als der alte Wehrdienst“, so der innenpolitische Sprecher Florian Siekmann: „Er zielt auf eine Gesamtverteidigung mit gesellschaftlicher Widerstandskraft.“ [15] Und passt somit hervorragend in das Konzept des „Operationsplan Deutschland“!

Friedensforscher

Widmen sich heutzutage – Orwell lässt grüßen – immer stärker der Militarisierung der Gesellschaft. [16] Siehe die Einleitung eines uns gerade als „Friedensgutachten 2025“ [17] verkauften Dossiers: „Um den Frieden ist es gegenwärtig schlecht bestellt. Als politisches Konzept scheint er sich mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine erschöpft zu haben.“ Unwillkürlich fragt man sich, was eigentlich die Alternative sein soll, wenn der Frieden, wie offizielle Friedensforscher/innen postulieren, sich „als politisches Konzept erschöpft zu haben“ scheint…! (Die Richtung deuten sie immerhin an, indem sie für den Übergang von der NATO zu einer, euphemistisch „Sicherheitssystem“ genannten, extrem hochgerüsteten europäischen Militärmacht werben.) Etwas unverblümter plauderte [18] dankenswerterweise die wissenschaftliche Direktorin des „Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg“ kürzlich aus dem Nähkästchen: „Interessant ist, dass viele Menschen denken, dass sich die Friedensforschung vorrangig mit Frieden beschäftigt und wir diejenigen sind, die keine Waffen wollen und mit selbstgebatikten T-Shirts in der Gegend rumstehen. Das ist nicht so.“ Mag sein, aber vor vier Jahrzehnten war das durchaus etwas anders.

Genozid (genozidal)

Ein Begriff, den man wohl besser gar nicht erst in die Welt gesetzt hätte. Denn er schürt einerseits wie kein anderer Emotionen und ist andererseits nahezu beliebig zu ge- (und miss-)brauchen. Als „Genozid“ wird längst nicht mehr nur der Holocaust oder das bezeichnet, was die Türken im Schatten des Ersten Weltkrieges den Armeniern angetan haben. Als „Genozid“ gilt mittlerweile (aus russischer Perspektive) auch der Angriff Kiews auf den Donbass seit April 2014 sowie (aus westlicher Perspektive) der „völkerrechtswidrige Angriffskrieg“ bzw. „Vernichtungskrieg“ Russlands gegen die Ukraine seit Februar 2022.

Gesicht zeigen

Sollen wir alle. Und bei dieser Gelegenheit am besten auch noch „ein Zeichen setzen“. Zum Beispiel wenn es „gegen Rechts“ [19] geht. Oder gegen die Abschiebung von Flüchtlingen, ääh: Geflüchteten. Oder fürs Klima. Oder bei Demonstrationen gegen den „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine“. Nur nicht, wenn es um einen sofortigen Stop der Kampfhandlungen im Ukrainekrieg, gegen „Kriegstüchtigkeit,“ die irrwitzige billionenschwere Aufrüstung und die totale Militarisierung der gesamten Gesellschaft nach dem „Operationsplan Deutschland“ geht! (Dann gilt man nämlich als „rechtsoffen“.) So funktioniert der regierungsamtlich wohlwollend geförderte „Aufstand der Anständigen“. (vgl. „Zivilcourage“)

gewachsene internationale Verantwortung

Bedeutet schlicht: Deutsche Soldaten können, nein: sollen, wieder schießen.

Gewalt um der Gewalt willen

NATO-Generalsekretär Rutte: „Russland greift weiterhin zivile Ziele in der Ukraine an, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Das ist Gewalt um der Gewalt willen.“ [20] Ganz im Gegensatz zur Ukraine. Die griff sehr zielgerichtet im Mai 2024 [21] Module des russischen Raketenabwehrsystems und im Mai/Juni 2025 [22] die strategische Bomberflotte Russlands an.

Nicht um der Gewalt willen. Sondern um die NATO in den Krieg hineinzuziehen!

Gleichgewicht

Suggeriert, dass alles schon irgendwie in Ordnung sei, wenn zwei verfeindete Seiten über annähernd dasselbe Waffenpotenzial verfügen. Das Konzept haut allerdings schon aus zwei Gründen nicht hin: Erstens fühlt sich jede Seite nur dann „sicher“, wenn sie sicherheitshalber noch über etwas mehr als die jeweils andere verfügt. (Wodurch eine – im Worst Case endlose – Aufrüstungsspirale bereits im Kern angelegt ist.) Zweitens ignoriert die Formel die Bedeutung des Niveaus, auf dem Gleichgewicht herrscht bzw. herrschen soll. Herrscht zwischen zwei verfeindeten Nachbarn ein Gleichgewicht, weil beide über je 50 Benzinfässer verfügen [23], sind die Folgen im Falle eines plötzlichen Blitzeinschlags etwas anders, als wenn ein Gleichgewicht auf Nullniveau vorgelegen hätte…

Grundbeorderung

Eine im Oktober 2019 – also lange vor dem „unprovozierten russischen Angriffskrieg“ – verabschiedete Strategie der Bundeswehr, Soldaten aller Geschlechter auch sechs Jahre nach dem Ende ihres aktiven Dienstes im „Bündnisfalle“ schnellstmöglich einzuplanen und einzusetzen. „Mit der Grundbeorderung schafft die Bundeswehr die Voraussetzungen dafür, die Anzahl der Soldatinnen und Soldaten im Ernstfall möglichst zügig aufstocken zu können.“ So der Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr e.V. Wozu natürlich die notwendige „Aufwuchsreserve“ gehört, die ihrerseits das entsprechende „gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für Verteidigung“ voraussetzt… (vgl. „Bereit sein ist alles“)

Haltung

Eine solche – natürlich regierungsamtlich erwünschte – sollen Journalisten heute flächendeckend an den Tag legen. Um „das Volk, den großen Lümmel“ auf den richtigen Weg zu bringen. (vgl. „Gesicht zeigen“, „Zivilcourage“)

Heimatfront und Frontlinie

„Die Heimatfront und die Frontlinie sind jetzt ein und dasselbe. [24] Kriege werden nicht mehr aus der Ferne geführt – unsere Gesellschaften und Militärs sind gemeinsam daran beteiligt“, deklarierte – jubilierte? – NATO-Generalsekretär Mark Rutte am 9. Juni im Londoner transatlantischen Chatham House. [25] Denn: „Straßen, Schienen und Häfen sind ebenso wichtig wie Panzer, Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe. Wir brauchen zivile Transportnetze, die die militärische Mobilität unterstützen, um die richtigen Kräfte zur richtigen Zeit an den richtigen Ort zu bringen.“ Brillianter hätte man das dem „Operationsplan Deutschland“ – oder sollte man besser schreiben: „dem neuen totalen Krieg“? – zugrundeliegende Prinzip nicht auf den Punkt bringen können! Ruttes ungenierte Conclusio: „Together, we will make our Alliance, stronger, fairer and more lethal.“ Wohlgemerkt: Tödlicher. (vgl. „Gewalt um der Gewalt willen“, „unsere Lebensweise“)

NATO Generalsekretär Mark Rutte beim Summit 2025 in Den Haag,
Quelle Foto: Nato.int

Hitler, neuer oder zweiter

Taucht wie auf Kommando immer dann auf, wenn der Westen gerade einen neuen Krieg vorbereitet oder bereits in ihn verwickelt ist [26]. War es im Frühjahr 1999, als der Westen die Bundesrepublik Jugoslawien bombardierte, Slobodan Milošević; war es vier Jahre später Saddam Hussein, als die USA mit ihrer „Koalition der Willigen“ einen völkerrechtswidrigen und mit Lügen begründeten Angriffskrieg gegen den Irak führten und Hundertausende Menschen „unter die Erde brachten“, so ist es nun selbstverständlich der russische Präsident Wladimir Putin. – Willkommener Nebeneffekt: Die Entsorgung der deutschen Vergangenheit, denn nun hat ja jedes Land ‚seinen Hitler‘! (vgl. auch „Vernichtungskrieg“)

Hunderte von Millionen Menschen

Hat laut Agnes Strack-Zimmermann Russlands „zweiter Hitler“, der „Mörder und Killer“ W.P. bereits „unter die Erde gebracht“ [27]. – Kleine Korrektur, liebe EP-Abgeordnete und Rüstungslobbyistin, um die Maßstäbe wieder geradezurücken: Hitler-Deutschland hat zwischen 1941 und 1944 im Rahmen seines veritablen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion fast 27 Millionen Menschen unter die Erde gebracht. So viele Tote hatte noch kein anderer „völkerrechtswidriger Angriffskrieg“ der Weltgeschichte zur Folge! (By the way: „Die Ukraine ernährt“ auch nicht „70 Milliarden Menschen“, wie Frau Strack-Zimmermann flott behauptet. Sondern etwas weniger.)

humane Kosten

„Nur, wenn eine Gesellschaft bereit ist, die Kosten zu tragen, die ein Bündnisfall nach sich ziehen würde – und damit meine ich nicht nur die humanen Kosten, sondern ich meine die politischen und ökonomischen Kosten –, dann wird Ihnen alles nichts helfen –“ und nun gerät dem Bundeswehrprofessor Carlo Masala der Satz nicht nur inhaltlich, sondern auch grammatikalisch ins vollends Chaotische. [28]

Zum gerade noch identifizierbaren Inhalt schreibt die Journalistin und Sprachkritikerin Christiane Voges treffend: „‚Sicherheits‘-Experte Masala erwähnt das massenhafte Töten und Getötet-Werden, Verletzen und Verletzt-Werden, Vertreiben und Vertrieben-Werden durch und von Menschen nur im Nebensatz als ‚nur humane Kosten‘. Wie ein Schachspieler, der Bauern buchstäblich ‚im Vorübergehen‘ schlägt. Allerdings ist das Ganze kein Spiel, sondern längst bitterer Ernst.“

hybrid

Ominös klingendes Wort für alle möglichen dunklen verdeckten Attacken, die Russland – pardon: Putin – führt oder, was so gut wie auf dasselbe hinausläuft, führen könnte. Also alles!

Funktioniert nach dem Prinzip des berühmten Witzes vom Elefanten im Kirschbaum: „Warum hat der Elefant rosa Augen?“ – „Damit er im Kirschbaum nicht gesehen wird.“ – „Hast du schon mal einen Elefanten im Kirschbaum gesehen? Nein? Siehst du, so gut hat er sich getarnt!“

in der Gesellschaft ankommen

Soll nun endlich die „stärkste Friedensbewegung Deutschlands“, die Bundeswehr. Weshalb noch etwas nachgeholfen werden muss, um den Job des Tötens und Getötet-Werdens attraktiver zu machen: Imagekampagne, Karrierechancen, kostenloser Führerschein, Veteranentag… Bald wird es aber umgekehrt sein: Wenn die Gesellschaft – direkt oder indirekt – in der Bundeswehr angekommen ist! Via Wehrpflicht und postmodern-diversen Arbeitsdienst. (vgl. „Freiheitsdienst“, „Heimatfront und Frontlinie“)

In ihrem Abwehrkampf

Obligatorische Einleitungsphrase in den offiziellen Nachrichten des Deutschlandfunks. Und zwar immer dann, wenn die Ukraine ihrerseits mit Soldaten, Drohnen, Marschflugkörpern etc. auf russischem Terrain operiert. Wird vom DLF stets kostenlos mitgeliefert, damit wir Hörer auch genau wissen, wer in diesem Krieg gut und wer böse ist. (vgl. „das von Russland angegriffene Land“)

Kampfkraft

Kriegszeiten sind, je länger sie dauern, Zeiten kumulativer Radikalisierung. Das gilt selbstverständlich auch für die Sprache. Worte, Begriffe, Formulierungen, die heute als anstößig gelten, haben sich morgen bereits abgenutzt und bedürfen spätestens übermorgen, weil harmlos geworden, der Steigerung.

So jüngst geschehen mit der vor weniger als zwei Jahren noch skandalösen, bis dato in der Bundesrepublik unerhörten „Kriegstüchtigkeit“. Die muss nun ihrerseits bereits zur „Kampfkraft“ gesteigert werden: „Alle Maßnahmen müssen ein Hauptziel haben: das schnellstmögliche Erlangen von Kampfkraft bis 2029“, sagt der Chef des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, in einem Welt-Interview. Schnellstmöglich. Auch wenn es dabei „Wachstumsschmerzen“ geben sollte. Und nun auch schon nicht mehr erst „2030“!

Koalition der Willigen

Frei nach Goethe: „Und bist du nur willig, so brauch‘ ich Gewalt.“ – Mit dir! Und durch dich.

konventionell

Klingt fast ungefährlich. Jedenfalls nicht bedrohlicher als „konventionelle Landwirtschaft“. Aber, dass das Wort „konventionell“ im Zusammenhang mit Waffen in unseren Ohren mittlerweile schon fast harmlos klingt, ist ausschließlich der Tatsache geschuldet, dass die existierenden Atom-, gar thermonuklearen Sprengköpfe – die größte jemals getestete Wasserstoffbombe hatte eine 4.000-fache (in Worten: viertausendfache) Sprengkraft der Hiroshimabombe [29] – die Maßstäbe längst ins Unvorstellbare nach oben verrückt haben. Zur Erinnerung: Sämtliche Kriege der Weltgeschichte minus Hiroshima und Nagasaki wurden „konventionell“ geführt! [30] Die Folgen sind bekannt.

Kreml-Narrativ

Den darf man bei Strafe des sozialen Todes auf gar keinen Fall bedienen oder gar verwenden.

Die „Argumentation“ basiert auf folgenden impliziten Prämissen: Alles was aus Russland, pardon: dem Kreml, kommt, ist zu hundert Prozent erlogen. Und alles, was unsere Politiker und Medien verlautbaren, entspricht – ebenfalls zu hundert Prozent – der Wahrheit. Also: Wenn Putin behauptet, zwei plus zwei würde vier ergeben, dann kann in Wirklichkeit zwei plus zwei nur fünf, wenn nicht sechs oder achtundfünfzig sein!

Kriegsmüdigkeit

Vor einer solchen warnte Ex-Außenministerin Annalena Baerbock bereits ein Vierteljahr nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine. [31] „Wir haben einen Moment der Fatigue erreicht“, formulierte Baerbock es allerdings noch einen Tick gezierter. Gemeint war nicht etwa die ukrainische oder die russische Bevölkerung. Die Warnung galt der Kriegsmüdigkeit in den westlichen Staaten: Eine wachsende Skepsis hänge, so Baerbock, auch damit zusammen, dass der russische Angriffskrieg zu höheren Preisen bei Energie und Nahrungsmitteln führe. Dies aber sei genau die Taktik von Russlands Präsident Wladimir Putin. Daher sei es so wichtig, an den Sanktionen und der Unterstützung der Ukraine festzuhalten. – Auf Deutsch: Durchhalten, Leute, bis zum bitteren Ende!

kriegstüchtig

Und nicht etwa „verteidigungsbereit“. Das Wort „Verteidigung“ wird durch „Krieg“ und „Bereitschaft“ durch „Tüchtigkeit“ ersetzt. Ein Wort, das aus offiziellem Munde vor vier Jahrzehnten noch massiven antimilitaristischen Widerstand provoziert hätte, heute jedoch von der Mehrheit der Bevölkerung mit schicksalsergebenem Achselzucken hingenommen wird.

kulturelle Umprogrammierung

„Aus dieser Situation herauszukommen, ist eine sehr schwierige Sache, weil dazu eine kulturelle Umprogrammierung einer weitgehend entpolitisierten Gesellschaft – manche nennen sie postheroische Gesellschaft – notwendig ist.“ Worum geht es? Die 3Sat-Sendung Kulturzeit vom 2. Juni diesen Jahres klärt uns auf: Eltern, so ganz unverblümt der Althistoriker Egon Flaig, müssten bereit sein, ihre Kinder – junge Männer und Frauen – zu geben. [32] O-Ton Flaig: „Die Unwilligkeit von Eltern, ihre Kinder als Soldaten zu sehen, d.h. als Mitglieder des Gemeinwesens, die eventuell geopfert werden für das Gemeinwesen – die geopfert werden für die Aufrechterhaltung unseres Lebens, so wie wir es weiterpflegen wollen – dieser Wille, dieses Opfer auch bringen zu wollen, ist ein schmerzliches [sic!].“ Auch wenn dieser Satz jeglicher syntaktischen Logik entbehrt, ist klar, worauf der Althistoriker hinaus will… Vielleicht sollte man ja die betreffende 3Sat-Sendung künftig in Barbareizeit umbenennen. (vgl. „Opferbereitschaft“, „Opfermut“, „postheroisch“)

letzter Friedenssommer

Den postulierte am 22. März diesen Jahres, ausgerechnet in der BILD-Zeitung [33], der – früher durchaus auch mit vernünftigen Büchern [34] an die Öffentlichkeit getretene – Militärhistoriker Sönke Neitzel. Womit er den von Kriegstüchtigkeitsminister Pistorious proklamierten russischen Angriff gleich mal um ein halbes Jahrzehnt nach vorne verlegte. Der medienpräsente Militärhistoriker musste sich dazu allerdings von General a.D. Wolfgang Richter vorhalten lassen, seine Aussagen entbehrten einer nüchternen Analyse der militärischen Fähigkeiten und politischen Absichten Moskaus. Beides sei – wie auch die US-Geheimdienste unisono bestätigten – hier nicht gegeben. Neitzels völlig überzogene Aussagen, so Richter, seien unverantwortlich, weil sie die Bevölkerung verunsichern und Kriegspanik schüren würden. (Was sie ja vermutlich auch sollen…) (vgl. „2030“)

lodernder Glutkern

„Das Sicherheitsbündnis ist der Glutkern der transatlantischen Partnerschaft“, lautet der Eröffnungssatz des Kapitels „Nato: Mehr Verantwortung wagen“ im Strategiepapier „Transatlantisch? Traut Euch!“ vom Januar 2021.[35] In klarer deutscher Prosa hieß das bereits damals so: „Die europäischen Nato-Staaten – mit Deutschland an erster Stelle – erhöhen ihre Fähigkeiten zur konventionellen Verteidigung erheblich. Dadurch entlasten sie die USA in Europa und erleichtern es ihnen, im Indo-Pazifik die Interessen der liberalen Demokratien zu schützen. Im Gegenzug bekräftigen die USA ihr Bekenntnis zur Verteidigung des Bündnisgebietes. Sie untermauern dies durch ihre dauerhafte militärische Präsenz in Europa sowie durch ihre nukleare Schutzzusage, die Deutschland durch die Nukleare Teilhabe unterstützen sollte, solange es Nuklearwaffenstaaten außerhalb der Nato gibt.“ Denn: „Diese Nato ist unsere Nato. Und Deutschland hat es mehr als jede andere Nation in der Hand, durch mehr Initiative und verstärkte Beiträge die Allianz so zu formen, dass sie als Glutkern des Westens weiter lodert.“ – Leidenschaftlicher und poetischer ist das nordatlantische Militärbündnis niemals besungen worden! (vgl. „Neue Übereinkunft“)

Lumpen-Pazifismus

Originäre Erfindung des (laut Wikipedia) Publizisten, Autoren, Journalisten, Hörbuchsprechers, Podcasters und Internetunternehmers, Sascha Lobo, dem – wozu man ihm nur gratulieren kann – auch im zarten Alter von 50 Jahren der Kamm noch recht ordentlich schwillt. [36] Die originelle Wortkreation verdankt sich in erster Linie dem berühmten ‚Dominoprinzip‘ der deutschen Sprache, das x-beliebige Wortkombinationen, im Zweifelsfalle auch ohne Rücksicht auf jegliche Semantik, ermöglicht. – Liebe Lumpen-Pazifisten, sollen wir nun, wie im Kindergarten, diesen von Herzen kommenden inhaltsarmen Rülpser mit der ebenso geistreichen analogen Retourkutsche „Lumpen-Bellizismus“ kontern? Nein, wir wollen ja nicht die Vierjährigen beleidigen…

Machthaber

Und nicht, was korrekt wäre: „Präsident“. Wird nun immer öfter auch ganz offiziell in den Nachrichten des Deutschlandfunks Wladimir Putin tituliert. Und zwar nur er. Nicht etwa auch sein Antipode in Kiew, dessen Amtszeit bereits seit über einem Jahr abgelaufen ist.

menschgewordener
Hitler-Stalin-Pakt

Etwas umständliche Umschreibung des CSU-Vorstandsmitglieds Bernd Posselt für die BSW-Chefin Sahra Wagenknecht.

militärisch all-in

„Jetzt ist die Stunde Europas geschlagen, um für die Ukraine militärisch all-in zu gehen und mit massiver Aufstockung von Waffenlieferungen für Kyjiw in die Bresche zu springen. Deutschland sollte hier die erste Geige spielen und ganz Europa anführen und anspornen, sofort alle Waffensysteme freizugeben“, forderte, wie immer ungeniert und gut gelaunt, Mitte April diesen Jahres der neue UN-Botschafter der Ukraine und Ex-Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk in einem Interview mit der Berliner Zeitung [37]. Und in klarer deutscher Prosa an den neuen Kanzler Friedrich Merz gerichtet: „Geben Sie am 6. Mai, dem Tag Ihrer Amtseinführung, grünes Licht, um all die verfügbaren Kampfjets – Eurofighter und Tornados – sowie 150 Taurus-Marschflugkörper zu liefern. Schicken Sie uns sofort 100 Leopard-2-Panzer, 200 Marder-Schützenpanzer, 100 Puma-Panzer, Dutzende Mars-II-Raketensysteme aus den Beständen der Bundeswehr.“ Und demnächst am besten auch noch deutsche und andere EU-europäische Soldaten …

Neue Übereinkunft

„Für eine Neue Übereinkunft zwischen Deutschland und Amerika“ [38] lautet der Untertitel eines kokett „Transatlantisch? Traut Euch“ überschriebenen 60.000 Zeichen langen Strategiepapiers, unterzeichnet von Atlantik-Brücke, Aspen Institute, German Marshall Fund und Brookings Institution, European Council on Foreign Relations, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, der Hans-Seidel-Stiftung, dem Kieler Institut für Sicherheitspolitik wie der Münchner Sicherheitskonferenz und im Januar 2021 punktgenau zur Amtseinführung Joe Bidens der Öffentlichkeit stolz präsentiert von der damaligen Co-Vorständin der Heinrich-Böll-Stiftung, der Theologin Ellen Ueberschär, in deren heiligen Hallen zu Berlin.

Nach der erratischen (ersten) Trump-Ära sollte endlich wieder ein transatlantischer ‚Ruck‘ in Gestalt einer „Neuen Übereinkunft“ durch Deutschland und die gesamte westliche Welt gehen. Und zwar, notabene: mit großem „N“! (Um diese Formel möglichst im Senkrechtstart als Begriff im gesellschaftlichen Diskurs solide zu verankern, wurde der Anfangsbuchstabe des ersten Wortes gleich durchgängig groß geschrieben.)

nukleare Teilhabe

Die Bundesrepublik Deutschland ist zwar vor 50 Jahren dem Atomwaffensperrvertrag [39] beigetreten und hat damit auf Herstellung, Erwerb und Besitz von Atomwaffen verzichtet, nimmt sich aber die Option heraus, diese ihr verbotenen Waffen trotzdem einzusetzen. Der Trick: Im „Bündnis-“ oder „Ernstfall“ würden Bundeswehrsoldaten die circa 20 im rheinland-pfälzischen Büchel gelagerten amerikanischen B61-12-Atombomben [40] mithilfe der – von den USA teuer erworbenen – F35A-Kampfflugzeuge [41] zu den „Einsatzorten“ fliegen, dort ausklinken und Hundertausende Menschen in Leichen verwandeln. „Nukleare Teilhabe“ bedeutet also schlicht: Einsatz von Atombomben, die man gar nicht besitzt und nicht besitzen darf!

Offen, öffentlich und offensiv

Mit diesem wahren Alliterations-Hattrick beglückte uns der ins Lager der „Kriegstüchtigen“ gewechselte (?) Starphilosoph fürs elitäre Pack, Peter Sloterdijk, am 15. Juni 2025 in der Frankfurter Allgemeinen am Sonntag: „Wenn wir anfangen, offen und öffentlich und offensiv über die Entsendung von europäischen Bodentruppen in die Ukraine nachzudenken, dann stellen wir die verlorene strategische Ambiguität wieder her.“ Er bemängelte die Abrüstungsmentalität der Deutschen und beklagte einen allgemeinen Verlust an männlicher Haltung. Wir hätten nach dem Zweiten Weltkrieg „die Gesellschaft total demobilisiert“ und seien damit „zu weit gegangen“. In Frankreich sei hingegen „heroische Haltungen besser tradiert worden“. Dort habe man „immerhin die Fremdenlegion nicht abgeschafft“, wir dagegen „haben den berühmten Bürger in Uniform“. (Für den wir uns offenbar schämen müssen.) Und er ergänzte: „Europa erlebt derzeit, historisch gesehen, etwas, das einem Glück gleicht. Wir haben wieder Feinde. Echte Feinde.“ – Ja. Welch ein unverdientes Glück!

Operationsplan Deutschland

Was ein wenig klingt wie der berühmte „Generalplan Ost“, bedeutet nichts Anderes als die totale Subordination der gesamten zivilen Infrastruktur (Straßen, Brücken, Häfen, Flugplätze, Energieversorgung, das gesamte Gesundheitssystem etc.) inclusive aller Bürger unter die Logik des Militärs für den Kriegs-, ähh: „Bündnisfall“. (In den Details selbstverständlich geheim. Auch das gehört zum Krieg: Wir dürfen nicht wissen, was man mit uns vor hat!)

Das Verteidigungsministerium bewirbt den Operataionsplan Deutschland auf ihrem Twitter-Account.

Opferbereitschaft [42]

Mehr Opferbereitschaft forderte am 11. März diesen Jahres der Althistoriker Egon Flaig in seinem Gastbeitrag „Kann die Demokratie ohne Opferbereitschaft überleben?“ in der FAZ. [43] Und legte in der 3Sat-Sendung Kulturzeit vom 2. Juni noch einen drauf: Deutsche Schüler und (selbstverständlich) Schülerinnen sollten – wie ihre Gleichaltrigen in Polen – in den oberen Klassen der Gymnasien Schießübungen absolvieren. Im Unterricht. Und ihre Eltern müssten bereit sein, ihre Kinder zu geben. – Dazu wurde in einem Song von „Lumpenpazifisten“ bereits vor Jahren alles Notwendige gesagt. [44]

Opfermut

Steigerung der „Opferbereitschaft“.[45] Doch am Opfermut bei Eltern und ihren Kindern fehle es, klagt der wackere Althistoriker Flaig. Schuld daran sei ein jahrzehntelanger Pazifismus. Flaig postuliert eine „kulturelle Umprogrammierung einer weitgehend postheroischen Gesellschaft“. Da hilft nur noch der Klassiker Max Liebermanns: „Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!“

Pazifismus-DNA

Neulich bei Caren Miosga: Ex-Außenminister und ehemaliger Frankfurter Streetfighting Man, Joschka Fischer schwadroniert über Wehrtauglichkeit, Kriegsertüchtigung und den Sinn des Soldatseins. Derlei habe ja nun lange nicht in der deutschen DNA gesteckt, apportiert brav die ARD-Moderatorin: „Da lag Pazifismus.“ Und stellt gleich eilfertig im Sinne der nun von allen geforderten Kriegstüchtigkeitslogik die Frage aller Fragen: „Wie können wir diesen Code schneller überschreiben?“ [46] – Kritischer Journalismus im wiedervereinten Deutschland anno 2025!

Pazifist

Gerne auch „Lumpenpazifist“. Als solcher galt bis zu „Trump 2.0“ jeder, der im Ukrainekrieg auch nur Diplomatie und ein möglichst schnelles Ende der Kampfhandlungen einforderte. (vgl. Realitätsverweigerung“)

postheroisch

„Zivile demokratische Gesellschaften tendieren dazu, sich von heroischen Werten wie ‚Ehre‘ oder ‚Opferbereitschaft‘ zu distanzieren, weil das Kriegerische nicht mehr im Zentrum des Selbstverständnisses steht.“ So beschrieb ein Beitrag „Wenn Helden nicht mehr nötig sind“ im Oktober 2014 den Begriff „postheroisch“ noch neutral in Deutschlandfunk Kultur. [47] Fünfeinhalb Jahre später fragte, ebenfalls im Deutschlandfunk, ein Feature bereits „Gibt es ein Comeback von Helden?“ [48] und zitierte – man weiß nicht, ob kritisch oder affirmativ – den diesen Begriff besonders gerne verwendenden Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Charakteristikum postheroischer Gesellschaften sei, „der menschlichen Opfer- und Leidensbereitschaft eine Absage zu erteilen“. Heute kommt die „postheroische Gesellschaft“ schwer unter Beschuss: „Opferbereitschaft“, nein: „Opfermut“ werden im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen eingeklagt, weshalb eine „kulturelle Umprogrammierung“ dringend geboten sein. – Schlagen wir statt dessen lieber nach bei Brecht: „Unglücklich das Land, das keine Helden hat. … Nein, unglücklich das Land, das Helden nötig hat!“ [49]

Putin

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass – und zwar nicht erst seit „Putins Angriffskrieg“ – in zahllosen Überschriften und Meldungen unserer Medien das Wort „Putin“ verwendet wird, wo die Worte „Russland“ oder „die russische Regierung“ inhaltlich erheblich besser passen würden? So waren sowohl die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 als auch die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland natürlich „Putins Spiele“. [50] Letztere sogar „Putins Meisterwerk“. Das Jahr 2017 wurde von der ZEIT zum „Super-Putin-Jahr“ [51] gekürt, eine „Generation Putin“ [52] ausgerufen, Ex-Bundeskanzler Schröder als „Putins Laufbursche“ [53] apostrophiert, der ehemalige Leiter des deutschen Koordinierungsausschusses des Petersburger Dialogs, Ronald Pofalla, als „Lobbyist in Putins Diensten“ [54] und russische Hacker als „Putins Bären“ [55]. „Sputnik V“ war nicht nur „Putins Impfstoff“ [56], sondern bisweilen sogar „Putins Giftbrühe“.[57] „Putins Kriegskasse“ [58] muss durch Sanktionen ausgetrocknet werden. Und durchlebt Russland gegenwärtig eine Kartoffelkrise, so heißt es: „Putin fehlen Kartoffeln“.[59] (Als ob dieser deswegen nun auf Schmalkost gesetzt würde.) Die Liste ließe sich ad infinitum verlänge

rn. Bisweilen scheint es, als würde der größte Flächenstaat der Welt nur von einem einzigen Menschen, nämlich dem „zweiten Hitler“ bewohnt. Weshalb gegen diesen Staat auch alles erlaubt ist. Aber es gibt auch noch ganz banale Gründe. Vor Jahren plauderte der Journalist Maxim Kireev etwas verdruckst-gewunden aus dem Nähkästchen: „Die deutschen Redaktionen orientieren sich sicher auch an den Interessen der Leser, denn Putin ist eine polarisierende Persönlichkeit und er bringt Online sehr viele Klicks.“ [60] Na, wenigstens zu etwas ist der „russische Machthaber“ gut!

Putin-Versteher

Noch einmal. Auch wenn es oberlehrerhaft-penetrant klingen mag: Das korrekte – und wunderschöne – Substantiv für das Verb „verstehen“ lautet immer noch: „Verständnis“. Und nicht anders! – Das Wort „Versteher“, soviel ‚Germanistik für Dummies‘ muss sein, gibt es erst seit circa 25 Jahren und war von Anfang an abwertend konstruiert. Es begann mit dem berühmten „Frauenversteher“, womit jener bemitleidenswerte Jammerlappen gemeint war, der Nähe zu Frauen (in welcher Form auch immer) nur herstellen kann, indem er sich – gefragt oder ungefragt – in die Damen noch besser einfühlt, als die das selber vermögen. Kurz: ein Mann mit dem Sexappeal eines „Warmduschers“ – auch so eine Abqualifizierungs-vokabel aus jenen Tagen. Einmal in die Welt gesetzt, war es dann, namentlich in Krisenzeiten, zum „Russland-“, gar „Putinversteher“ nicht mehr weit. Ein Wort, ohne das heute niemand mehr auskommt, wenn es darum geht, Menschen, die sich trotz allem – oder gerade jetzt! – um ein besseres Verhältnis zu Russland bemühen, prompt der Lächerlichkeit preiszugeben. Ohne Auseinandersetzung mit deren Argumenten, versteht sich. Und eine Vokabel, die umgekehrt die so apostrophierten Personen dazu zwingt, zum gefühlt hundertundfünfzigsten Mal klarzustellen, dass ‚Verstehen‘ nicht ‚Rechtfertigen‘ bedeutet, sondern schlicht den Versuch, sich einmal in die Schuhe des Anderen zu stellen und die Welt probeweise aus dessen Perspektive wahrzunehmen – eine für jegliches menschliches Zusammenleben unabdingbare ‚conditio sine qua non‘.

Readiness 2030

In diesen etwas ziviler klingenden Namen ließ die gerade mit dem Aachener Karlspreis dekorierte Kommissionsvorsitzende Ursula von der Leyen im März ihr Lieblingsprojekt, das zunächst ungeschminkt „ReArm Europe“ genannte 800 Milliarden schwere EU-Aufrüstungsprogramm umtaufen, nachdem Italien und Spanien sich über die zu drastische Wortwahl beschwert hatten. [61]

Realitätsverweigerung [62]

Betreiben, wie jüngst die Unterzeichner SPD-Manifests [63], alle, die sich dem aktuellen Kriegskurs – sprich: der bedingungslosen, im Worst Case suizidalen Unterstützung der Ukraine („as long as it takes“) [64], der irrwitzigen, billionenschweren Aufrüstung („whatever it takes“) [65] und der totalen Subordination unserer Gesellschaft unter die Logik des Militärs („Operationsplan Deutschland“) – verweigern oder zumindest vorsichtig Bedenken anmelden. Welche Aspekte der Realität diese unliebsamen Opponenten angeblich verweigern und ob diese relevant oder etwa selbst Resultat einer verdrehten oder manipulierten Realitätswahrnehmung sind, entscheiden selbstverständlich diejenigen, die diesen Vorwurf lauthals erheben. Also die den Kriegskurs betreibenden Politiker und die sie anfeuernden Leitmedien.

Rebellen

Werden hierzulande von Politikern und Leitmedien wohlwollend Aufständische in aller Welt – wie die in der syrischen Region Idlib kämpfenden Islamisten – genannt, die ins westliche geopolitische Konzept gut hineinpassen. Anderenfalls – siehe Donbass – sind es selbstverständlich Terroristen. [66]

rechtsoffen

Ist heute jede Veranstaltung, bei der auch noch ein paar uneingeladene AFDler mitlatschen.

Also jede Friedensdemo. Merke: Für den Frieden, will sagen: für ein schnellstmögliches Ende der Kampfhandlungen im Ukrainekrieg, gegen die atemberaubende Aufrüstung, die flächendeckende Militarisierung der Gesellschaft und die wachsende Kriegsgefahr einzutreten, gilt heute als ‚rechts‘! Wer zu hundert Prozent sicher gehen will, sollte daher nur noch an Demonstrationen „Gegen rechts“ teilnehmen. Aber wer weiß…

regelbasierte Weltordnung

Wohlklingende Leerformel, von der keiner weiß, was sie eigentlich bedeutet. Soll vergessen machen, dass die einzig existierende „regelbasierte Weltordnung“ die „Charta der Vereinten Nationen“ ist [67], gegen die – und zwar regelmäßig auch vom kollektiven Westen – permanent verstoßen wird. (vgl. auch „Werte“)

Resilienz

Der ursprünglich aus der Psychologie stammende Begriff wird zunehmend vom Militär im Dienste der Umerziehung der gesamten Gesellschaft zur „Kriegstüchtigkeit“ gekapert [68]. Neues Lieblingswort vom (ungedienten) Bundeswehrprofessor und Aufrüstungsapologeten Carlo Masala. Allein im Nachwort seines Spiegel-Bestsellers „Wenn Russland gewinnt“ benutzt er es x-mal. Kostprobe gefällig?

„Eine Gesellschaft, der nicht bewusst ist, dass ihre Form des Zusammenlebens durch hybride Kriegsführung bedroht ist, die nicht realisiert, dass Russland durch vielfältige Propagandamaßnahmen und Desinformationskampagnen das Vertrauen der Bevölkerung in die Problemlösungsfähigkeit demokratischer Institutionen und Verfahren erschüttern will mit dem Ziel, die Demokratie als Staatsform zu diskreditieren, wird nicht die Bereitschaft entwickeln, resilient und widerstandsfähig zu werden.“ [69] Und die ist teuer und nicht für ein paar Cent zu haben. – Auf Deutsch bedeutet dieses schöne Wort: „Seht zu, wie ihr mit allem selber klar kommt – und koste es euch euer gesamtes Vermögen oder gar das Leben!“

robust

Wird im wiedervereinten Deutschland jeder Bundeswehreinsatz genannt, bei dem deutsche Soldaten wieder schießen dürfen.

Russisch lernen

Einen dunklen Assoziationsraum eröffnende Formel für „Vorsicht, Russland will uns wieder erobern!“: „Was nützt die schönste Schuldenbremse, wenn der Russe vor der Tür steht?“, fragte rethorisch Jens Spahn in einem FAZ-Interview vom 11.03.2025. „Wir Europäer haben doch, zugespitzt gesagt, nur zwei Möglichkeiten: Wir können uns verteidigen lernen oder alle Russisch lernen.“ [70]

SAFE

Hier waren wahre Wort-Profis am Werk. Denn SAFE – was ja SICHER heißt – ist eine Abkürzung für „Security Aktion for Europe“, eine neue kreative Möglichkeit der EU, sich via Anleihen Geld für die dringend erforderliche Aufrüstung zu beschaffen.[71]

„Die Europäische Kommission wird aufgefordert, bis zum Ende des Jahrzehnts Finanzmittel in Höhe von bis zu 150 Milliarden Euro bereitzustellen, um die EU-Mitgliedstaaten bei der Erhöhung ihrer Ausgaben für gemeinsame Verteidigungsgüter zu unterstützen. Die Kreditaufnahme der EU zur Finanzierung des neuen Programms wird es ermöglichen, den antragstellenden Mitgliedstaaten Darlehen zu wettbewerbsfähigen Preisen und mit attraktiver Struktur und langer Laufzeit zu gewähren. Die Konditionen dieser Darlehen profitieren von der hohen Kreditwürdigkeit der EU sowie von der hohen Marktnachfrage nach EU-Emissionen und deren Liquidität.“ So die Homepage der Europäischen Kommission. (vgl. „Readiness 2030“)

schnellstmöglich

Schnellstmöglich hat nun alles zu gehen. Vorgestern noch 2030, gestern 2029, nun erleben wir bereits laut Sönke Neitzel den „letzten Friedenssommer“. Es kann unseren medial omnipräsenten „Experten“ mit dem angeblich fast unvermeidlichen Krieg gegen Russland offenbar nicht rasant genug gehen! So tönte man auch vor über hundert Jahren im Vorfeld des Ersten Weltkriegs. By the way: Eine konkrete Bedrohungsanalyse kann man sich bei diesem Tempo sparen.

Schutzraum

Euphemistisches Wort für „Bunker“. Dazu zwei Sätze der Internationalen Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs (IPPNW), die man sich merken sollte: „Wir werden euch nicht helfen können!“ und „Die Überlebenden werden die Toten beneiden!“ [72] (Und hier noch ein weiser – damals auf den Eingang zahlreicher „Schutzräumen“ gesprühter – Spontispruch aus der Zeit des ersten Kalten Krieges: „Wer Bunker baut, plant Kriege!“)

Selbstbehauptung Europas

Die wird mittlerweile allerseits in den EU-Ländern und von sämtlichen Parteien des Europa-Parlaments beschworen. Nur was damit gemeint sein soll, wird wohlweislich im Vagen gelassen. Wollen wir eine atomar bewaffnete EU, wie sie Ex-Außenminister Joschka Fischer seit Ende 2023 wiederholt fordert [73] und damit, wie Günter Verheugen und Petra Erler herausarbeiten, „einen kolossalen Völkerrechtsbruch, den Bruch des Atomwaffensperrvertrags in Kauf nimmt“? Oder wollen wir eine „Friedensmacht Europa“ auf dem Prinzip der „Gemeinsamen Sicherheit“ aller europäischer Staaten, inclusive Russland und Belarus? Das ist hier die Frage.[74]

sein Leben geben

Neulich am 15. Juni, dem ersten bundesdeutschen Veteranentag, in der Tagesschau: „Stefan K., 35 Jahre alt, Veteran. 2011 geht der Scharfschütze für die Bundeswehr nach Afghanistan, da ist er 20 Jahre alt. Erlebte einen Anschlag, bei dem ein Freund stirbt – Erfahrungen, die er bis heute mit sich rumschleppt.“ Der ehemalige Scharfschütze im O-Ton: „Im ersten Einsatz mit 20 Jahren und dann einen der heftigsten Anschläge auf die Bundeswehr, dass ein ganzer Schützenpanzer Marder zersprengt wird und einer von uns sein Leben gegeben hat, das bleibt im Kopf!“ Und nun wieder die Tagesschau: „Das Erlebte verarbeitet er musikalisch. Er rappt über sein Gefühl, von der Gesellschaft vergessen zu sein, vom Staat und von der Bundeswehr.“

Stefan K. wünscht sich, dass die vorübergehenden Leute ihm als Afghanistan-veteranen „Danke für deinen Dienst!“ sagen. – Diese Geschichte kann man auch etwas anders erzählen: Die betreffenden Soldaten „gingen“ nicht einfach „für die Bundeswehr nach Afghanistan“, sie waren – zumindest nicht gegen ihren grundsätzlichen Willen – dort Teil einer völkerrechtlich fragwürdigen militärischen Spezialoperation der deutschen Armee.

Stefan K. immerhin als Snyper, sein Kollege als Fahrer eines Schützenpanzers mit einer „zuverlässigen 20-mm-Maschinenkanone“ an Bord. Das passte dort nicht allen Menschen und einige setzten sich – ebenfalls militärisch – dagegen zur Wehr. Der betreffende Panzerfahrer „gab“ nicht jesusgleich „sein Leben“, es hat ihn einfach erwischt! Das klingt nicht schön, aber genauso war es. Der Snyper bekam das mit und erwartet dafür nun von der Gesellschaft „Wertschätzung“. (Man stelle sich kurz die Berichterstattung der Tagesschau vor, hätte es sich hier nicht um einen Deutschen, sondern um einen 20jährigen russischen Scharfschützen gehandelt, der „für seine Armee“ in die Ukraine „gegangen“ sei und dessen Freund in einem Panzer bei einem ukrainischen Anschlag „sein Leben gegeben“ hätte…) (vgl.„Veteranenkultur“)

Sicherheit

Einlullender Begriff für einen gesellschaftlichen Zustand, der mit Waffen niemals zu erreichen ist. [75]

Sondervermögen

Natürlich nichts anderes als Sonderschulden! Fügt sich nahtlos in die täglich immer dreister werdende Orwell‘sche Logik: „Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unsicherheit ist Stärke“. Nun also: „Schulden sind Vermögen“.

strategische Ambiguität

„Strategische Ambiguität“, erklärt uns die Frankfurter Rundschau vom 15. Mai, „nennt man es, das Gegenüber im Ungewissen über die nächsten Schritte zu lassen. Unter Merz wird das offenbar zur Leitlinie im Umgang mit Russland. Seine Regierung veröffentlicht die deutschen Waffenlieferungen im Ukraine-Krieg nicht mehr online. Auch ob eingefrorene russische Gelder für die Ukraine genutzt werden oder der Marschflugkörper Taurus geliefert wird.“ [76] – Stellen wir die Dinge richtig: Die ‚strategische Ambiguität‘ gilt natürlich nicht Putin, der durch seine Geheimdienste längst über alles Bescheid weiß, sondern der eigenen Bevölkerung: uns! – Im Klartext: Wir werden von der Taurus-Lieferung erst nach dessen erstem Einschlag in Russland erfahren. Wahrscheinlich durch den dann umgehend erfolgenden Vergeltungsschlag auf unser Land…

strategische Kommunikation

Hieß früher mal ganz ehrlich „Propaganda“, später „Public Relations“, aber Wörter nutzen sich halt ab… Seit die NATO 2020 den Krieg um die Köpfe („Cognitive Warfare“) – neben den fünf bisherigen Einsatzgebieten: Land, Wasser, Luft, Weltraum, Cyberspace – zum sechsten offiziellen Kriegsschauplatz erklärt hat [77], wird auch hier nichts mehr dem Zufall überlassen. Zahllose Start-up-Unternehmen junger Psychologieabsolventen entwickeln nun auf Basis neuester neurowissenschaftlicher Erkenntnisse NATO-finanziert Konzepte zur Massenmanipulation. Und nicht etwa nur für die gegnerische Seite – die Heimatfront muss schließlich stehen! Sprich: Es geht darum, die eigene Bevölkerung soweit zu bringen, sich in den Krieg treiben zu lassen und die entsprechenden ökonomischen und „humanitären Kosten“ willig zu bezahlen.

Suwalki-Lücke [78]

Auf Schiller-Deutsch: „Durch diese hohle Gasse muss er kommen. Der Russe.“ Die ominöse Lücke wurde bereits Jahre vor dem „unprovozierten Überfall Russlands auf die Ukraine“ von gewieften Strategen als verwundbarste Stelle der NATO ausfindig gemacht. Entlang dieser rund hundert Kilometer langen Grenze zwischen Polen und Litauen könnten, so wird von interessierter Seite immer wieder insinuiert, demnächst von Belarus anrollende russische Panzerverbände auf den Kaliningrader Oblast vorrücken und damit NATO-Baltikum von NATO-Polen abschneiden. Dass man die Dinge aus russischer Perspektive auch anders sehen könnte, dass man dort möglicherweise denkt, das von hochgerüsteten NATO Streitkräften umzingelte Kaliningrader Gebiet könne demnächst vielleicht vom Westen geschluckt werden, auf diese Idee kommt hier bezeichnenderweise keiner.

Die Suwalki-Lücke, Von Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons: CC BY-SA 3.0

Täter-Opfer-Umkehr

Die wird immer dann als Replik bemüht, wenn jemand bestimmte Kriegshandlungen der Ukraine kritisiert. Projiziert auf die Akteure im Ukrainekrieg eine manichäische Gut-Böse-Polarität: Ukraine = gut, ergo unschuldiges Opfer; Russland = böse, weil unprovozierter Angreifer. Leider ist das Leben etwas komplizierter. So beschießt Kiew beispielsweise seit April 2014 den Donbass. Bis zum 24. Februar 2022 waren dort insgesamt um die 14.000 Menschen, darunter zahlreiche „unschuldige Zivilisten“, ums Leben gekommen. Was die mediale Berichterstattung hierzulande jedoch noch nicht mal ignorierte.

Transatlantisch? Traut euch! [79]

Wohl nicht zufällig in derselben koketten Tonlage gehalten wie der neue Slogan der Bundeswehr „Du willst immer nur mehr“. – Was sich auf den ersten Blick liest wie die Werbung für einen Swinger-Club, ist in Wirklichkeit, wie der Untertitel „Für eine Neue Übereinkunft zwischen Deutschland und Amerika“ deutlich macht, ein voluminöses transatlantisch-GRÜNES Strategiepapier. Der anfangs noch irritierende aufdringlich-saloppe Ton, der vom Titel bis zur letzten Zeile das gesamte Dossier durchzieht, entpuppt sich bei genauerer Hinsicht als anbiedernde Ansprache für die künftigen Akteur-Doppelpunkt-innen der anvisierten „woke und wehrhaften“ Truppe: „In Deutschland und Europa sind solche Bewegungen – beispielsweise zur Bekämpfung des Klimawandels und der Überwindung von Rassismus und Sexismus – anschlussfähig. Die Annäherung an jüngere, diversere und weniger ‚klassische‘ Akteure wird die transatlantische Erzählung fortschreiben.“ (vgl. „lodernder Glutkern“)

umstritten

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Menschen, die heute als „umstritten“ gelten, noch vor wenigen Jahrzehnten als „streitbar“ bezeichnet wurden? Sprache ist verräterisch: Während „streitbar“ den betreffenden Menschen in seiner Aktivität präsentiert, ist der „umstrittene“ Mensch nur noch passives Opfer externer Diskurse, als Subjekt verbal also bereits eliminiert! – Die nächste Orwell‘sche Innovation lautet demnach: „Streitbar ist umstritten.“

unprovoziert

Dass der russische Überfall auf die Ukraine ein „völkerrechtswidriger Angriffskrieg“ ist, stimmt selbst dann, wenn unsere Leitmedien uns das tagtäglich einhämmern. Ob er hingegen, wie ebenfalls gebetsmühlenartig wiederholt, „unprovoziert“ war, daran kann man getrost große Zweifel haben. Hier eine (unvollständige) Auflistung westlicher Provokationen: Kontinuierliche Ausdehnung der NATO bis an Russlands Grenzen; Kündigung fast aller Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträge; Installieren von Modulen des globalen AEGIS-Raketenabwehrsystems – mit Offensivoptionen – vor der russischen Haustür; westliche Unterstützung des Maidan-Putschs 2013/14 und postwendende Anerkennung der Putschregierung unter Jazenjuk; Boykott der Vereinbarungen von Minsk II; Verträge über „Militärische Zusammenarbeit“ [80] und „Strategische Partnerschaft“ [81] zwischen den USA und der Ukraine im August und November 2021; und schließlich vollkommene Ignoranz der diplomatischen Initiative vom 17. Dezember 2021, als Russland seine sicherheitspolitischen Interessen gegenüber NATO und USA klar und unmissverständlich artikulierte. (Trotz alledem: Man muss sich ja nicht provozieren lassen.)

unschuldige Zivilisten

Ist formal natürlich nicht falsch. Dient allerdings als Dauerformel einer fragwürdigen Emotionalisierung, zumal immer nur die zivilen Opfer der ‚richtigen Seite‘gemeint sind. Oder hat man hierzulande etwas von toten ‚unschuldigen russischen Zivilisten‘ gehört, als die Ukraine im seit über elf Jahren belagerten Donezk Krankenhäuser beschoss und Kinder tötete oder neulich wiederholt „Putins Züge“ attackierte? [82] [83]

unsere Freiheit

Wird nach dem Hindukusch nun in der Ukraine verteidigt. Und zwar genauso erfolgreich.

unsere Lebensweise

Auf Deutsch: „Our way of living“. Dazu NATO-Generalsekretär Mark Rutte am 9. Juni 2025:

„Wir haben das Vertrauen, die Entschlossenheit und den Mut, alles zu tun, was nötig ist, um unsere Lebensweise zu schützen.“ [84] Unsere Lebensweise also, die gilt es zu schützen! (Was auch immer das sein mag.) Bezeichnenderweise ist hier noch nicht mal mehr von „Werten“ die Rede… (vgl. „Heimatfront und Frontlinie“)

Vernichtungskrieg

„Russlands grausamer Angriffs- und Vernichtungskrieg markiert einen radikalen Bruch mit der europäischen Friedensordnung nach dem Ende des Kalten Krieges“, verkündete der damalige Bundeskanzler Scholz – wohl auch in Konkurrenz zu dem zeitgleich einen „Epochenbruch“ proklamierenden Bundespräsidenten – gleich doppelt geschichtsblind kurz vor dem 8./9. Mai 2022 [85]. Dazu wäre folgendes anzumerken:

  1. Der „radikale Bruch mit der europäischen Friedensordnung“ wurde bereits am 24. März 1999 vollzogen. Und zwar von der NATO durch den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, an dem sich, eine Premiere, auch das wiedervereinte Deutschland beteiligen durfte.
  2. Bei allem Schrecklichen, was in der Ukraine verübt wurde und wird: Ein veritabler Vernichtungskrieg – fast 27 Millionen Tote – war der Krieg, den Hitler-Deutschland gegen die Sowjetunion führte! [86] (vgl. auch „Hitler, neuer oder zweiter“)

Veteranenkultur

„Diese Feierstunde hier im Herzen der Hauptstadt ist ein Anfang. Aber auch das gehört zur Wahrheit dazu: Sie alleine schafft noch keine Veteranenkultur. Dazu braucht es mehr. Es braucht Sichtbarkeit, mehr Anerkennung und mehr konkrete Zeichen“, verlautbarte Kriegstüchtigkeitsminister Pistorius am ersten, mit bundesweit mehr als hundert Veranstaltungen gefeierten „Veteranentag“ des wiedervereinten Deutschland. [87] Und setzte gleich mal ein Zeichen, indem er ehemalige Soldatinnen und Soldaten mit dem 2013 von Thomas de Maizière ins Leben gerufenen Veteranenabzeichen auszeichnete. – Zu erwähnen vergessen hatte er, dass zu einer fürsorglichen Veteranenkultur nicht nur Abzeichen, sondern auch Prothesen aller Art, Langzeittherapien aufgrund posttraumatischer Belastungsstörungen und Rechtsbeihilfe für Entschädigungsklagen gegen den ehemaligen Arbeitgeber gehören.

Vielfalt

Ja, genau die. Es muss sein! In unserer Gesellschaft wie auch in der „woke und wehrhaften“ Truppe gilt nämlich der unausgesprochene Satz: „Was Vielfalt ist, bestimmen wir!“ Auf Deutsch: Unter der farbenfrohen Regenbogenfahne, die bald das Schwarz-Rot-Gold der Bundesflagge ersetzt haben wird, hat auch noch die skurrilste Inszenierung der exotischsten erotischen Neigung ihren Ehrenplatz – nur niemand, der sich für ein Schweigen der Waffen im Ukrainekrieg und Deeskalation mit Russland, immerhin eine Frage von Krieg und Frieden, nein: von Weiterleben und Untergang, einsetzt! (Ansonsten aber darf die neue diverse Volksgemeinschaft gerne so vielfältig sein, wie sie will…) (vgl. „Haltung“)

völkerrechtswidriger Angriffskrieg

Ist erstens ein doppeltgemoppelter Pleonasmus und wird zweitens von Politikern und Leitmedien nur dann pflichtgemäß und gebetsmühlenartig verwendet, wenn Russland die Ukraine angreift. Weder beim „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO“ gegen Jugoslawien 1999 noch 2003 bei dem der USA und ihrer „Koalition der Willigen“ gegen den Irak oder anderen Kriegen des kollektiven Westens (wie den militärischen Spezialoperationen in Afghanistan, Libyen oder in Syrien) war davon hierzulande irgendetwas zu hören.

Vorfall

„Bereits in der Nacht auf Sonntag gab es zwei Vorfälle in Russland. In den an die Ukraine grenzenden Gebieten Kursk und Brjansk entgleisten zwei Züge nach Brückeneinstürzen“, so das RedaktionsNetzwerk Deutschland am 01.06.2025.[88] Als ob bei diesen „Vorfällen“ die russischen Brücken einfach aus Altersschwäche den Geist aufgegeben hätten… Erst später im Bericht erfahren wir die Ursache der „Brückeneinstürze“: „In Brjansk kamen laut Gouverneur Alexander Bogomas sieben Menschen ums Leben und etwa 70 wurden verletzt, darunter drei Kinder. Er bestätigte Berichte über eine Explosion der Brücke. Das russische Ermittlungskomitee stufte die Brückeneinstürze als Terrorakt ein.“

Indem man als Quelle für diese wichtigen Hintergrundinformationen lediglich den russischen Gouverneur zitiert, verleiht man dieser Meldung gleich subkutan den Geruch des Unseriösen. (Die Russen lügen ja sowieso nur!) Die Täter, obwohl ja auf der Hand liegt, wer diese „Vorfälle“ verursacht haben muss, werden in dieser Meldung nicht direkt benannt. Damit aber niemand auf dumme Gedanken kommt, zu bezweifeln, wer hier moralisch im Recht und wer im Unrecht ist, wird sofort noch folgende „Einordnung“ nachgeschoben: „Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Ukrainische Geheimdienste verüben regelmäßig Sabotageakte und Anschläge auf russischem Gebiet.“ – Preisfrage: Wie hätte die Meldung des RND wohl gelautet, hätte es diesen „Vorfall“ mit umgekehrten Vorzeichen auf ukrainischem Gebiet „gegeben“? (vgl. „Brückeneinstürze“)

Wachstumsschmerzen

„Die Nato-Planungsziele markieren für Deutschlands Streitkräfte eine ‚neue Ära‘, warnt André Wüstner, Chef des Bundeswehrverbands. Und die Zeit für die ‚Operation Aufwuchs‘ mit mehr Soldaten und modernen Waffensystemen sei knapp. Er stimmt auf ‚Wachstumsschmerzen‘ ein.“ So die Welt vom 13.06.2025. Offenbar geht es mit dem „Aufwuchs“, trotz der angeblich knappen Zeit, zu rasant. (vgl. „Kampfkraft“)

Weltordnungskrieg

Diesen bemerkenswerten Neologismus verdanken wir der Leiterin des „Leibnitz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung“, Nicole Deitelhoff. In der Sendung „Studio Neun“ des Deutschlandfunk Kultur vom 2. Juni 2005 ließ sie en passant einfließen, die USA hätten in den 2000ern im Mittleren Osten (Afghanistan, Irak usw.) „Weltordnungskriege“ geführt. [89] Ob dieses Wort affirmativ oder kritisch gemeint war, ließ sie offen. Von Angriffskriegen sprach sie jedenfalls nicht. (vgl. „Friedensforscher“)

Werte

Barbarischer, ursprünglich aus der Finanzwelt stammender Begriff, der sich aus unerfindlichen Gründen in die Ethik verirrt hat und nun in der Politik jeglichen Interessensausgleich torpediert. [90]

Wir sind hellwach, damit du gut schläfst

Flotter Werbe-Chiasmus der Bundeswehr-Imagagekampagne „Bereit sein ist alles“ des Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr e.V. (vgl. „Die stärkste Friedensbewegung Deutschlands“)

Woke und wehrhaft

„Wenn ich Streitkräfte habe, die in ihren Grundstrukturen die Diversität ihrer Gesellschaft widerspiegeln, sexuell, ethnisch, religiös, dann wissen die, was sie verteidigen.“ So sichtlich stolz der medienbegabte Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr, Carlo Masala, in einem Interview mit der Zeitschrift „Internationale Politik“ im Juni 2023.[91] Die deutschen Streitkräfte seien, so Star-Kriegsertüchtiger Masala griffig-alliterat, „woke und wehrhaft“. In der Tat eine erstaunliche Entwicklung einer scharfen Truppe, für die noch vor wenigen Jahrzehnten Homosexualität ein – je nach persönlicher Einstellung bzw. Orientierung – begrüßenswerter oder bedauerlicher Ausschlussgrund war! (Von weiblichen, gar trans- oder diversen Soldat-Sternchen-innen ganz zu schweigen.)

Selbst dass „Deutsche mit Einwanderungsgeschichte“ ihr neues Vaterland mal mit der Waffe verteidigen dürfen (und würden), war lange Zeit kaum vorstellbar. – Jedenfalls die passend aufgestellte Truppe für den neuen, auch ideologischen, kalten und womöglich heißen Krieg. Hieß es damals im ersten Kalten Krieg „Freiheit versus Sozialismus!“ so lautet der heutige Schlachtruf: „Woker Westen contra reaktionäres Russland!“

Zeitenwende

Von Ex-Kanzler Olaf Scholz erstmals in seiner Regierungserklärung fünf Tage nach dem russischen Überfall verwendeter und anschließend höchst erfolgreich in den öffentlichen Diskurs eingespeister Begriff [92], mit dem sich nun in Sachen Aufrüstung so gut wie alles rechtfertigen lässt. Eng verwandt mit der „regelbasierten Weltordnung“ gegen die angeblich nur Russland verstößt. Soll vergessen machen, dass gegen eben jene Prinzipien vom Westen bereits viel früher – und wiederholt – verstoßen wurde. Mittlerweile von Bundespräsident Steinmeier zum „Epochenbruch“ radikalisiert. (By the way: Wenn es nach dem II. Weltkrieg je eine „Zeitenwende“ gegeben hat, dann – lang, lang ist‘s her! – die von Michail Gorbatschow initiierte Politik des Neuen Denkens, die 1989/90 zum glücklichen Ende des ersten Kalten Krieges führte, bei dem kein einziger Schuss fiel…)

Zivilcourage

Suggeriert subkutan, dass Menschen, die diese für sich in Anspruch nehmen, sich auch automatisch auf der moralisch richtigen Seite befänden. Weit gefehlt: Zivilcourage bedeutet lediglich den Mut, auch unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile gegen den Strom zu schwimmen. Über die inhaltliche Position selbst sagt dieser wohlklingende Begriff gar nichts aus. (vgl. „Gesicht zeigen“)

Zivilisationskrieg

Von Springer-Chef Mathias Döpfner gerade über die Welt am Sonntag in die Medien lanciert und wohl als aktuelle Steigerung von Samuel Huntingtons „Kampf der Kulturen“ gedacht.

Führt laut Döpfner Israel gerade gegen den Iran. Sozusagen die vornehmere Diktion von Merz’ „Drecksarbeit“. Und wer Kritik an der israelischen Kriegsführung im Gazastreifen übt, betreibt „Täter-Opfer-Umkehr“. Döpfner prophetisch: „Sobald Israel fällt, stehen Europa und Amerika im Fokus. Der sunnitische und schiitische Islamismus bereitet das seit Jahrzehnten vor. Die Angriffe gelten unseren Werten, unserem Lebensstil.“ Womit alle entscheidenden Keywords wieder versammelt wären.

zunächst auf Freiwilligkeit

Bezogen auf eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht heißt es im Abschnitt „Verteidigungspolitik“ des black-roten Koalitionsvertrages wörtlich: „Wir schaffen einen neuen attraktiven Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit basiert.“ Zunächst. Alles klar? So funktioniert das Valium der Salamitaktik… – Auf Deutsch: Wenn ihr nicht freiwillig bereit seid, zur Not in den Krieg zu ziehen, dann holen wir euch!

Autor: Leo Ensel

Dr. Leo Ensel („Look at the other side!“) ist Konfliktforscher und interkultureller Trainer mit Schwerpunkt „Postsowjetischer Raum und Mittel-/Ost-Europa“. Veröffentlichungen zu den Themen „Angst und atomare Aufrüstung“, zur Sozialpsychologie der Wiedervereinigung sowie Studien über die Deutschlandbilder im postsowjetischen Raum. Im Neuen West-Ost-Konflikt gilt sein Hauptanliegen der Überwindung falscher Narrative, der Deeskalation und der Rekonstruktion des Vertrauens. – Der Autor legt Wert auf seine Unabhängigkeit. Er fühlt sich ausschließlich den genannten Themen und keinem nationalen Narrativ verpflichtet.

Quellen:


[1] NATO, „Building a better NATO“, am 9.6.2025, <https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_235867.htm>
[2] Rund um Deutschland, Clara Müller, „Militärhistoriker Sönke Neitzel warnt: „Das könnte unser letzter Sommer im Frieden sein“ – Wie real ist die Kriegsgefahr in Europa?“, am 22.3.2025, <https://rundumdeutschland.de/militaerhistoriker-soenke-neitzel-warnt-das-koennte-unser-letzter-sommer-im-frieden-sein-wie-real-ist-die-kriegsgefahr-in-europa/>
[3] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Verordnete „Kriegstüchtigkeit“ und paralysierte Bürger – Warum nehmen wir die Kriegsvorbereitung widerstandslos hin? Teil 1“, am 19.4.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=131741>
[4] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Vergangenheitsbewältigung als Zukunftsverdrängung? – Der Nachgeschmack der Gedenkfeiern“, am 9.6.2024, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=116401>
[5] RND, „Kiew: Zug in russisch kontrolliertem Gebiet wurde gesprengt“, am 1.6.2025, <https://www.rnd.de/politik/kiew-zug-in-russisch-kontrolliertem-gebiet-wurde-gesprengt-URJQV3PTS5N75BAM3OOQDXPIXM.html>
[6] Berliner Zeitung, Christiane Voges, „„Kriegstüchtig“: Wie Tagesschau und andere Medien die Gesellschaft auf Kriegskurs bringen“, am 16.4.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/kriegstuechtig-wie-tagesschau-und-andere-medien-die-gesellschaft-auf-kriegskurs-bringen-li.2317107>
[7] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Der ukrainische Angriff auf die globale Sicherheit“, am 1.6.2024, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=115976>
[8] NachDenkSeiten, Alexander Neu, „Analyse: Ukrainischer Drohnenangriff auf das nuklearstrategische Gleichgewicht“, am 14.6.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=134444>
[9] Telepolis, Christiane Voges, „Karriere beim Militär: Die Bundeswehr verharmlost die Realität des Soldatenberufs“, am 12.4.2025, <https://www.telepolis.de/features/Karriere-beim-Militaer-Die-Bundeswehr-verharmlost-die-Realitaet-des-Soldatenberufs-10349623.html>
[10] Berliner Zeitung, Mike Wilms, „Steinmeier: Russischer Angriffskrieg ist „Epochenbruch““, am 8.5.2022, <https://www.berliner-zeitung.de/news/steinmeier-russischer-angriffskrieg-ist-epochenbruch-li.226643>
[11] TAZ, „Baerbock warnt vor Kriegsmüdigkeit“, am 25.5.2022, <https://taz.de/-Nachrichten-zum-Ukrainekrieg-/!5857171/>
[12] Focus online, „Lindner 650, Baerbock 136.000 Euro – so viel geben Politiker fürs Schönsein aus“, am 25.1.2023, <https://www.focus.de/kultur/stars/christian-lindner-annalena-baerbock-co-so-viel-geben-sie-fuer-make-up-aus_id_184016992.html>
[13] Deutschlandfunk, Thilo Grieß, „Interview mit Richard C. Schneider, Publizist“, am 16.6.2025, <https://www.deutschlandfunk.de/interview-mit-richard-c-schneider-publizist-zu-israel-iran-konflikt-100.html>
[14] Berliner Zeitung, Anne Vorbringen, „Wehrpflicht-Debatte: Grüne schlagen verpflichtenden „Freiheitsdienst“ für alle vor“, am 30.3.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/news/wehrpflicht-debatte-gruene-schlagen-verpflichtenden-freiheitsdienst-fuer-alle-vor-li.2311949>
[15] SPIEGEL, „Grüne schlagen verpflichtenden »Freiheitsdienst« vor“, am 30.3.2025, <https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-schlagen-verpflichtenden-freiheitsdienst-vor-a-81949a84-d797-41b5-861d-1365b7b36ab1?sara_ref=re-so-app-sh>
[16] NachDenkSeiten, Bernhard Trautvetter, „Auch „Friedensforscher“ lassen sich für Militarismus einspannen“, am 4.6.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=133971>
[17] „2025 Friedensgutachten“, <https://friedensgutachten.de/user/pages/02.2025/02.ausgabe/01.gesamt/FGA2025_Gesamt.pdf>
[18] Hamburger Morgenpost, „Prof. Dr. Ursula Schröder: „Im Kriegsfall ist Diplomatie ein Hintergrundgeschäft.““, am 22.10.2024, <https://www.mopo.de/podcast/wie-ist-die-lage/prof-dr-ursula-schroeder-im-kriegsfall-ist-diplomatie-ein-hintergrundgeschaeft/>
[19] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Das große Ablenkungsmanöver – Millionen gegen Rechts, wie viele gegen Krieg und Aufrüstung?“, am 25.2.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=129340>
[20] NATO, „Building a better NATO“, am 9.6.2025, <https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_235867.htm>
[21] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Der ukrainische Angriff auf die globale Sicherheit“, am 1.6.2024, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=115976>
[22] NachDenkSeiten, Alexander Neu, „Analyse: Ukrainischer Drohnenangriff auf das nuklearstrategische Gleichgewicht“, am 14.6.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=134444>
[23] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Mythos Gleichgewicht – Paritätsstreben als Motor der Aufrüstung“, am 31.12.2023, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=108530>
[24] Overton Magazin, Florian Rötzer, „Nato-Generalsekretär: „Die Heimatfront und die Frontlinie sind jetzt ein und dasselbe““, am 10.6.2025, <https://overton-magazin.de/top-story/nato-generalsekretaer-die-heimatfront-und-die-frontlinie-sind-jetzt-ein-und-dasselbe/>
[25] NATO, „Building a better NATO“, am 9.6.2025, <https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_235867.htm>
[26] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „„Putin ist wie Hitler – ähh, bloß ohne Holocaust!“ – oder: Auch eine Vergangenheitsentsorgung“, am 27.3.2024, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=113111>
[27] NachDenkSeiten, Tobias Riegel, „Strack-Zimmermann dreht auf: „Putin hat Hunderte von Millionen Menschen unter die Erde gebracht““, am 28.3.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=130845>
[28] Berliner Zeitung, Christiane Voges, „„Kriegstüchtig“: Wie Tagesschau und andere Medien die Gesellschaft auf Kriegskurs bringen“, am 16.4.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/kriegstuechtig-wie-tagesschau-und-andere-medien-die-gesellschaft-auf-kriegskurs-bringen-li.2317107>
[29] Wikipedia, „AN602“, <https://de.wikipedia.org/wiki/AN602>
[30] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „„Konventionell“ – Eine kurze Klarstellung“, am 4.2.2025, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=128210>
[31] TAZ, „Baerbock warnt vor Kriegsmüdigkeit“, am 25.5.2022, <https://taz.de/-Nachrichten-zum-Ukrainekrieg-/!5857171/>
[32] 3Sat, „“Kulturzeit“ vom 02.06.2025: Wehrpflicht-Debatte: Frauen an die Front?“, am 2.6.2025, <https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/frauen-an-die-front-sendung-vom-02-06-2025-100.html>
[33] Rund um Deutschland, Clara Müller, „Militärhistoriker Sönke Neitzel warnt: „Das könnte unser letzter Sommer im Frieden sein“ – Wie real ist die Kriegsgefahr in Europa?“, am 22.3.2025, <https://rundumdeutschland.de/militaerhistoriker-soenke-neitzel-warnt-das-koennte-unser-letzter-sommer-im-frieden-sein-wie-real-ist-die-kriegsgefahr-in-europa/>
[34] Fischer Verlage, Sönke Neitzel, „Soldaten“, <https://www.fischerverlage.de/buch/soenke-neitzel-harald-welzer-soldaten-9783596188734>
[35] Atlantik Brücke, „Transatlantisch? Traut Euch!“, am 18.1.2021, <https://www.atlantik-bruecke.org/transatlantisch-traut-euch/>
[36] Spiegel, Sascha Lobo, „Der deutsche Lumpen-Pazifismus“, am 20.4.2022, <https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/ukraine-krieg-der-deutsche-lumpen-pazifismus-kolumne-a-77ea2788-e80f-4a51-838f-591843da8356>
[37] Berliner Zeitung, Michael Maier, „Melnyk fordert Waffen: „Herr Merz, Sie werden in die Geschichte eingehen!““, am 13.4.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/melnyk-fordert-waffen-herr-merz-sie-werden-in-die-geschichte-eingehen-li.2316221>
[38] Atlantik Brücke, „Transatlantisch? Traut Euch!“, am 18.1.2021, <https://www.atlantik-bruecke.org/transatlantisch-traut-euch/>
[39] Wikipedia, „Atomwaffensperrvertrag“, <https://de.wikipedia.org/wiki/Atomwaffensperrvertrag>
[40] Wikipedie, „B61-12“, <https://de.wikipedia.org/wiki/B61_(Kernwaffe)#B61-12>
[41] Wikipedia, „Lockheed Martin F-35“, <https://de.wikipedia.org/wiki/Lockheed_Martin_F-35>
[42] 3Sat, „“Kulturzeit“ vom 02.06.2025: Wehrpflicht-Debatte: Frauen an die Front?“, am 2.6.2025, <https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/frauen-an-die-front-sendung-vom-02-06-2025-100.html>
[43] FAZ, Egon Flaig, „Kann die Demokratie ohne Opferbereitschaft überleben?“, am 11.3.2025, <https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ukraine-krieg-kann-demokratie-ohne-opferbereitschaft-ueberleben-110347732.html>
[44] YouTube, Reinhard Mey & Freunde, „Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht [Offizielles Video]“, <https://www.youtube.com/watch?v=1q-Ga3myTP4>
[45] NachDenkSeiten, Marcus Klöckner, „Kriegstüchtig: Deutsche Eltern sollen „eventuell“ Söhne und Töchter opfern – Historiker öffnet auf 3sat die Mottenkiste der Weltkriege“, am 6.6.2025, < https://www.nachdenkseiten.de/?p=134070>
[46] Berliner Zeitung, André Mielke, „Frau Miosga, unsere Pazifismus-DNA überschreiben? Echt jetzt?“, am 15.4.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/unseren-friedenscode-ueberschreiben-echt-jetzt-li.2316446>
[47] Deutschlandfunk, Markus Metz und Georg Seeßlen, „Wenn Helden nicht mehr nötig sind“, am 22.10.2014, <https://www.deutschlandfunkkultur.de/postheroismus-wenn-helden-nicht-mehr-noetig-sind-100.html>
[48] Deutschlandfunk, Judith Leister, „Gibt es ein Comeback des Helden?“, am 8.3.2020, <https://www.deutschlandfunk.de/heroismus-in-postheroischen-zeiten-gibt-es-ein-comeback-des-100.html>
[49] 3Sat, „“Kulturzeit“ vom 02.06.2025: Wehrpflicht-Debatte: Frauen an die Front?“, am 2.6.2025, <https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/frauen-an-die-front-sendung-vom-02-06-2025-100.html>
[50] WDR, „Putins Spiele – Mit der Fackel durch ein kaltes Russland“, am 22.1.2014, <https://presse.wdr.de/plounge/tv/das_erste/2014/02/20140227_putins_spiele.html>
[51] Die Zeit, Andreas Rossbach, „Das Super-Putin-Jahr“, am 30.12.2017, <https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/wladimir-putin-russland-aussenpolitik>
[52] Amazon, „Generation Putin“, <https://www.amazon.de/Generation-Putin-Russland-verstehen-SPIEGEL-Buch/dp/3421047448>
[53] Süddeutsche Zeitung, „Nawalny bezeichnet Altkanzler Schröder als „Laufbursche Putins““, am 7.10.2020, <https://www.sueddeutsche.de/politik/nawalny-giftanschlag-altkanzler-schroeder-1.5057236>
[54] Die Zeit, Steffen Dobbert, „Lobbyist Pofalla in Putins Diensten“, am 24.11.2017, <https://www.zeit.de/politik/2017-11/petersburger-dialog-deutschland-russland-ronald-pofalla>
[55] ARD Mediathek, „Putins Bären – Die gefährlichsten Hacker der Welt“, am 26.2.2024, <https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwMDQ0NjI>
[56] Welt, Eduard Steiner, „Sputnik-V-Die-Wahrheit-ueber-Putins-Impfstoff.“, am 3.11.2020, <https://www.welt.de/wirtschaft/plus219222844/Sputnik-V-Die-Wahrheit-ueber-Putins-Impfstoff.html>
[57] Aargauer Zeitung, Dennis Frasch, „«Putins Giftbrühe werde ich mir bestimmt nicht spritzen» – so lief die Corona-«Arena»“, am 28.11.2020, <https://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/putins-giftbruhe-werde-ich-mir-bestimmt-nicht-spritzen-so-lief-die-corona-arena-ld.2069417>
[58] Merkur, Leon Fasse, „Trotz Sanktionen: Wie weiterhin Milliarden in Putins Kriegskasse fließen“, am 15.6.2025, <https://www.merkur.de/wirtschaft/trotz-sanktionen-wie-weiterhin-milliarden-in-putins-kriegskasse-fliessen-zr-93784774.html>
[59] RND, Denise Orlean, „Vorräte sind aufgebraucht: Putin fehlen Kartoffeln“, am 2.6.2025, <https://www.rnd.de/politik/putin-fehlen-kartoffeln-kommt-jetzt-die-lebensmittelkrise-in-russland-43Q6MMM4CFCTBI2WKQUHAETS44.html>
[60] Bundeszentrale für politische Bildung, Gemma Pörzgen, „Das Russlandbild in den deutschen Medien“, am 9.5.2018, < https://www.bpb.de/themen/europa/russland/47998/das-russlandbild-in-den-deutschen-medien/>
[61] Euro News, Jorge Liboreiro, „Brussels rebrands ‚Rearm Europe‘ plan after backlash from leaders of Italy and Spain“, am 21.3.2025, <https://www.euronews.com/my-europe/2025/03/21/brussels-confirms-rearm-europe-rebrand-after-backlash-from-italy-and-spain>
[62] Berliner Zeitung, Christian Gehrke, „Boris Pistorius zum Manifest der SPD: Dieses Papier ist „Realitätsverweigerung““, am 12.6.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/news/boris-pistorius-zum-manifest-der-spd-dieses-papier-ist-realitaetsverweigerung-li.2332668>
[63] Tagesschau, „SPD-Politiker verteidigen das Russland-„Manifest““, am 12.6.2025, <https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/spd-verteidigung-manifest-ukraine-100.html>
[64] Auswärtiges Amt, „“As long as it takes”: Die Sicherheit der Ukraine ist auch unsere Sicherheit“, am 16.2.2024, <https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/ukraine-node/sicherheitszusagen-ukraine-2644222>
[65] ZDF heute, Mathis Feldhoff, „Whatever it takes“, am 5.3.2025, <https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/merz-schulden-kehrtwende-finanzpolitik-100.html>
[66] Berliner Zeitung, Franz Becchi, „Razzia in Berlin: Stuft Deutschland die Donbass-Regionen als Terrororganisation ein?“, am 28.5.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/terrorstempel-fuer-donbass-welche-konsequenzen-deutschlands-entscheidung-hat-li.2328763>
[67] Vereinte Nationen, „Die Charta der Vereinten Nationen“, <https://unric.org/de/charta/>
[68] Berliner Zeitung, Flynn Jacobs, „Experte zu Merz-Milliarden: „Panzer? Über welche Brücken sollen die fahren?““, am 20.5.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/experte-zu-merz-milliarden-panzer-ueber-welche-bruecken-sollen-die-fahren-li.2326311>
[69] Berliner Zeitung, Flynn Jacobs, „Experte zu Merz-Milliarden: „Panzer? Über welche Brücken sollen die fahren?““, am 20.5.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/experte-zu-merz-milliarden-panzer-ueber-welche-bruecken-sollen-die-fahren-li.2326311>
[70] Berliner Zeitung, André Mielke, „Kriegshysterie: Panikraum kaufen oder lieber Russisch lernen?“, am 19.3.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/kriegshysterie-panikraum-kaufen-oder-lieber-russisch-lernen-li.2307912>
[71] EESC, „Security Action for Europe (SAFE) through the reinforcement of the European defence industry instrument“, am 11.7.2025, <https://www.eesc.europa.eu/en/our-work/opinions-information-reports/opinions/security-action-europe-safe-through-reinforcement-european-defence-industry-instrument>
[72] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „„Die Überlebenden werden die Toten beneiden!“ – Über den verordneten neuen Bunkerbauboom“, am 21.12.2024, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=126683>
[73] Spiegel, „Joschka Fischer fordert neue Atomwaffen in Europa“, am 3.12.2023, <https://www.spiegel.de/politik/joschka-fischer-fordert-neue-atomwaffen-in-europa-a-d99f081d-b281-43c5-a167-a2c9ef2d1d83>
[74] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „„Friedensmacht Europa“! – Der Gegenentwurf zum brandgefährlichen Militarismus der Europäischen Union“, am 15.12.2024, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=126188>
[75] Berliner Zeitung, Christiane Voges, „„Kriegstüchtig“: Wie Tagesschau und andere Medien die Gesellschaft auf Kriegskurs bringen“, am 16.4.2025, <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/kriegstuechtig-wie-tagesschau-und-andere-medien-die-gesellschaft-auf-kriegskurs-bringen-li.2317107>
[76] Frankfurter Rundschau, Florian Naumann, „Merz‘ neue Geheimnisse vor Putin: Experte lobt Russland-Strategie – warnt aber auch“, am 15.5.2025, <https://www.fr.de/politik/merz-neue-geheimnisse-vor-putin-experte-lobt-russland-strategie-warnt-aber-auch-zr-93733896.html>
[77] Multipolar, Jonas Tögel, „„Cognitive Warfare“: Die NATO plant den Krieg um die Köpfe“, am 16.11.2022, <https://multipolar-magazin.de/artikel/cognitive-warfare-nato>
[78] Wikipedia, „Suwalki-Lücke“, <https://de.wikipedia.org/wiki/Suwałki-Lücke>
[79] Atlantik Brücke, „Transatlantisch? Traut Euch!“, am 18.1.2021, <https://www.atlantik-bruecke.org/transatlantisch-traut-euch/>
[80] DoD, „Fact Sheet – U.S.-Ukraine Strategic Defense Framework“, am 31.8.2021, <https://media.defense.gov/2021/Aug/31/2002844632/-1/-1/0/US-UKRAINE-STRATEGIC-DEFENSE-FRAMEWORK.PDF>
[81] US Departement of State, „U.S.-Ukraine Charter on Strategic Partnership“, am 10.11.2021, <https://2021-2025.state.gov/u-s-ukraine-charter-on-strategic-partnership/>
[82] Kölner Stadt-Anzeiger, David Schmitz, „„Zweimal in die Falle getappt“ – Ukraine zerstört Putins Züge“, am 2.12.2023, <https://www.ksta.de/politik/ukraine-krieg/russland-zuege-eisenbahn-wladimir-putin-tunnel-bruecke-burjatien-sibirien-ukraine-krieg-geheimdienst-sbu-1-694545>
[83] RND, „Kiew: Zug in russisch kontrolliertem Gebiet wurde gesprengt“, am 1.6.2025, <https://www.rnd.de/politik/kiew-zug-in-russisch-kontrolliertem-gebiet-wurde-gesprengt-URJQV3PTS5N75BAM3OOQDXPIXM.html>
[84] NATO, „Building a better NATO“, am 9.6.2025, <https://www.nato.int/cps/en/natohq/opinions_235867.htm>
[85] NTV, „Scholz: „Putin darf und wird Krieg nicht gewinnen““, am 6.5.2022, <https://www.n-tv.de/politik/Scholz-Putin-darf-und-wird-Krieg-nicht-gewinnen-article23314704.html>
[86] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Vernichtungskrieg: „Das größte Sterben seit dem Dreißigjährigen Krieg“ – Vor 81 Jahren überfiel die Wehrmacht die Sowjetunion“, am 15.6.2022, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=84845>
[87] YouTube Tagesschau, „tagesschau 20:00 Uhr, 15.06.2025“, <https://www.youtube.com/watch?v=KOeWCA9W7zM>
[88] RND, „Kiew: Zug in russisch kontrolliertem Gebiet wurde gesprengt“, am 1.6.2025, <https://www.rnd.de/politik/kiew-zug-in-russisch-kontrolliertem-gebiet-wurde-gesprengt-URJQV3PTS5N75BAM3OOQDXPIXM.html>
[89] Deutschlandfunk, Nicole Deitelhoff, „Frieden retten! Aber wie? Vorstellung des neuen Friedensgutachtens“, am 2.6.2025, <https://www.deutschlandfunkkultur.de/frieden-retten-aber-wie-vorstellung-des-neuen-friedensgutachtens-100.html>
[90] NachDenkSeiten, Leo Ensel, „Von der Schönheit der Werte“, am 11.4.2023, <https://www.nachdenkseiten.de/?p=96169>
[91] Internationale Politik, „Interview mit Carlo Masala: „Ich halte unsere Gesellschaft für nicht besonders wehrhaft““, am 21.6.2023, <https://internationalepolitik.de/de/interview-mit-carlo-masala-ich-halte-unsere-gesellschaft-fuer-nicht-besonders-wehrhaft>
[92] Bundesregierung Archiv, „Regierungserklärung von Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar 2022“, am 27.2.2022, <https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/archiv/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-am-27-februar-2022-2008356>