Quelle: American political prints, 1766–1876 / Bernard F. Reilly. Boston: G.K. Hall, 1991, Eintrag 1830-1. CC. Picryl. Public domain <https://picryl.com/media/united-states-slave-trade-1830>

Von Eric Toussaint | veröffentlicht am 27. Juni 2026, Kategorie: Gesellschaft & Geschichte

Die westliche Hemisphäre: Eine durch Krieg geprägte Geschichte der Vereinigten Staaten

Da die Vereinigten Staaten und Israel am 28. Februar 2026 eine neue groß angelegte militärische Aggression gegen den Iran und den Libanon starteten und gleichzeitig den Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung in Gaza sowie die Annexion des Westjordanlands fortsetzten, ist es wichtig, die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika aus historischer Perspektive zu analysieren.

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Diese historische Studie ist Teil einer Artikelserie, in der der Autor die Außenpolitik der Trump-Regierung und der ihr vorausgegangenen Regierungen analysiert.

Die offizielle Geschichte der Vereinigten Staaten wird oft als vorbildliche Geschichte einer Nation dargestellt, die durch den Kampf um Freiheit und die schrittweise Ausweitung demokratischer Rechte geprägt wurde. Ein kritischer Blick offenbart jedoch eine andere, weniger beachtete Kontinuität: den Krieg als grundlegendes Instrument amerikanischer Macht. Von den Kolonialfeldzügen gegen die indianischen Völker über Sklaverei und Rassentrennung bis hin zu militärischen Interventionen und Staatsstreichen in Lateinamerika und der Karibik war die territoriale, wirtschaftliche und politische Expansion der Vereinigten Staaten eng mit organisierter Gewalt verbunden. Dieser Artikel zeichnet diesen historischen Verlauf nach, um zu zeigen, dass es sich hierbei nicht um vereinzelte Episoden oder zufällige Abweichungen handelt, sondern um eine strukturelle Logik, die die Entstehung und den Einfluss der Vereinigten Staaten von ihren Anfängen bis heute begleitet hat.

Teil 1-6

1. Die neue Doktrin der US-Außenpolitik unter Trump oder: Neofaschismus an der Spitze der weltweit führenden Militärmacht [1]

2. Warum hat Washington China zu seinem zentralen strategischen Gegner erklärt? [2]

3. Trump, Europa und die internationale neofaschistische Bewegung: Von der ideologischen Unterstützung zur politischen Koordinierung [3]

4. China–USA: Asymmetrische Rivalität aus historischer und internationalistischer Perspektive [4]

5. Der ehemalige honduranische Narco-Präsident Hernández begnadigt, Maduro entführt: Trumps Zynismus [5]

6. Trump und die ungehemmte imperialistische Vorherrschaft über die westliche Hemisphäre [6]

Die Unterdrückung der amerikanischen Ureinwohner

Die vorherrschende Darstellung der US-Geschichte präsentiert sich als die Geschichte einer Nation, die aus einem Freiheitskampf hervorgegangen ist und deren demokratische Rechte sich nach und nach ausgeweitet haben. Diese Interpretation ist zutiefst irreführend. Die Geschichte der Vereinigten Staaten ist vor allem eine Geschichte der gewaltsamen Eroberung durch europäische Mächte und ihre Kolonisten, die lange vor 1776 auf Kosten der amerikanischen Ureinwohner begann.

Ab dem 17. Jahrhundert führten europäische Kolonisten auf dem Gebiet, das später zu den Vereinigten Staaten werden sollte, einen langwierigen Kolonialkrieg gegen die Stämme der amerikanischen Ureinwohner. Dieser Krieg war weder nebensächlich noch defensiv: Seine Ziele waren die Aneignung von Land, die Zerstörung indigener Gesellschaften und die Durchsetzung einer Kolonialordnung, die auf rassischen Hierarchien beruhte. Massaker an Zivilisten, die Zerstörung von Dörfern, Zwangsumsiedlungen, Sklaverei und mit Gewalt auferlegte Verträge waren die üblichen Instrumente dieser Eroberung.

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1776 brachen die Vereinigten Staaten nicht mit dieser Logik, sondern wandelten sie um. Koloniale Gewalt wurde zur staatlichen Politik, die im Namen der Republik ausgeübt wurde. Die Kriege gegen die indianische Bevölkerung im 19. Jahrhundert im Rahmen der „Indian Removal“ [7], der Politik der Beschränkung auf Reservate und der Ausrottung ganzer Völker setzten frühere koloniale Praktiken fort und verstärkten sie noch.

Rekonstruierte Karte der geografischen Gebiete, in denen die verschiedenen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner in den Vereinigten Staaten gesprochen wurden. (Karte: William C. Sturtevant, Smithsonian Institute, USGS-Karte von 1967, gemeinfrei)

Nachdem die innere Eroberung weitgehend abgeschlossen war, wurde dieser Ansatz im Laufe des 19. Jahrhunderts über die Landesgrenzen hinaus ausgeweitet. Die westliche Hemisphäre, die sich von Grönland und Kanada im Norden bis nach Chile und Argentinien im Süden erstreckt, entwickelte sich zu einem neuen Raum für Expansion, Einmischung und Herrschaft. Die Geschichte der Vereinigten Staaten in Lateinamerika und der Karibik ist geprägt von Kriegen, Besetzungen, Staatsstreichen, Wirtschaftssanktionen sowie direkten oder indirekten militärischen Interventionen.

Diese Expansion entspringt der dem Kapitalismus innewohnenden Tendenz, sich durch die Ausweitung seiner Märkte und die Ausdehnung seiner Kontrolle über die Bevölkerungsgruppen, die er ausbeuten kann, sowie über die Ressourcen, die er gewinnen will, weiterzuentwickeln. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, das durch den Aufstieg großer, monopolistischer kapitalistischer Unternehmen mit zunehmend internationalen und globalen Ambitionen gekennzeichnet war, hat sich diese Tendenz mit häufigen Interventionen in formal unabhängigen Ländern sowie in einer neuen Phase der Kolonialisierung manifestiert (wie beispielsweise der Aufteilung des afrikanischen Kontinents unter den europäischen Mächten auf der Berliner Konferenz im Jahr 1885).

Es versteht sich von selbst, dass das kapitalistische System von seinen Anfängen bis zu seiner Festigung nicht nur die Vertreibung indigener Gemeinschaften, die Versklavung afrikanischer Völker und imperialistische Interventionen umfasst, sondern auch die Ausbeutung der Arbeiterklasse in den Vereinigten Staaten. Wir erwähnen dies hier, doch handelt es sich um einen Aspekt dieses Prozesses, auf den wir in diesem Artikel nicht näher eingehen werden.

Die Versklavung von Menschen afrikanischer Herkunft und die Politik der Rassentrennung

Um das Bild der strukturellen Gewalt, die die Geschichte der Vereinigten Staaten geprägt hat, zu vervollständigen, muss unbedingt die Versklavung von Afrikanern und ihren Nachkommen berücksichtigt werden, die in der Kolonialzeit begann und nach der Unabhängigkeit institutionalisiert wurde.

Ab dem 17. Jahrhundert und insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert wurden Millionen von Afrikanern im Rahmen des transatlantischen Sklavenhandels gewaltsam nach Nordamerika verschleppt.

Als Sklaven galten sie als bewegliches Eigentum; ihnen wurden die Freiheit, die Bürgerrechte und jegliche rechtliche Anerkennung als Personen vorenthalten. Ihre Zwangsarbeit bildete eine der wirtschaftlichen Grundlagen der Kolonien und später der jungen Vereinigten Staaten, insbesondere auf den Tabak-, Baumwoll-, Reis- und Zuckerrohrplantagen des Südens. Die Bedingungen ihrer Ausbeutung waren extrem hart: erschöpfende Arbeitstage, körperliche Gewalt, Trennung von der Familie und ein völliger Mangel an rechtlichem Schutz vor Missbrauch. Die Sklaverei basierte auf einem hierarchischen Rassensystem, das die Hautfarbe mit dem sozialen Status verband und das Unterdrückung durch pseudowissenschaftliche und religiöse Theorien rechtfertigte.

Reproduktion eines Flugblatts, das für eine Sklavenauktion in Charleston, South Carolina, im Jahr 1769 wirbt. Wikimedia Commons. Public Domain, <https://picryl.com/media/slave-auction-ad-a85ad0>

Natürlich gab es eine bedeutende Anti-Sklaverei-Bewegung, die sich aus verschiedenen Strömungen zusammensetzte – von den gemäßigsten und institutionellsten bis hin zu den radikalsten und aufständischsten, vertreten durch Persönlichkeiten wie John Brown. Zusammen mit dem Widerstand der Sklaven machte die Anti-Sklaverei-Bewegung das Thema Sklaverei immer wieder zu einem zentralen und unvermeidlichen Thema in der US-Politik.

Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861–1865) wurde hauptsächlich zwischen den Sklavenhalterstaaten des Südens und den Staaten des Nordens ausgetragen. Er führte 1865 zur Verabschiedung des 13. Zusatzartikels zur Verfassung, der die Sklaverei offiziell abschaffte. Diese Abschaffung beendete jedoch weder die Diskriminierung noch die Gewalt. Während der als „Reconstruction“ (Wiederaufbau) bekannten Zeit (1865–1877) wurden rechtliche Fortschritte erzielt, insbesondere durch den 14. und 15. Verfassungszusatz, die schwarzen Männern die Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht garantierten. Außerdem wurden während der Besetzung des ehemals Sklaven haltenden Südens durch Bundestruppen, Maßnahmen ergriffen, um die Freigelassenen vor Ausbeutung durch Geldverleiher und ehemalige Herren zu schützen. Ihr Wahlrecht wurde gesichert, schwarze Amtsträger wurden gewählt und Universitäten gegründet, um der ehemals versklavten schwarzen Bevölkerung Zugang zu ermöglichen. Das klassische Werk des afroamerikanischen Soziologen W. E. B. Du Bois, Black Reconstruction in America, zeichnet die Geschichte dieser Zeit nach. Doch diese Errungenschaften wurden schnell untergraben, als die Kapitalistenklasse im Norden diese radikalen Maßnahmen aufgab und sich mit dem Aufstieg weißer suprematistischer Gruppen im Süden arrangierte, was Ende des 19. Jahrhunderts zur Konsolidierung der Macht durch die vormals herrschenden weißen Klassen im Süden und zur Verabschiedung der sogenannten „Jim-Crow“-Gesetze führte, die Rassentrennung und Diskriminierung durchsetzten.

Diese Segregationsgesetze führten zu einer strengen Rassentrennung in Schulen, Verkehrsmitteln, öffentlichen Einrichtungen und im Wohnungswesen. Sie wurden 1896 durch das Urteil des Obersten Gerichtshofs unter dem Motto „getrennt, aber gleichberechtigt“ bestätigt. In der Realität waren die Dienstleistungen und die Infrastruktur für Afroamerikaner systematisch schlechter. Hinzu kamen politische Ausgrenzung durch Alphabetisierungstests und Wahlsteuern sowie ein Klima der Angst, das von Lynchmorden und rassistischer Gewalt geprägt war.

Dieses System der gesetzlichen Rassentrennung bestand bis in die 1950er und 1960er Jahre fort. Die Bürgerrechtsbewegung, angeführt von verschiedenen prominenten Persönlichkeiten und Organisationen, führte zu bedeutenden Reformen: dem Urteil von 1954, das die Rassentrennung in Schulen für verfassungswidrig erklärte, gefolgt vom Civil Rights Act von 1964 und dem Voting Rights Act von 1965, die Rassendiskriminierung untersagten und das Wahlrecht sicherten. Trotz dieser rechtlichen Fortschritte haben die aus der Sklaverei und der Rassentrennung herrührenden Ungleichheiten weiterhin nachhaltige Auswirkungen auf wirtschaftlicher, sozialer und territorialer Ebene.

So ist die Geschichte der Vereinigten Staaten nicht nur von Enteignung und Gewalt gegen die Stämme der amerikanischen Ureinwohner geprägt, sondern auch von Sklaverei und Rassentrennung gegenüber Afroamerikanern – zwei unterschiedliche Unterdrückungssysteme, die beide einen prägenden Einfluss auf die Entwicklung des Landes hatten.

„Verkauf von Sklaven“, The Savannah Republican, 8. Februar 1859. (Wikimedia Commons, Public Domain)

Die Monroe-Doktrin

Im Jahr 1823 verabschiedete die Regierung der Vereinigten Staaten die Monroe-Doktrin, benannt nach dem republikanischen Präsidenten James Monroe. Diese Doktrin verurteilte jegliche europäische Einmischung in die Angelegenheiten „Amerikas“. In der Praxis verbarg sie jedoch eine zunehmend aggressive Politik der territorialen Expansion seitens der Vereinigten Staaten, die den unabhängig gewordenen lateinamerikanischen Staaten zum Nachteil gereichte. Diese Expansion begann mit der Annexion bedeutender Teile Mexikos in den 1840er Jahren, darunter Texas, New Mexico, Arizona, Kalifornien, Colorado, Nevada und Utah. Amerikanische Truppen besetzten im September 1847 Mexiko-Stadt und eroberten im selben Jahr auch den strategisch wichtigen Hafen von Veracruz.

Nach der Eroberung großer Teile Mexikos schlossen sich die mexikanische Bevölkerung und ihre Nachkommen in den annektierten Gebieten den anderen Teilen der amerikanischen Bevölkerung an, die im amerikanischen sozialen und politischen System verschiedene Formen der Vertreibung, Ausgrenzung und Rechtsverweigerung erlebten.

Im Jahr 1898 erklärten die Vereinigten Staaten Spanien den Krieg und eroberten auf verschiedene Weise vier seiner Kolonien: Kuba, Puerto Rico, die Philippinen und Guam.

Insbesondere im Jahr 1902 versäumte es Washington – in Abweichung von den Grundsätzen der Monroe-Doktrin –, Venezuela zu verteidigen, als das Land einer bewaffneten Aggression durch Deutschland, Großbritannien, Italien und den Niederlanden ausgesetzt war, mit der es zur Begleichung seiner Schulden gezwungen werden sollte. In der Folge intervenierten die Vereinigten Staaten auf diplomatischem Wege, um sicherzustellen, dass Caracas die Rückzahlung der Schulden wieder aufnahm. Washingtons Haltung löste erhebliche Kontroversen unter verschiedenen lateinamerikanischen Regierungen aus, insbesondere beim argentinischen Außenminister Luis M. Drago, der erklärte:

„Der Grundsatz, den ich gerne anerkannt sehen würde, lautet, dass Staatsschulden keinen Anlass zu einer bewaffneten Intervention geben dürfen, geschweige denn zur physischen Besetzung des Hoheitsgebiets amerikanischer Nationen durch eine europäische Macht.“

Dies wurde später als Drago-Doktrin bekannt. Die Debatten zwischen den Regierungen führten zu einer internationalen Konferenz in Den Haag, die unter anderem 1907 zur Verabschiedung der Drago-Porter-Konvention (benannt nach Horace Porter, einem amerikanischen Offizier und Diplomaten) führte. Diese Konvention sah vor, dass Schiedsverfahren das erste Mittel zur Konfliktlösung sein sollten: Jeder Vertragsstaat der Konvention musste sich bereit erklären, sich einem Schiedsverfahren zu unterwerfen und in gutem Glauben daran teilzunehmen; andernfalls würde der Staat, der die Rückzahlung seiner Schulden forderte, das Recht zurückerhalten, zur Erreichung seiner Ziele Waffengewalt anzuwenden. Washington verstieß wiederholt gegen diese Konvention.

Im Jahr 1903 unterstützte und förderte Präsident Theodore Roosevelt die Abspaltung von Kolumbien und die Unabhängigkeit Panamas. Sein Ziel war es, den Panamakanal unter der Kontrolle Washingtons bauen und betreiben zu können.

Im Jahr 1904 verkündete derselbe Präsident, dass sich die Vereinigten Staaten als „Polizist Amerikas“ betrachteten. Er formulierte das sogenannte Roosevelt-Korollar zur Monroe-Doktrin:

„Chronisches Fehlverhalten oder eine Ohnmacht, die zu einer allgemeinen Lockerung der Bindungen der zivilisierten Gesellschaft führt, kann in Amerika wie auch anderswo letztendlich das Eingreifen einer zivilisierten Nation erforderlich machen, und in der westlichen Hemisphäre könnte die Einhaltung der Monroe-Doktrin durch die Vereinigten Staaten diese zwingen, in eklatanten Fällen solchen Fehlverhaltens oder solcher Ohnmacht – so widerwillig dies auch geschehen mag – eine internationale Polizeigewalt auszuüben.“ [8]

Im Jahr 1915 marschierten die Vereinigten Staaten unter dem Vorwand, Schulden einzutreiben, in Haiti ein und besetzten das Land bis 1934. Der uruguayische Autor Eduardo Galeano schrieb:

„Die Vereinigten Staaten besetzten Haiti zwanzig Jahre lang und führten in diesem schwarzen Land, das Schauplatz des ersten erfolgreichen Sklavenaufstands gewesen war, Rassentrennung und Zwangsarbeit ein; dabei töteten sie bei einer ihrer Unterdrückungsaktionen 1.500 Arbeiter (laut einer Untersuchung des US-Senats aus dem Jahr 1922), und als die lokale Regierung sich weigerte, die Nationalbank in eine Zweigstelle der National City Bank of New York umzuwandeln, setzten sie die Zahlung der Bezüge aus, die üblicherweise an den Präsidenten und seine Minister gezahlt wurden, um sie zu einer Kehrtwende zu zwingen.“ [9].

Im gleichen Zeitraum fanden weitere militärische Interventionen der USA statt: die Entsendung von Besatzungstruppen nach Nicaragua im Jahr 1909 sowie zwischen 1912 und 1933; die Besetzung des Hafens von Veracruz in Mexiko im Jahr 1914 während der Revolution; die Besetzung der Dominikanischen Republik von 1916 bis 1924; der Feldzug gegen die Revolution und insbesondere gegen die Truppen von Pancho Villa im Norden Mexikos. Diese Liste ist nicht vollständig.

Man sollte nicht vergessen, dass US-Interventionen in mehreren Fällen den Auftakt zur Errichtung langjähriger und blutiger Diktaturen nach dem Abzug der amerikanischen Truppen bildeten. Dies war in der Dominikanischen Republik und in Nicaragua der Fall: Die Diktaturen von Somoza und Trujillo wurden von Persönlichkeiten angeführt, die als Offiziere in Militärkorps aufgestiegen waren, die von der amerikanischen Besatzungsmacht geschaffen und ausgebildet worden waren.

Die Vereinigten Staaten und die Schuldenfrage

Diese kurze Zusammenfassung der US-Interventionen und der Politik in Amerika im 19. und frühen 20. Jahrhundert hilft dabei, Washingtons wahre Beweggründe für die Ablehnung der von Kuba im Jahr 1898 geforderten Schulden zu verstehen (siehe: Die Ablehnung der von Spanien im Jahr 1898 von Kuba geforderten Schulden durch die USA: Wie sieht es mit Griechenland, Zypern, Portugal usw. aus? [10]) sowie gegenüber Costa Rica in den 1920er Jahren (siehe: Was andere Länder von Costa Ricas Schuldenverweigerung lernen können [11]). Nachdem die Vereinigten Staaten im Juni 1898 die spanische imperiale Armee vor der Küste von Santiago de Cuba besiegt hatten, weigerten sie sich, die Schulden zu übernehmen, die die Gläubiger der spanischen Kolonie von Kuba einforderten. Washington erklärte diese „unrechtmäßigen Schulden“ [12] für null und nichtig und begründete dies damit, dass sie zur Aufrechterhaltung der Kolonialherrschaft gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kubaner verwendet worden seien. Washington nutzte dieses Argument auf äußerst opportunistische Weise, da die Vereinigten Staaten die Insel de facto beherrschen wollten, ohne die Zahlung der Schulden übernehmen zu müssen. Dasselbe taten sie nach der Invasion des Irak im Jahr 2003 (siehe: The Odious Iraqi Debt [13]). Was den Schuldenerlass für Costa Rica gegenüber einer großen britischen Bank nach dem Ersten Weltkrieg betrifft, verteidigten die Vereinigten Staaten Costa Rica erneut opportunistisch, mit dem Ziel, den Einfluss Großbritanniens – damals noch die weltweit führende imperialistische Macht – in der westlichen Hemisphäre zu schwächen. Es lag im besten Interesse der Vereinigten Staaten [14], im Rahmen der Monroe-Doktrin – einer US-Politik, die sich gegen den europäischen Kolonialismus in Amerika richtet – als Beschützer Costa Ricas aufzutreten.

Die Aussage von Generalmajor Smedley D. Butler

Im Jahr 1935 beschrieb Generalmajor Smedley D. Butler – der an zahlreichen US-Expeditionen in Amerika teilgenommen hatte – in seinen Schriften, die er im Ruhestand verfasste, die Politik Washingtons wie folgt:

„Ich habe 33 Jahre und vier Monate im aktiven Militärdienst verbracht, und während dieser Zeit war ich größtenteils als hochkarätiger Schläger im Dienste der Großkonzerne, der Wall Street und der Banker tätig. Kurz gesagt, ich war ein Gangster, ein Handlanger des Kapitalismus. Ich habe 1914 dazu beigetragen, Mexiko und insbesondere Tampico für amerikanische Ölinteressen sicher zu machen. Ich habe dazu beigetragen, Haiti und Kuba zu einem geeigneten Ort für die Jungs der National City Bank zu machen, um dort Einnahmen einzutreiben. Ich half dabei, ein halbes Dutzend zentralamerikanischer Republiken zum Vorteil der Wall Street auszuplündern. Ich half dabei, Nicaragua zwischen 1902 und 1912 für das internationale Bankhaus Brown Brothers zu säubern. Ich brachte 1916 Licht in die Dominikanische Republik für die amerikanischen Zuckerinteressen. Ich half 1903 dabei, Honduras für die amerikanischen Obstkonzerne herzurichten.“ [15]

Es sei darauf hingewiesen, dass Butler zu dem Zeitpunkt, als er dies schrieb, zu einem vehementen Kritiker der US-Militärinterventionen und der Politik geworden war, an denen er zuvor selbst mitgewirkt hatte.

Direkte militärische Interventionen der USA in der westlichen Hemisphäre vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis 2026

Seit 1945 haben die Vereinigten Staaten eine Reihe militärischer Interventionen in der westlichen Hemisphäre durchgeführt, wobei sie zwischen verdeckten Operationen, Stellvertreterkriegen und konventionellen Militäreinsätzen wechselten. Ich werde hier nur auf die bekanntesten direkten bewaffneten Interventionen eingehen.

Die erste große Operation der Nachkriegszeit fand 1954 in Guatemala statt. Die Eisenhower-Regierung orchestrierte über die CIA den Sturz von Präsident Jacobo Árbenz (Operation PBSUCCESS). Diese Aktion erforderte keine massive Landung amerikanischer Truppen: Der Putsch der Generäle gegen den verfassungsmäßigen Präsidenten profitierte von der Intervention mehrerer hundert Kämpfer, die von der CIA ausgebildet und bewaffnet worden waren, sowie von psychologischer Kriegsführung und logistischer Unterstützung. Ziel war es, die Fortsetzung der Agrarreform und die Verstaatlichung amerikanischer Unternehmen im agroindustriellen Sektor zu verhindern.

Im Jahr 1961 richtete sich die Aufmerksamkeit auf Kuba. Die Operation in der Schweinebucht, die darauf abzielte, die Revolutionsregierung zu stürzen, mobilisierte rund 1.400 kubanische Exilanten (Brigade 2506), die von Washington ausgebildet und ausgerüstet worden waren. Obwohl die Vereinigten Staaten die Operation vollständig geplant und unterstützt hatten, kämpfte offiziell keine reguläre amerikanische Division vor Ort. Das Scheitern kam schnell und war politisch kostspielig. Das kubanische Volk mobilisierte sich, um den revolutionären Prozess zu verteidigen.

Der qualitative Sprung erfolgte 1965 in der Dominikanischen Republik. Juan Bosch, ein progressiver Intellektueller, war der erste demokratisch gewählte Präsident nach dem Sturz des Diktators Trujillo. Sieben Monate nach seiner Amtseinführung wurde er durch einen Militärputsch gestürzt, der von der konservativen Elite unterstützt wurde, die ihm vorwarf, „zu links“ oder Pro-kommunistisch zu sein. Angesichts des Widerstands gegen den Putsch startete Washington die Operation Power Pack. Rund 22.000 amerikanische Soldaten wurden entsandt (mehr als 40.000 sollten während der Operation auf der Insel im Einsatz sein). Die amerikanischen Verluste beliefen sich auf mehrere Dutzend. Auf dominikanischer Seite lag die Zahl der Todesopfer nach allgemein anerkannten Schätzungen zwischen 2.000 und 4.000, darunter sowohl Zivilisten als auch Kämpfer.

In den 1980er Jahren wurde in Nicaragua eine eher indirekte Strategie verfolgt. Die Reagan-Regierung führte keine konventionelle Invasion durch, sondern unterstützte, finanzierte und bildete die „Contras“ im Kampf gegen die sandinistische Regierung aus. Diese Kampagne war ein Stellvertreterkrieg: ohne massiven Einsatz amerikanischer Truppen, aber mit Beratern, verdeckter Überwachung und umfangreicher, strukturierter logistischer Unterstützung. Ganz zu schweigen von der Verlegung von Unterwasserminen in Nicaraguas wichtigsten Häfen (Corinto, Puerto Sandino und El Bluff) zwischen Ende 1983 und Anfang 1984. Die CIA überwachte die Operation direkt. Nach einer Klage Nicaraguas erließ der Internationale Gerichtshof (IGH) ein berühmtes Urteil, in dem er die Vereinigten Staaten wegen der rechtswidrigen Anwendung von Gewalt scharf verurteilte [16].

Das Gericht stellte fest, dass die Verminung von Häfen und Angriffe auf Ölanlagen einen Verstoß gegen die Verpflichtung darstellten, keine Gewalt gegen einen anderen Staat anzuwenden. Im Laufe des Verfahrens nahmen die USA ihre Anerkennung der verbindlichen Zuständigkeit des IGH zurück.

Washington machte daraufhin im UN-Sicherheitsrat von seinem Vetorecht Gebrauch, um die Vollstreckung des Urteils (das die Zahlung einer Entschädigung in Höhe von schätzungsweise mehreren Milliarden Dollar vorsah) zu blockieren. Dennoch bleibt dieses Urteil des IGH die grundlegende Referenz im Völkerrecht für das Verbot der Gewaltanwendung und den Grundsatz der Nichteinmischung.

In El Salvador, Guatemala und Honduras griffen die CIA und amerikanische Militärexperten in dieser Zeit systematisch ein, um repressive antikommunistische Regime zu unterstützen.

1983 marschierten die Vereinigten Staaten in Grenada ein (Operation „Urgent Fury“). Etwa 7.000 amerikanische Soldaten landeten, um eine stark geschwächte linke Regierung zu stürzen, nachdem eine ihrer Fraktionen Maurice Bishop und andere Führer der New Jewel Movement, einer politischen Organisation in Grenada, die sich für sozialistische Politik einsetzte, abgesetzt und hingerichtet hatte. Die Regierung von Grenada verfügte nur über eine Armee von etwa 1.000 Kämpfern. Die Operation war kurz und markierte die Rückkehr direkter und offener militärischer Interventionen.

Im Dezember 1989 war die Intervention in Panama die umfangreichste seit der in der Dominikanischen Republik. Im Rahmen der Operation „Just Cause“ wurden rund 27.000 amerikanische Soldaten mobilisiert, um General Manuel Noriega zu stürzen und vor allem die Kontrolle über den Panamakanal zu sichern. Es gab Dutzende amerikanische Opfer. Die Zahl der panamaischen Opfer ist nach wie vor umstritten: Schätzungen schwanken zwischen 500 und 3.000 Toten, darunter sowohl Militärangehörige als auch Zivilisten, wobei sich die Kämpfe auf die Stadtteile von Panama-Stadt konzentrierten, insbesondere auf El Chorrillo.

Operation „Just Cause“ in Panama im Jahr 1989,
Thema/Serie: JUST CAUSE
Stützpunkt: Arraijan
Land: Panama (PAN)
Kameramann: PH1 Elliott
Freigabestatus: Für die Öffentlichkeit freigegeben
Digitale Fotodateien des Combined Military Service. Public Domain. Picryl. <https://picryl.com/media/marines-of-company-d-2nd-light-armored-infantry-battalion-stand-guard-with-e6e7f9>

1994 intervenierte Washington in Haiti (Operation „Uphold Democracy“). Fast 25.000 amerikanische Soldaten wurden entsandt.

Was die militärische Aggression gegen Venezuela am 3. Januar 2026 betrifft, so waren etwa 150 Flugzeuge an der Offensive beteiligt. Darunter befanden sich F-35A-Stealth-Kampfflugzeuge (vom ehemaligen Marinestützpunkt Roosevelt Roads in Puerto Rico), die zur Zerstörung von S-300-Flugabwehrbatterien und -Radaranlagen eingesetzt wurden, sowie ein Dutzend Transport- und Kampfhubschrauber des 160. SOAR (Special Operations Aviation Regiment). Der Angriff wurde von Elite-Einheiten der Delta Force durchgeführt, die per Hubschrauber direkt zum Präsidentenkomplex Miraflores und nach Fort Tiuna transportiert wurden. Schätzungen zufolge nahmen mehrere hundert Kommandosoldaten an dem direkten Angriff teil, während Tausende von Marinesoldaten auf den Schiffen in Alarmbereitschaft blieben. Neben dem Präsidentenkomplex wurden bei den Angriffen Forschungszentren, Lagerhäuser für medizinische Güter in La Guaira und Kommunikationsantennen zerstört, um das venezolanische Kommando lahmzulegen. Auf See diente die amphibische Angriffsgruppe der USS Iwo Jima (LHD-7) als logistisches Zentrum der Operation. Sie wurde von einer Flotte aus Zerstörern und dem Flugzeugträger USS Gerald R. Ford unterstützt. Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden in ihrer Residenz gefangen genommen, sofort gewaltsam über den Militärstützpunkt Guantánamo nach New York gebracht und in einem Gefängnis in Brooklyn inhaftiert, wo sie auf einen Prozess warten, der 2027 beginnen soll. Die US-Intervention führte zum Tod von mehr als 80 venezolanischen und kubanischen Kämpfern, die versucht hatten, das Präsidentenpaar zu schützen.

In dieser Liste, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, habe ich nur Angriffe aufgeführt, bei denen eine beträchtliche Anzahl von amerikanischen Militärangehörigen oder von ihnen ausgebildete und befehligte Söldner zum Einsatz kamen. Hinzu kommt eine große Zahl von Staatsstreichen, die auf Veranlassung und/oder mit Unterstützung der Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre durchgeführt wurden, darunter die folgenden:

Kolumbien (1953): Staatsstreich durch Gustavo Rojas Pinilla.

Brasilien (1964): Militärputsch gegen João Goulart mit logistischer Unterstützung durch die Operation Brother Sam.

Bolivien (1964): Sturz von Víctor Paz Estenssoro durch General René Barrientos.

Bolivien (1971): Staatsstreich von General Hugo Banzer gegen Juan José Torres.

Chile (1973): Sturz (und Tod) von Salvador Allende durch General Augusto Pinochet (Unterstützung durch die CIA und wirtschaftlicher Druck).

Uruguay (1973): „zivil-militärischer Staatsstreich“.

Argentinien (1976): Sturz von Isabel Perón durch eine Militärjunta unter der Führung von Jorge Rafael Videla.

Venezuela (2002): Putschversuch gegen Hugo Chávez (sofortige diplomatische Unterstützung durch die Vereinigten Staaten, doch der Putsch scheiterte innerhalb von weniger als zwei Tagen).

Haiti (2004): erzwungene Abreise von Präsident Jean-Bertrand Aristide (Vorwürfe der Entführung durch US-Streitkräfte während eines Aufstands).

Honduras (2009): Sturz von Manuel Zelaya (umstrittene diplomatische Anerkennung der Übergangsregierung).

Bolivien (2019): erzwungener Rücktritt von Evo Morales.

Venezuela (2019): Washington erkennt Juan Guaidó als Präsidenten an und Trump fordert das venezolanische Militär auf, Präsident Maduro zu stürzen

Die Liste ist bei weitem nicht vollständig.

Seit 1945 umfassten die Interventionen der USA in der westlichen Hemisphäre eine Vielzahl von Maßnahmen, von verdeckten Operationen über Stellvertreterkriege bis hin zu konventionellen Militäreinsätzen. Der Umfang dieser Einsätze variierte erheblich, von einigen hundert Mann in Guatemala bis zu über 27.000 Soldaten in Panama. Die menschlichen Folgen dieser Interventionen waren für die betroffenen Nationen tiefgreifend, insbesondere in der Dominikanischen Republik und in Panama.

Chronologie militärischer Interventionen und Aggressionen (zusammengestellt von Eric Toussaint anhand verschiedener Quellen)

Fazit: Imperiale Kontinuität – von der Landnahme bis zur Vorherrschaft auf dem gesamten Kontinent

Eine historische Untersuchung der Kriege, die auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten und in der westlichen Hemisphäre geführt wurden, offenbart eine grundlegende Kontinuität. Gewalt ist in der amerikanischen Geschichte keine Ausnahmeerscheinung: Sie ist ihr Grundgerüst. Von der Zerstörung der Stämme der amerikanischen Ureinwohner bis hin zu den anhaltenden Einmischungen in Lateinamerika und der Karibik hat sich dieselbe Logik über die Jahrhunderte hinweg wiederholt.

Die indigenen Völker waren die ersten Opfer dieser Entwicklung: Sie wurden ihres Landes beraubt, durch Kriege dezimiert, in Reservate verbannt und ihrer Souveränität beraubt. Dieser im Namen des Fortschritts und der Zivilisation geführte Bürgerkrieg bildete den ideologischen und militärischen Rahmen für spätere Interventionen. Die Schließung der „Grenze“ beendete die Expansion nicht, sondern verlagerte sie lediglich.

Im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts haben die Vereinigten Staaten diese Logik unter immer neuen Vorwänden auf die gesamte westliche Hemisphäre ausgeweitet: den Kampf gegen den Kommunismus, die Verteidigung der Demokratie, den Krieg gegen den Terrorismus. Die Methoden haben sich weiterentwickelt, doch die Ziele sind dieselben geblieben: die Kontrolle über Gebiete, Ressourcen und die politischen Entscheidungen der Völker.

Diese Kontinuität anzuerkennen, ist keine ideologische Übung, sondern eine politische und historische Notwendigkeit. Sie lässt uns erkennen, dass die heutigen Eingriffe keinen Bruch mit der Vergangenheit darstellen, sondern die Fortsetzung eines langen Prozesses sind.

Solange diese Geschichte verborgen bleibt oder heruntergespielt wird, kann die Gewalt, die sie hervorbringt, weiterhin als notwendig oder legitim dargestellt werden.

Dieser Artikel hingegen versucht, Tatsachen beim Namen zu nennen, den unterdrückten Völkern wieder eine Stimme zu geben und an eine offensichtliche Wahrheit zu erinnern, die allzu oft verschleiert wird: Die amerikanische Macht wurde durch Krieg und andere Formen der Gewalt aufgebaut und wird bis heute auf diese Weise aufrechterhalten.

Dieser Text wurde zuerst am 04.03.2026 auf www.cadtm.org unter der URL <https://www.cadtm.org/Western-Hemisphere-A-History-of-the-United-States-Written-by-War> veröffentlicht. Lizenz: Eric Toussaint, CADTM, CC BY-NC-ND 4.0

Autor: Eric Toussaint

Eric Toussaint ist Historiker und Politikwissenschaftler, promovierte an den Universitäten Paris VIII und Lüttich, ist Sprecher des CADTM International und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von ATTAC Frankreich. Von April 2015 bis November 2015 war er wissenschaftlicher Koordinator der griechischen Wahrheitskommission zur Staatsverschuldung.

Quellen:


[1] Eric Toussaint (11.01.2026): „The new doctrine of US international policy under Trump, or neo-fascism at the helm of the world’s leading military power“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/The-new-doctrine-of-US-international-policy-under-Trump>

[2] Eric Toussaint (19.01.2026): „Why Washington has made China its central strategic adversary?“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/Why-Washington-has-made-China-its-central-strategic-adversary>

[3] Eric Toussaint (26.01.2026): „Trump, Europe and the international neo-fascist movement : from ideological support to political coordination“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/Trump-Europe-and-the-international-neo-fascist-movement-from-ideological>

[4] Eric Toussaint, Cyn Huang (06.02.2026): „China–United States : asymmetrical rivalry from a historical and internationalist perspective“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/China-United-States-asymmetrical-rivalry-from-a-historical-and-internationalist>

[5] Eric Toussaint (18.02.2026): „Former Honduran narco-president Hernández pardoned, Maduro kidnapped : Trump’s cynicism“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/Former-Honduran-narco-president-Hernandez-pardoned-Maduro-kidnapped-Trump-s>

[6] Eric Toussaint (18.02.2026): „Trump and the uninhibited imperialist domination of the Western Hemisphere“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/Trump-and-the-uninhibited-imperialist-domination-of-the-Western-Hemisphere>

[7] Unter „Indian Removal“ versteht man die Politik der gewaltsamen Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner, die von der Regierung der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert umgesetzt wurde. Sie wurde offiziell mit dem „Indian Removal Act“ eingeführt, der 1830 unter Präsident Andrew Jackson verabschiedet wurde. Dieses Gesetz ermächtigte die Bundesregierung – oft unter Zwang – den Tausch von Land, das von Stämmen der amerikanischen Ureinwohner östlich des Mississippi bewohnt wurde, gegen Gebiete weiter westlich auszuhandeln, die später zu Oklahoma wurden. In der Praxis führte diese Politik zu massiven und gewaltsamen Vertreibungen, bei denen Tausende ums Leben kamen, insbesondere während des „Trail of Tears“, von dem vor allem die Cherokee betroffen waren. Im Satz „Die Kriege gegen die indianische Bevölkerung im 19. Jahrhundert als Teil der Indian Removal…“ bezieht sich der Ausdruck daher auf alle Konflikte, politischen Zwänge und Zwangsumsiedlungen, durch die die Vereinigten Staaten ihr Territorium auf Kosten der indigenen Völker nach Westen ausdehnten.

[8] „Roosevelt Corollary“. Wikipedia. <https://en.wikipedia.org/wiki/Roosevelt_Corollary>

[9] Eduardo Galeano, Open Veins of Latin America: Five Centuries of the Pillage of a Continent, London, Serpent’s Tail, 2009, ISBN-10:184668742X

[10] Eric Toussaint (08.09.2016): „The USA’s repudiation of the debt demanded by Spain from Cuba in 1898 : What about Greece, Cyprus, Portugal, etc.?“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/The-USA-s-repudiation-of-the-debt>

[11] Eric Toussaint (01.11.2016): „What other countries can learn from Costa Rica’s debt repudiation“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/What-other-countries-can-learn>

[12] CADTM (31.10.2023): „Odious Debt“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/Odious-Debt-1621>

[13] Eric Toussaint (12.12.2017): „The Odious Iraqi Debt“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/The-Odious-Iraqi-Debt>

[14] CADTM (28.10.2014): „Interest – CADTM“. Committee for the Abolition of Illegitimate Debt. <https://www.cadtm.org/Interest>

[15] Published in Common Sense, November 1935. See Leo Huberman, Man’s Worldly Goods. The Story of the Wealth of Nations, New York, 1936. Diese Übersetzung des Zitats stammt von Eduardo Galeano, a. a. O. Es sei darauf hingewiesen, dass ein US-Militärstützpunkt in Okinawa nach dem Militärführer Smedley D. Butler benannt ist. Seine Aussage erinnert unweigerlich an John Perkins, Confessions of an Economic Hit Man and Other Unmaskings of Global Power. San Francisco: Berrett-Koehler Publishers, 2004. ISBN 978-1576753019. Spanish version: Confesiones de un gángster económico: la cara oculta del imperialismo americano. Barcelona: Books4Pocket, 2009. ISBN 978-84-92801-05-3. French edition: Les confessions d’un assassin financier : révélations sur la manipulation des économies du monde par les États-Unis. Outremont (Quebec): Al Terre, 2005. ISBN 978-2896260010.

[16] <https://en.wikipedia.org/wiki/Nicaragua_v._United_States>

Weitere empfohlene Lektüre

Ned Blackhawk, Violence on Earth

Eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung der kolonialen Gewalt in Nordamerika. Blackhawk zeigt, dass Krieg schon lange vor 1776 die Machtverhältnisse prägte und die politische Landschaft Nordamerikas formte. Nützlich, um die Analyse der Konflikte des 18. Jahrhunderts auf ein solides kritisches Fundament zu stellen.

Ned Blackhawk, Violence over the Land: Indians and Empires in the Early American West. Cambridge, MA : Harvard University Press, 2006.

Dee Brown, Bury My Heart at Wounded Knee

Ein Klassiker der kritischen Geschichtsschreibung zu den Indianerkriegen des 19. Jahrhunderts. Auch wenn das Werk schon etwas älter und stellenweise eher erzählerisch ist, bleibt es doch wertvoll, da es die Massaker, Zwangsumsiedlungen und die Zerstörung der Prärievölker anhand zeitgenössischer Berichte und Quellen dokumentiert.

Dee Brown, Bury My Heart at Wounded Knee: An Indian History of the American West. New York : Holt, Rinehart & Winston, 1970. ISBN : 0-03-085322-2.

W. E. B. Du Bois, Black Reconstruction in America: An Essay Toward a History of the Part Which Black Folk Played in the Attempt to Reconstruct Democracy in America, 1860-1880.

In „Black Reconstruction in America“ (1935) unterzieht W. E. B. Du Bois die Zeit der Rekonstruktion (1865–1880) nach dem amerikanischen Bürgerkrieg einer Neubewertung und zeigt, dass Afroamerikaner keine passiven Akteure, sondern wesentliche Gestalter der entstehenden Demokratie waren. Du Bois hebt ihre Bemühungen um die Schaffung einer neuen politischen und sozialen Ordnung hervor und zeigt auf, wie das Scheitern der Rekonstruktion mit der Rassentrennung und dem Widerstand der weißen Eliten zusammenhing, was zur Einführung von Gesetzen zur Rassentrennung führte.

W. E. B. Du Bois, Black Reconstruction in America: An Essay Toward a History of the Part Which Black Folk Played in the Attempt to Reconstruct Democracy in America, 1860-1880. New York: Harcourt, Brace and Company, 1935. Réédition: W. E. B. Du Bois, Black Reconstruction in America, 1860-1880. New York: Free Press, 1998. ISBN 978-0684856575.

Roxanne Dunbar-Ortiz, An Indigenous Peoples’ History of the United States

Ein unverzichtbares Nachschlagewerk zur antikolonialen Geschichtsschreibung. Der Autor analysiert die Entstehung der Vereinigten Staaten als ein Kolonialprojekt, das auf Krieg, Vertreibung und der Zerstörung indigener Gesellschaften beruhte. Ein fundiertes, gut dokumentiertes Werk, das insbesondere dazu beiträgt, einen Zusammenhang zwischen den Indianerkriegen und den darauf folgenden imperialen Interventionen herzustellen.

Roxanne Dunbar-Ortiz, An Indigenous Peoples’ History of the United States

Boston : Beacon Press, 2014.

James D. Cockcroft, Latin America and the United States

Cockcrofts Buch besteht aus drei Teilen, die sich auf Mexiko und Mittelamerika, die Karibik sowie Südamerika konzentrieren. Es handelt sich um ein Werk mit zwei Facetten: Einerseits ist es ein praktisches, benutzerfreundliches und gut dokumentiertes Handbuch; andererseits ist es ein schlüssiger Essay, der eine globale Perspektive bietet und die widersprüchliche, aber konsequente Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber Lateinamerika aufzeigt.

James D. Cockcroft, América Latina y Estados Unidos, Siglo XXI Editores, 2001, ISBN 9789682323324 ISBN-10 9682323320

James D. Cockcroft, Latin America: History, Politics, and U.S., ‎ Beverly, MA:Wadsworth Publising Company, Policy Paperback, 1995 ISBN-10‏: ‎ 0830413987

Eduardo Galeano, Open Veins of Latin America.

In „Die offenen Adern Lateinamerikas“ (1971) argumentiert Galeano, dass die Unterentwicklung Lateinamerikas keine natürliche Rückständigkeit sei, sondern das historische Ergebnis jahrhundertelanger kolonialer Ausbeutung und wirtschaftlicher Abhängigkeit, zunächst unter den europäischen Mächten und später unter der Vorherrschaft der USA.

Eduardo Galeano, Las venas abiertas de América Latina. La Havane : Casa de las Américas, 1971. Première édition en espagnol. Latest edition : Eduardo Galeano, Las venas abiertas de América Latina. Madrid : Siglo XXI de España Editores, 2021. ISBN 978-84-323-2024-8.

In English : Open Veins of Latin America: Five Centuries of the Pillage of a Continent, Serpent’s Tail, 2009, ISBN-10 ‏ : ‎ 184668742X

En français : Les veines ouvertes de l’Amérique latine, Les veines ouvertes de l’Amérique latine, Paris: Presses Pocket (Pocket Terre Humaine, n° 3022), 2001, ISBN-13 : 9782266120883

Greg Grandin, Empire’s Workshop

Unverzichtbar für das Verständnis der Kontinuität zwischen innerer Eroberung und äußerer Intervention. Grandin analysiert Lateinamerika als Versuchslabor für amerikanische imperiale Praktiken und verbindet das 19. und 20. Jahrhundert zu einer Geschichte der Herrschaft.

Greg Grandin, Empire’s Workshop: Latin America, the United States, and the Rise of the New Imperialism. New York : Holt Paperbacks, 2007. ISBN : 978-0805083231.

Claudio Saunt, Unworthy Republic: The Dispossession of Native Americans and the Road to Indian Territory

Eine detaillierte Analyse der politischen, rechtlichen und militärischen Mechanismen, die hinter der Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner standen. Das Buch beleuchtet die direkte Verantwortung der Bundesbehörden bei der Enteignung der indigenen amerikanischen Stämme und widerlegt den Mythos der „unvermeidlichen“ Expansion.

Claudio Saunt, Unworthy Republic: The Dispossession of Native Americans and the Road to Indian Territory. New York, New York : W. W. Norton & Company, 2020. ISBN : 978-0393609844.

Howard Zinn, Une histoire populaire des États-Unis

Ein wichtiger kritischer Überblick. Zinn nimmt konsequent die Perspektive der Unterdrückten ein – der amerikanischen Ureinwohner, der Sklaven, der Arbeiterklasse – und dekonstruiert die amerikanische Nationalerzählung. Obwohl es sich um ein allgemeines Werk handelt, stützt es sich auf einen umfangreichen Bestand an Primär- und Sekundärquellen. Unverzichtbar für das Verständnis der übergeordneten Logik von Eroberung und staatlicher Gewalt.

Howard Zinn, A People’s History of the United States. 1st ed., New York, Harper & Row, 1980.

Danksagung: Der Autor dankt Rafael Bernabe, Sushovan Dhar und Maxime Perriot für die Durchsicht des Textes. Für etwaige Fehler haftet allein der Autor.