04/2026
Magazin
Kriegs-Geil
Faschisierung
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in unserem heutigen Wirtschaftssystem, Kapitalismus, ist es notwendig immer neue Profitgründe abzugrasen. Zurzeit ist der einzige Wirtschaftszweig, der raketenhafte Profite abwirft, die Rüstungsindustrie. Natürlich profitieren auch Vemögensverwalter wie BlackRock, mit ihrem willfährigen Helfer als Kanzlerdarsteller, und andere Finanzakteure, genauso wie die Tech-Industrie.
Den Kapitalismus hat schon immer die Tendenz zur Monopolisierung der Gewinne ausgezeichnet. Um sich neue Jagdgründe zu sichern, verschlang man einfach den Staat und seine Institutionen und machte sich diese untertan, so wie die Tech-Oligarchen es mit der US-Regierung taten. Dieser Neoliberalismus führte zur Aushöhlung demokratischer Institutionen und zur Herrschaft der Konzerne. Die weitere Verschmelzung von Staat und Kapital führt uns direkt in die nächste Phase: Die Faschisierung.
Den Faschismus könnte man als letzten Strohhalm des Kapitalismus ansehen. Um die Gewinne für einige wenige zu sichern, raubt man die normalen Menschen aus, die täglich Ihre Körper für ein paar Brosamen opfern. Der Sozialstaat wird schrittweise abgeschafft und all das Geld wird von unten nach oben verteilt.
Es ist also kein Wunder, dass die Oligarchen und Herrschenden Angst vor der normalen Bevölkerung haben. Aus Verzweiflung wird schnell eine Revolution. Damit die Mistgabeln nicht aus dem Keller geholt werden, sind strenge Überwachung und Strafen gegen andersdenkende Menschen ein absolutes Muss.
Und so wird auch in Deutschland weiter für den Krieg getrommelt. Diesen Menschen zuzuhören bereitet friedliebenden Menschen schon fast körperliche Schmerzen, zeigt aber, dass unsere Herrscher bereit sind, für ihren persönlichen Gewinn, alle anderen zu opfern. Sterben Sie für Unseren Profit wäre also der Slogan, den Sie ehrlicherweise verwenden könnten.
Demokratie jedenfalls ist nichts weiter als ein PR-Slogan – ohne echten Inhalt.
Ob Sie es nun mitbekommen haben oder nicht: Es wird bereits Krieg gegen alle geführt. Ein Krieg im Innern, gegen jeglichen Dissens. Der Kriegskurs bedeutet auch, die Umkehr aller demokratischen Werte. Die Herrschaft der Angst wird durch neue Gesetze geregelt: digitale Identität ab 2027, digitaler Euro, Chatkontrolle, Digital Services Act, Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetz und neue Geheimdienstgesetze für MAD, BND und Verfassungsschutz, mit der Möglichkeit offensiv zu gehen und noch den letzten zu finden, der dem Narrativ widerspricht.
Zeitgleich halten die USA unter Außenminister Rubio eine Konferenz mit 60 Ländern ab, um die Antifa zu einer transnationalen Terrororganisation zu erklären.
Hierbei geht es nicht nur um die Antifa, die mehr Haltung als Organisation ist, sondern auch um Aktivisten gegen die Überwachungsinfrastruktur, KI-Datencenter und Umweltaktivisten. Legitimer Protestwird somit zu Terror. Die Opposition auszuschalten und im Inneren zu militarisieren ist ein weiteres Kennzeichen des alten und neuen Faschismus.
Man versucht eine Art Moralverschiebung zu erreichen, indem man einen Kampf gegen Sprache, Geschichte, Identität und den gesunden Menschenverstand führt. Schulen, Unis, Büchereien, Museen und der Journalismus sollen bereinigt werden. Auf diesen Schlachtfeldern wird Gewalt normalisiert und Konformität belohnt. Demokratische Werte wie kritisches Denken, Solidarität und Gleichheit werden nur noch als Schwäche angesehen.
Die Frage ist also: Wer ist der nächste?
Oder in Anlehnung an Pfarrer Martin Niemöller:
Als sie die Antifas holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Antifa.
Als sie die Umweltbewegungen holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Umweltschützer.
Als sie die Journalisten holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Journalist.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Ihr
Tobias Augenbraun,
Chefredakteur Free21
Inhalt der Ausgabe
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