Der US-Außenminister Marco Rubio spricht am 14. Februar bei der Münchner Sicherheitskonferenz. (Foto: U.S. Depatment of State, Flickr, Public Domain)
Marco Rubios Cecil Rhodes-Moment
Der US-Außenminister belebt die Sprache und Absichten des Kolonialismus aus dem 19. Jahrhundert wieder, um, wie er es bezeichnet, „die Kräfte der zivilisatorischen Auslöschung“ abzuschrecken, „die heute sowohl Amerika als auch Europa bedrohen“, schreibt Joe Lauria.
Cecil Rhodes war möglicherweise der unverhohlenste Imperialist der Moderne. In seinem „Glaubensbekenntnis“ von 1877 schrieb er:
„Ich behaupte, dass wir die beste Rasse der Welt sind und je mehr wir von der Welt besiedeln, desto besser ist es für die Menschheit. Stellen Sie sich nur einmal vor, welche Veränderungen es gäbe, wenn die Gebiete, die derzeit von den verachtenswertesten Exemplaren der Menschheit bewohnt werden, unter angelsächsischen Einfluss kämen. Denken Sie noch einmal an die zusätzlichen Arbeitsplätze, die ein neues Land, das unserem Herrschaftsgebiet hinzugefügt wird, mit sich bringt.
Tatsächlich begrenzen wir die Anzahl unserer Kinder und bringen vielleicht nur halb so viele Menschen zur Welt, wie wir könnten, weil es nicht genug Land für sie gibt. Hätten wir Amerika behalten, gäbe es heute noch weitere Millionen Engländer.
Ich behaupte, dass jeder Morgen Land, der unserem Territorium hinzugefügt wird, in Zukunft die Geburt weiterer Angehöriger der englischen Rasse bedeutet, die es sonst nie gegeben hätte. Hinzu kommt, dass die Aneignung des größten Teils der Welt unter unsere Herrschaft schlichtweg das Ende aller Kriege bedeutet.“
Rhodes bedauerte stets, dass das Britische Empire seine nordamerikanischen Kolonien verloren hatte. Er wollte, dass sich die Vereinigten Staaten wieder mit Großbritannien vereinigten, um ein großes, rassisch überlegenes angelsächsisches Imperium zu schaffen, das über eine globale Pax Britannica herrschen würde.
„Warum sollten wir nicht eine Geheimgesellschaft gründen, deren einziges Ziel darin besteht, das Britische Empire zu fördern und die gesamte unzivilisierte Welt unter britische Herrschaft zu bringen, um die Vereinigten Staaten zurückzugewinnen und das angelsächsische Volk zu einem einzigen Imperium zu vereinen? Was für ein Traum, aber dennoch ist es wahrscheinlich, es ist möglich.“
Stattdessen gingen die USA ihren eigenen Weg, um ein solches angelsächsisches Weltreich aufzubauen, allerdings mit den USA an der Spitze und Großbritannien als Juniorpartner (zusammen mit den anderen Three Eyes [1]).
Der Übergang von der Vorherrschaft des britischen zum amerikanischen Imperium lässt sich anhand der Suez-Krise vom 29. Oktober bis zum 7. November 1956 veranschaulichen. Damals waren die Vereinigten Staaten nach dem Krieg zur führenden Macht aufgestiegen. Sie setzten dem militärischen Abenteuer Frankreichs, Großbritanniens und Israels ein Ende, mit dem diese Ägypten daran hindern wollten, den Kanal zu verstaatlichen.
Dadurch wurden die USA zur Großmacht im Nahen Osten und verdrängten den britischen und französischen Kolonialismus.
Vier Monate später, am 6. März 1957, erlangte die Goldküste als erstes afrikanisches Land die Unabhängigkeit und benannte sich in Ghana um. Das war der Anfang vom Ende der direkten britischen, französischen, belgischen und portugiesischen Herrschaft auf dem Kontinent.
Der Kolonialismus endete nur oberflächlich in einer Welle der Unabhängigkeit, die in den 1960er, 70er und 80er Jahren in Afrika und Asien folgte. Nach vielen erbitterten und langwierigen Kriegen, von denen die schlimmsten in Angola (1961–1975) und Vietnam (1945–1975) stattfanden, wurden die europäischen Flaggen eingeholt und die Flaggen stolzer, neuer Nationen gehisst.
Die politische und wirtschaftliche Dominanz Europas und Amerikas über den Globalen Süden hält jedoch weiterhin an. Zunächst wurde sie durch die Bewegung der blockfreien Staaten in Frage gestellt, heute sind es die BRICS-Staaten unter Führung Chinas und Russlands, die das größte Hindernis für die globale Vorherrschaft der USA darstellen.
Der Aufstieg und die bevorstehende Krise des US-Imperiums
Das US-Imperium entstand fast unmittelbar nach der von Rhodes so beklagten Trennung von Großbritannien.
Zuerst die Ausrottung und Übernahme der Native American Nations (amerikanische Indigene Stämme, Anm. d. Red.); dann der Kauf von Louisiana von einem finanziell angeschlagenen Napoleon; gefolgt von der Eroberung der nördlichen Gebiete Mexikos von Texas bis Kalifornien; und schließlich die Niederlage und Vertreibung des heruntergekommenen spanischen Imperiums in der Karibik und im Pazifik.
Zwei Weltkriege erweiterten die Präsenz der USA zunächst in Europa und Russland und dann über Militärstützpunkte rund um den Globus. Während Rhodes damit beschäftigt war Afrika zu regieren, eine Eisenbahnstrecke von Kapstadt nach Kairo zu planen und sich mit den Diamanten des Kontinents zu bereichern, streben die Vereinigten Staaten heute danach, die ganze Welt zu beherrschen und sich alle Ressourcen anzueignen, die sie dafür benötigen.
Die großen Rückschläge in Vietnam, Irak und Afghanistan haben Washington und seine Unternehmenspartner nicht abgeschreckt. Das anhaltende Streben des Globalen Südens nach vollständiger Unabhängigkeit ist der Feind, der die ungezügelte Macht der USA bedroht.
In diesem Zusammenhang trat Marco Rubio, US-Außenminister und Nationaler Sicherheitsberater, am 14. Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz ans Rednerpult, um eine Rede zu halten, die Rhodes würdig gewesen wäre und ihn möglicherweise davon überzeugt hätte, dass die USA in die angelsächsische Heimat zurückgekehrt sei, wo sie hingehört.
Rubio sagte, dass Amerikaner und Europäer „Teil einer Zivilisation sind – der westlichen Zivilisation. Wir sind durch die tiefsten Bande miteinander verbunden, die Nationen teilen können. Sie sind geprägt durch Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte, christlichen Glaubens, Kultur, Kulturerbe, Sprache, Abstammung und der Opfer, die unsere Vorfahren miteinander für die gemeinsame Zivilisation erbracht haben, deren Erben wir sind.“ [2]
Er fragt, wofür die USA und ihre westlichen Verbündeten kämpfen.
„Armeen kämpfen für ein Volk; Armeen kämpfen für eine Nation. Armeen kämpfen für eine Lebensweise. Und genau das verteidigen wir: eine großartige Zivilisation, die allen Grund hat, stolz auf ihre Geschichte zu sein, zuversichtlich in ihre Zukunft zu blicken und stets Herr über ihr eigenes wirtschaftliches und politisches Schicksal zu bleiben.“
Rubio wischt sieben Jahrzehnte Antikolonialismus weg und argumentiert, dieser habe die Größe Amerikas und des Westens behindert.
Es gebe nichts, wofür man sich aus der kolonialen Vergangenheit des Westens – mit Sklaverei und Missbrauch – schämen müsse, und die Zukunft liegt wieder in unseren Händen.
Die großen kulturellen Schätze Europas, die auf der Ausbeutung der Kolonien beruhen, „lassen die Wunder erahnen, die uns in unserer Zukunft erwarten. Aber nur wenn wir zu unserem Erbe stehen und stolz auf dieses gemeinsame Erbe sind, können wir gemeinsam damit beginnen, unsere wirtschaftliche und politische Zukunft zu gestalten.“
Der Westen muss alle verbleibenden Schuldgefühle aus seiner kolonialistischen Vergangenheit abschütteln und stolz die westliche Vorherrschaft wie in den guten alten Zeiten der Eroberung und Expansion wiederherstellen.
Die guten alten Zeiten von Cecil Rhodes, von Leopolds Barbarei im Kongo, dem deutschen Völkermord in Namibia, der portugiesischen Brutalität in Angola, den spanischen Gräueltaten in Südamerika, den französischen Verbrechen in Algerien und Indochina und den angelsächsischen Massakern in Indien, Nordamerika und Australien. Grönland, Kanada, Venezuela und als nächstes der Iran sind offene imperialistische Ziele der Trump-Regierung.
„Unser Territorium erweitern“
In seiner Antrittsrede im Januar 2025 formulierte Donald Trump es ganz klar:
„Amerika wird seinen rechtmäßigen Platz als die größte, mächtigste und angesehenste Nation der Erde zurückerobern und die ganze Welt in Ehrfurcht und Bewunderung versetzen. Von diesem Moment an ist der Niedergang Amerikas vorbei.“
Trump sagte:
„Es ist an der Zeit, dass wir erneut mit Mut, Tatkraft und dem Elan der größten Zivilisation der Geschichte handeln. … Die Vereinigten Staaten werden sich wieder als eine wachsende Nation verstehen, die unseren Wohlstand mehrt, unser Territorium erweitert, unsere Städte baut, unsere Erwartungen steigert und unsere Flagge an neue und wundervolle Horizonte führt.“ [Hervorhebung hinzugefügt.]

Cecil Rhodes (1853-1902). Politiker und Industrieller. Befürworter des Angloamerikanischen Imperiums und des Kolonialismus. (Foto: Wikimedia Commons, Public Domain)
Die Tage der Verleugnung
Die USA hatten lange Zeit geleugnet, ein Imperium zu sein. Aber das ist nun vorbei.
Bevor die Sowjetunion „Imperialismus“ zu einem Schimpfwort machte, waren Imperien stolz darauf, als solche bezeichnet zu werden. Die Gründerväter der Vereinigten Staaten bezeichneten das neue Land in ihren Schriften als solches. George Washington nannte die USA „ein aufstrebendes Imperium“, und Thomas Jefferson sagte, die Expansion nach Westen würde ein „Imperium der Freiheit“ schaffen. „Manifest Destiny“ wurde zum Slogan für die Eroberung des Kontinents.
Während der Präsidentschaft von William McKinley war die Niederlage des spanischen Imperiums durch die USA im Jahr 1898 und die Eroberung der Überseekolonien äußerst populär. Das Imperium war kein Grund zur Scham.
McKinley versuchte, den Imperialismus als zivilisatorische Mission und „wohlwollende Assimilation“ darzustellen, anstatt als das, was er tatsächlich war: eine unverhüllte Eroberung, wie die Anti-Imperialistische Liga es jedoch treffend benannte. Dass der offen antiimperialistische William Jennings Bryan bei der Wiederwahl McKinleys im Jahr 1900 unterlag, zeigte, wie populär der amerikanische Imperialismus war.
Aber der Aufstieg der Sowjetunion und ihre Kritik am Westen als „imperialistisch“ verwandelten das Wort in einen Fluch, den Ronald Reagan schließlich in einem Fall reiner Projektion nutzte, um die Sowjets als „Böses Imperium“ zu bezeichnen.
Nach dem Krieg erweiterten die USA unter dem Deckmantel der Verbreitung von Demokratie ihre Vorherrschaft durch Staatsstreiche und Invasionen, obwohl Demokraten zugunsten von Diktatoren abgesetzt wurden, wie beispielsweise im Iran und in Chile. Eine kurzzeitige Wiederbelebung des heimischen Antiimperialismus im Zusammenhang mit Vietnam wurde im Golfkrieg 1991 überwunden, in dem George H.W. Bush das Ende des Vietnam-Syndroms verkündete.
Das ebnete den Weg für US-Interventionen in Jugoslawien 1999, Afghanistan 2001 und die groß angelegte Invasion des Irak 2003.
Trotz all dieser eindeutigen Beweise wurde die Hemmung, mit der US-Politiker der Vorstellung begegneten, dass die USA ein Imperium seien, in einem Radiointerview aus dem Jahr 2008 offensichtlich. In dem Interview wurde dem damaligen Senator John Edwards, einem Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, eine erstaunliche Frage gestellt: „Ist Amerika ein Imperium?“
Es herrschte etwa 10 Sekunden lang Stille, bevor Edwards sagte: „Oh je, ich hoffe nicht.“
Jetzt ist es wieder für alle sichtbar. Und Trump und Rubio sprechen es offen aus.
„Das ist der Weg, den Präsident Trump und die Vereinigten Staaten eingeschlagen haben“, sagte Rubio vor seinem Münchner Publikum. „Es ist der Weg, auf den wir euch hier in Europa einladen, uns zu folgen. Es ist ein Weg, den wir schon einmal gemeinsam gegangen sind und den wir hoffentlich wieder gemeinsam gehen werden.“
Lasst uns gemeinsam den westlichen Kolonialismus wiederbeleben. Lasst uns zu seiner Blütezeit zurückkehren, die von der Expansion der Spanier, Portugiesen, Niederländer und Engländer über den Wettlauf um Afrika in den 1880er Jahren [3] bis in die 1940er Jahre andauerte.
„Fünf Jahrhunderte lang, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, hatte sich der Westen ausgebreitet – seine Missionare, Pilger, Soldaten und Entdecker brachen von seinen Küsten auf, um Ozeane zu überqueren, neue Kontinente zu besiedeln und riesige Imperien aufzubauen, die sich über den gesamten Globus erstreckten“, sagte Rubio stolz.
Der Untergang des Westens begann, als die Kolonialmächte gegeneinander in den Krieg zogen. Darauf folgten gottlose Forderungen der Kolonisierten nach Souveränität.
„Aber 1945 verlangsamte sich [die territoriale Expansion] zum ersten Mal seit dem Zeitalter von Kolumbus. Europa lag in Trümmern. Die Hälfte davon lebte hinter einem Eisernen Vorhang, und der Rest schien bald folgen zu wollen. Die großen westlichen Imperien befanden sich in einem endgültigen Niedergang, beschleunigt durch gottlose kommunistische Revolutionen und antikoloniale Aufstände, die die Welt verändern und in den kommenden Jahren weite Teile der Landkarte mit dem roten Hammer und der Sichel überziehen würden.“
Rubio lamentierte:
„Vor diesem Hintergrund kamen damals wie heute viele zu der Überzeugung, dass die Ära der westlichen Vorherrschaft zu Ende gegangen sei und dass wir in Zukunft dazu bestimmt seien, ein schwaches und kraftloses Echo unserer Vergangenheit zu sein.
Aber gemeinsam erkannten unsere Vorgänger, dass der Niedergang eine Entscheidung war, und sie weigerten sich, diese Entscheidung zu treffen. Das haben wir schon einmal gemeinsam geschafft, und das wollen Präsident Trump und die Vereinigten Staaten jetzt gemeinsam mit Ihnen erneut erreichen.“
Es gibt kein deutlicheres Beispiel für die Wiederbelebung des Kolonialismus als die anhaltende Unterstützung Israels durch die USA und Europa bei seinem kolonialen Völkermord in Palästina.
Es handelt sich um einen Kolonialismus, der seine Wurzeln in der Vorkriegszeit hat und von Lügen über das Recht Israels auf Selbstverteidigung durchtränkt ist – nicht gegen ein rebellisches, antikoloniales Volk, sondern gegen Antisemiten in Palästina und auf der ganzen Welt. [4]
Hier wird die Rubio-Doktrin verkündet: Der Überlegenheitswahn des Westens ist zurück. Europa muss sich Amerika bei seiner Wiederbelebung anschließen. Unausgesprochen blieb die Fortsetzung des Projekts Ukraine, um Russland strategisch zu besiegen.
„Deshalb wollen wir nicht, dass unsere Verbündeten schwach sind, denn das macht uns schwächer. Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können, damit kein Gegner [Russland, China, die BRICS-Staaten] jemals versucht sein wird, unsere kollektive Stärke auf die Probe zu stellen“, sagte Rubio. Und antikoloniale Vorwürfe werden nicht toleriert.
„Deshalb wollen wir nicht, dass unsere Verbündeten sich von Schuld und Scham lähmen lassen. Wir wollen Verbündete, die stolz auf ihre Kultur und ihr Erbe sind, die verstehen, dass wir Erben derselben großen und edlen Zivilisation sind, und die gemeinsam mit uns bereit und in der Lage sind, diese zu verteidigen.
Und genau deshalb wollen wir nicht, dass unsere Verbündeten den kaputten Status Quo rechtfertigen, anstatt sich mit dem auseinanderzusetzen, was zu seiner Verbesserung notwendig ist. Denn wir in Amerika haben kein Interesse daran, höfliche und ordentliche Verwalter des kontrollierten Niedergangs des Westens zu sein. Wir streben keine Trennung an, sondern die Wiederbelebung einer alten Freundschaft und die Erneuerung der größten Zivilisation der Menschheitsgeschichte.“
Die Angst muss auf dem Weg zurück zur kolonialen Größe überwunden werden.
„Die Allianz, die wir uns wünschen, ist eine Allianz, die nicht durch Angst gelähmt ist – Angst vor dem Klimawandel, Angst vor Krieg, Angst vor Technologie. Stattdessen wollen wir eine Allianz, die mutig in die Zukunft stürmt. Und die einzige Angst, die wir haben, ist die Angst vor der Schande, unseren Kindern keine stolzen, starken und wohlhabenden Nationen zu hinterlassen.“
Ignorieren Sie Ihre leidende Bevölkerung und überwinden Sie Ihre Schuldgefühle. Rubio sagte, die USA wollten ein Bündnis, das „bereit ist, unser Volk zu verteidigen, unsere Interessen zu wahren und die Handlungsfreiheit zu bewahren, die es uns ermöglicht, unser eigenes Schicksal zu gestalten – und nicht eines, das dazu dient, einen globalen Wohlfahrtsstaat zu betreiben und für die angeblichen Sünden vergangener Generationen zu büßen.“
Er spricht von ehrgeizigen Eliten, die ihre eigenen Interessen verfolgen, ohne Rücksicht auf das immense menschliche Leid zu nehmen, das sie auf ihrem Weg zum Erfolg verursachen.
Die westlichen Eliten stehen über den Völkern der nicht-westlichen Nationen, die Rhodes als „die verachtenswertesten Exemplare der Menschheit“ bezeichnete. Ein wiedererstarktes Amerika und Europa werde nicht „weiterhin höflich so tun, als sei unsere Lebensweise nur eine von vielen und als müsse sie vor jedem Handeln um Erlaubnis bitten“, sagte Rubio.
Um diesen Punkt weiter zu unterstreichen, sagte er:
„Was wir gemeinsam geerbt haben, ist etwas Einzigartiges, Besonderes und Unersetzbares, denn dies ist schließlich das Fundament der transatlantischen Verbindung. Wenn wir auf diese Weise gemeinsam handeln, tragen wir nicht nur dazu bei, eine vernünftige Außenpolitik wiederherzustellen. Es wird uns auch ein klareres Selbstverständnis zurückgeben. Wir werden unseren Platz in der Welt zurückerobern und damit den Kräften, die heute sowohl Amerika als auch Europa bedrohen, indem sie unsere Zivilisation auslöschen wollen, eine Abfuhr erteilen und sie abschrecken.“
Rubio ließ keinen Zweifel daran, was er meinte, und schloss mit den Worten:
„Ich bin heute hier, um deutlich zu machen, dass Amerika den Weg für ein neues Jahrhundert des Wohlstands ebnet und dass wir dies erneut gemeinsam mit Ihnen, unseren geschätzten Verbündeten und ältesten Freunden, tun wollen. (Beifall.)
Wir möchten dies gemeinsam mit Ihnen tun, mit einem Europa, das stolz auf sein Erbe und seine Geschichte ist; mit einem Europa, das den Geist der Freiheit verkörpert, das Schiffe in unbekannte Gewässer hinausgeschickt und unsere Zivilisation hervorgebracht hat; mit einem Europa, das über die Mittel verfügt, sich zu verteidigen, und den Willen hat, zu überleben.
Wir sollten stolz auf das sein, was wir im letzten Jahrhundert gemeinsam erreicht haben, aber jetzt müssen wir uns den Chancen eines neuen Jahrhunderts stellen und sie nutzen – denn gestern ist vorbei, die Zukunft ist unausweichlich, und unser gemeinsames Schicksal wartet auf uns. Vielen Dank.“
Die versammelten, überwiegend europäischen Vertreter im Publikum erhoben sich und spendeten lang anhaltenden Applaus. Wer glaubt, dass die Wiederbelebung der kolonialen Denkweise nur ein amerikanisches Phänomen ist, würde sich angesichts dieser Reaktion leider täuschen.
Der Geist von Cecil Rhodes ist wiederbelebt worden. Aber es ist eine ganz andere Welt als seine. Wenn die amerikanischen und europäischen Staats- und Regierungschefs Rubios Vision in die Tat umsetzen, ist nur noch ein erschreckendes Ausmaß an Blutvergießen zu erwarten.
Dieser Text wurde zuerst am 23.02.2026 auf www.consortiumnews.com unter der URL <https://consortiumnews.com/2026/02/23/marco-rubios-cecil-rhodes-moment/> veröffentlicht. Lizenz: Joe Lauria, Consortium News, CC BY-NC-ND 4.0
Quellen:
[1] „Five Eyes“. Wikipedia. <https://en.wikipedia.org/wiki/Five_Eyes>
[2] Marco Rubio, US Außenminister (14.02.2026): „Secretary of State Marco Rubio at the Munich Security Conference “. U.S. Depatment of State. <https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2026/02/secretary-of-state-marco-rubio-at-the-munich-security-conference>
[3] „Scramble for Africa“. Wikipedia. <https://en.wikipedia.org/wiki/Scramble_for_Africa>
[4] U.S. Depatment of State, Marco Rubio (14.02.2026): „Secretary Rubio delivers remarks to the Munich Security Conference“. YouTube . <https://www.youtube.com/watch?v=yOjBJ89aeXA>




