Präsident Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterhalten sich am Montag, dem 7. Juli 2025, vor einem Abendessen im Diplomatischen Empfangsraum im Weißen Haus. (Offizielles Foto des Weißen Hauses von Daniel Torok, Flickr, public domain)

Von Chris Hedges und Max Blumenthal | veröffentlicht am 24. April 2026, Kategorie: Geopolitik

Wie Israel Trump davon überzeugte, Krieg gegen den Iran zu führen

Max Blumenthal berichtet, dass eine von zionistischen Interessen orchestrierte Kampagne der psychologischen Kriegsführung darauf abzielte, Trump in einen Krieg mit dem Iran zu treiben.

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Während das Chaos und die Zerstörung des Krieges im Iran von Tag zu Tag zunehmen, bleibt ein weniger bekannter Aspekt des Konflikts im Schatten der offiziellen Rhetorik und der Bürokratie verborgen. Max Blumenthal, Chefredakteur von The Grayzone, erläutert im Gespräch mit Chris Hedges, wie eine israelische Kampagne der psychologischen Kriegsführung darauf abzielte, Donald Trumps geistige Umnachtung und seine zunehmende Paranoia auszunutzen. Das oberste Ziel war es, den Präsidenten in einen Krieg mit dem Iran zu locken.

Blumenthal sagt, die Israelis und ihre Verbündeten hätten Präsident Trump davon überzeugt, dass der Iran versuche, ihn zu ermorden – eine Angst, die erstmals geschürt wurde nachdem Trump während seiner ersten Amtszeit den iranischen General Qasem Soleimani ermorden ließ und somit einen Teufelskreis der Gewalt mit dem Regime in Gang setzte.

Das FBI spielte eine aktive Rolle bei diesen verdeckten Lobbybemühungen und nutzte „War-on-Terror“-ähnliche verdeckte Ermittlungen, um Bedrohungen zu konstruieren und damit außenpolitische Maßnahmen zu rechtfertigen. „Trump ist eine rätselhafte Figur“, betont Blumenthal, „weniger stabil und berechenbar als ein Bill Clinton oder sogar ein Barack Obama. Trump bietet jedoch eine riesige Chance, da er rein geschäftlich handelt und im Wesentlichen in die Politik gegangen ist, um Profit zu machen.“

Während sich der Krieg hinzieht und dabei Tausende von Menschenleben geopfert werden, wird die düstere Realität durch Berichte wie die von Blumenthal immer deutlicher. Zynische Akteure haben wahrscheinlich eine Rolle dabei gespielt, die amerikanische Führung so zu manipulieren, dass sie die Interessen der zionistischen Lobby durchsetzen.

„Glaubst du, dass [die Angst vor einem Attentat] die Hauptmotivation für Trumps Unterstützung des Krieges war?“, fragt Hedges Blumenthal.

„Ich denke, Trump muss das beantworten.“

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Chris Hedges. Die israelische Regierung startete eine anhaltende Kampagne, um Donald Trump in einen Krieg mit dem Iran zu verwickeln. Sie versicherte Trump, dass das fragile Gefüge des islamischen Staates Iran zusammenbrechen und eine neue pro-westliche Regierung an seine Stelle treten würde, sobald der Oberste Führer, Ayatollah Ali Khamenei, ermordet worden wäre. Teil dieser Kampagne waren auch erfundene Geschichten, um Trump davon zu überzeugen, dass der Iran beabsichtige, ihn zu ermorden.

„Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischt hat“, sagte Trump einem Reporter, als er am 28. Februar nach seinen Motiven für die Genehmigung zur Tötung des Obersten Führers gefragt wurde. Bei mir ist Max Blumenthal, Herausgeber von The Gray Zone, um die Kampagne zu erörtern, mit der Trump davon überzeugt werden sollte, gegen den Iran in den Krieg zu ziehen – etwas, das der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seit Jahrzehnten erfolglos bei früheren Regierungen versucht hat. Max ist außerdem Autor von Republican Gomorrah: Inside the Movement That Shattered the Party, The Management of Savagery und Goliath: Life and Loathing in Greater Israel, einem Buch, das, obwohl es fast 500 Seiten lang ist, so fesselnd und so gut recherchiert war, dass ich es an einem Tag durchgelesen habe. Also, Max, auf die Trump-Regierung wurde schon lange Druck ausgeübt. In deinem Artikel in The Grayzone schreibst du, dass dies bis in den Wahlkampf selbst zurückreicht. Erklär mal, wie das ablief. Er war natürlich sowohl in seiner ersten Amtszeit – mit Leuten wie Bolton – als auch in seiner zweiten Amtszeit von pro-israelischen Beratern umgeben. Aber schildere einfach den Ablauf. Und natürlich hat er zwei Attentatsversuche überlebt, die Netanjahu sofort mit dem Iran in Verbindung brachte, wovon ich erst durch deinen Artikel erfuhr.

Max Blumenthal: Ok, da wäre zunächst die materielle politische Kraft, die Israel einsetzte, um Trump zu beeinflussen. Und dann gibt es noch den psychologischen Druck, der raffinierter ist. Es war eine sehr raffinierte Kampagne, die für die Leute schwerer zu verstehen ist – denke ich – weil Trump eine schwer zu verstehende Figur ist.

Ich meine, wenn man ein vernünftiger Mensch ist und sich anhört, was Donald Trump jetzt sagt, möchte man vielleicht versuchen, darin eine Art rationale Logik zu erkennen. Vielleicht spielt er dreidimensionales Schach, oder vielleicht ist es auch nur drei-demenz-ionales Schach. Oder er ist vielleicht einfach nur ein extrem dummer, schwachsinniger Mensch, der mürrisch und irrational ist.

Aber nehmen wir mal an, man ist Trumps Feind – das ist weniger wichtig, als wenn man Trumps „Freind“ in Israel ist, und sie brauchen ihn, um ihre Ziele zu erreichen, denn Sie verfügen über die Lobby, die US-Politiker davon überzeugen und beeinflussen kann, gegen amerikanische Interessen zu ihren Gunsten zu handeln.

Doch Donald Trump ist eine rätselhafte Gestalt, weniger stabil und berechenbar als ein Bill Clinton oder sogar ein Barack Obama. Trump bietet jedoch eine riesige Chance, weil er rein geschäftlich handelt und im Wesentlichen in die Politik gegangen ist, um Profit zu machen.

Die Israelis arbeiteten also über ihre Mittelsmänner auf Trump ein. Viele davon sind Persönlichkeiten, die aus der Mega-Group hervorgingen, die in den 1990er Jahren gegründet wurde, um Benjamin Netanjahus Wahlkämpfe und verschiedene pro-israelische Ziele innerhalb der USA zu unterstützen, und zu der etwa 12 bis 20 Milliardäre gehören. Netanjahu hatte eine handgeschriebene Liste von Milliardären, die er 1996 zur Unterstützung seines Wahlkampfs erstellt hat.

Die gab es also. Die wichtigste Figur dürfte Sheldon Adelson gewesen sein, dessen Nachfolge seine Frau, seine Witwe Miriam Adelson, antrat. Es gibt noch andere Köpfe wie Paul Singer, der so etwas wie ein Mainstream-Neokonservativer der Republikaner war. Er hatte einen schwulen Sohn, daher stand er der christlichen Rechten feindlich gegenüber, aber er mochte die Republikanische Partei, weil er ein Raubtierkapitalist ist, der sehr niedrige Steuern zahlen will.

Er hat gemeinsam mit den Adelsons die gesamte Karriere von Marco Rubio unterstützt, und Singer kam schließlich mit Trump ins Geschäft, als dieser bestimmte Versprechen machte, die jetzt gerade im Iran, im Westjordanland und anderswo zum Tragen kommen. Singer ist ein Mann, für den Israel an erster Stelle steht. Weitere kleinere Gestalten sind: Ike Perlmutter, Bernard Marcus – diese Namen kennen wir.

Und es ist offensichtlich – Trump macht daraus nicht einmal einen Hehl –, dass sie ihn im Grunde genommen über unser korruptes Wahlkampffinanzierungssystem bestechen. Somit kann Israel das Westjordanland de facto annektieren, in Gaza Völkermord begehen, den Internationalen Strafgerichtshof dafür bestrafen, dass er versucht, Israels militärische und politische Führung für diese Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, und alles andere, bis hin zum Krieg mit dem Iran.

Und dann war da noch Donald Trump, der Mann, der manipuliert werden musste. Und ich nehme an, dass der Mossad und andere Kräfte innerhalb des israelischen Geheimdienstes zunächst versuchten, das psychologische Rätsel Donald Trump zu entschlüsseln und es dann auszunutzen, wie sie es mit all ihren Zielen tun – egal, ob sie diese für ein Attentat oder für eine Einflusskampagne ins Visier nehmen.

Donald Trump ist seit seinem ersten Wahlkampf Ziel dieser Kampagne aus legaler Bestechung und Manipulation. Er hielt tatsächlich eine Rede im Sands Casino, ich glaube, es war 2015, als er zum ersten Mal als Kandidat in Erscheinung trat. Das ist das Casino von Sheldon Adelson in Las Vegas, für die Republican Jewish Coalition, die ein Schirm für das gesamte Geld der rechtsgerichteten Likudnik-Milliardäre in den USA ist – hauptsächlich Adelsons Geld.Und Trump sagte: „Ihr macht gerne Deals. Die meisten von euch sind im Immobiliengeschäft tätig“ – er dachte dabei wahrscheinlich an seinen Kumpel Steve Witkoff – „also lasst uns einen Deal mit den Palästinensern machen. Was wäre daran falsch?“

Und was Trump dort sagte, war so inakzeptabel, dass er von der RJC [Republican Jewish Coalition] als Antisemit angeprangert wurde. Daraufhin änderte er sofort seinen Ton. Und was sagte er? Was waren die Zauberwörter? „Wir werden durch das Iran-Abkommen, das Barack Obama unterzeichnet hat, über den Tisch gezogen, und wir geben den Iranern und den Mullahs Hunderte von Milliarden Dollar.“Das war natürlich eine riesige Lüge. Wir haben lediglich Gelder freigegeben, die gestohlen worden waren und im Wesentlichen durch Sanktionen in internationalen Banken festgehalten wurden.

Trump wiederholte diese Botschaft immer wieder, und es war wie ein Likudnik Bat-Signal an Adelson und alle Milliardäre der Mega Group, dass sie ihn nun unterstützen konnten. Und plötzlich begann er, vorzupreschen. Über seinen Schwiegersohn Jared Kushner, der diese Welt sehr gut verstand, schmiedete er hinter den Kulissen Deals. Über seine eigene Familie – Charles Kushner – unterstützte die Kushner Foundation einige der radikalsten Siedlungen im Westjordanland und förderte ausschließlich rechtsgerichtete, Likud-orientierte Aktivitäten.

Die Familie Kushner war eng mit Netanjahu befreundet, als dieser Oppositionsführer im Likud war. Netanjahu kam zu ihnen nach Hause, und der junge Jared musste aus seinem Bett aufstehen und auf der Couch schlafen, damit Netanjahu ein Gästezimmer haben konnte.

Ich könnte jetzt eine Stunde lang über die Familie Kushner sprechen, aber er war der Strippenzieher, der dazu beitrug, Donald Trump mit dieser zionistischen Milliardärs Klasse auf eine Linie zu bringen.

Donald Trump tritt sein Amt an. Israel beginnt, Druck auf Trump auszuüben – als erstes zerreißt er das Iran-Abkommen, was ein großer Erfolg war. Er verkündet die Abraham-Abkommen, die darauf abzielen, den Iran mit einer sunnitischen Allianz aus Familiendiktaturen am Golf einzukreisen – in der ersten Reihe sitzen die Adelsons und Jared Kushner.

Es war ziemlich klar, was die Agenda war. Aber Israel wurde auch vor Ort aktiv, um die Lage zu eskalieren, damit Trump in den Krieg getrieben würde. Gareth Porter veröffentlichte bei uns in The Grayzone eine wirklich wichtige Analyse; einen Zweiteiler darüber, wie Netanjahu und Mike Pompeo – ein christlicher Zionist, der als CIA-Direktor nicht nur von der Israel-Lobby, sondern auch von der im Exil lebenden iranischen Regime-Change Gruppe MEK [die sogenannten Volksmudschahedin, Anm. d. Red.] beeinflusst wurde – gemeinsame Sache machten, um Trump unter Druck zu setzen, Vergeltungsschläge wegen angeblicher Angriffe der „Achse des Widerstands“ auf US-Stützpunkte im Irak zu genehmigen.

Es gab einen entscheidenden Angriff auf eine US-Basis in – ich glaube, es war Bagdad, es könnte Bagdad oder Erbil gewesen sein – im Jahr 2019. Und es stellte sich heraus, dass keine mit dem Iran verbundene Gruppe oder die Volksmobilisierungseinheiten diesen Angriff durchgeführt hatten. Es handelte sich tatsächlich um einen ISIS-Angriff. ISIS – eine Gruppe, die im Grunde genommen besiegt worden war. Jeder hätte sich zu ISIS bekennen können. Das wirft Fragen auf, ob es sich um eine False-Flag-Aktion handelte.

Und nach diesem Anschlag gingen sowohl Netanjahu als auch Pompeo zu Trump und sagten: „Du musst zurückschlagen, und das tust du, indem wir Qasem Soleimani ausschalten“, die Nummer zwei im IRGC [islamische Revolutionsgarde, Anm. d. Red.], ein führender Kopf, Chef der Quds-Einheit, verantwortlich für all diesen Terrorismus gegen Amerikaner, behaupteten sie – obwohl er gerade erst Hand in Hand mit den USA zusammengearbeitet hatte, um den IS zu besiegen.Und wir wissen, dass er nach Bagdad kommt und aus einem Flugzeug steigen wird, um Terrorakte gegen Amerikaner zu verüben – obwohl er in Wirklichkeit zu einer diplomatischen Konferenz unterwegs war, um diplomatisch mit Saudi-Arabien zu verhandeln.Trump genehmigt einen Drohnenangriff, um Soleimani beim Aussteigen aus dem Flugzeug zu töten. Und es ist das erste Mal, dass der Iran mit ballistischen Raketen gegen die USA zurückschlägt. Sie greifen den US-Luftwaffenstützpunkt Al-Assad im Irak an. Sie geben natürlich vorher eine Warnung ab. Der Iran hat stets darauf geachtet, eine Eskalation über einen bestimmten Punkt hinaus zu vermeiden.

Die Israelis haben jedoch ein wichtiges Ziel erreicht – nicht nur militärisch, sondern auch psychologisch –, denn sie hatten Donald Trump in eine Eskalationsfalle gelockt, in der er nicht nur jedes Mal, wenn der Iran zurückschlug, die Eskalation fortsetzen musste, um nicht schwach zu wirken – was ein weiterer Aspekt von Trumps Persönlichkeit ist; er muss immer sein Gesicht wahren – darüber hinaus würde Trump nun auch seine eigene Ermordung fürchten, da er gerade den zweitwichtigsten Kopf in der iranischen Führungshierarchie ausgeschaltet hatte.

Und das hilft uns, die Weichen für Trumps Comeback-Kampagne und die verschiedenen Attentatsversuche zu stellen, denen er ausgesetzt war, nachdem er die ganze Russiagate-Saga durchgestanden hatte, die in der Tat ein Schwindel war, die darauf abzielte, Donald Trump als Verräter darzustellen.

Der ehemalige CIA-Direktor John Brennan bezeichnet Trump im nationalen Fernsehen als Verräter. Trump hat das im Blick. Die Demokraten leiten im Kongress ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen des Ukraine-Konflikts ein. Er sieht sich mit Klagen konfrontiert und mit Vorwürfen von Frauen, er habe sie in der Vergangenheit sexuell belästigt. All das kommt so schnell auf ihn zu, dass er eine Angst vor einem Attentat entwickelt – und zugleich die Entschlossenheit, sich wieder an die Macht zu kämpfen, um Rache an all jenen zu nehmen, die ihn zu Fall bringen wollten.

Und so ist für die Israelis die Psychologie von Donald Trump nun klar: Wir müssen ihn nur davon überzeugen, dass der Iran versucht, ihn zu töten, und er wird tun, was wir wollen.

Chris Hedges: Und natürlich ist diese Angst vor einem Attentat, auf die du hingewiesen hast, durchaus begründet. Er wäre im Juli 2024 in Butler, Pennsylvania, beinahe umgebracht worden. Und dann, zwei Monate später, gab es einen weiteren Versuch – ein potenzieller Attentäter wurde festgenommen, der sich im Gebüsch außerhalb von Mar-a-Lago in West Palm Beach versteckt hielt.Trump war also bereits darauf vorbereitet, da es zwei Beinahe-Attentate gegeben hatte. Du schreibst, dass das FBI eine Reihe von Attentatsplänen inszeniert hat und Trump erfolgreich davon überzeugen konnte, dass der Iran ihn auf US-amerikanischem Boden mit hochprofessionellen Killerkommandos jagt. Kannst du uns die Details schildern – und vielleicht zunächst über Asif Merchant sprechen?

Max Blumenthal: Merchant, ja.

Und so wird jeder, der sich deine Einleitung angesehen hat, hören, wie du Donald Trump zitierst, der in Bezug auf Ayatollah Ali Khamenei sagt: „Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischt hat.“ Es entspricht eigentlich nicht der iranischen Doktrin, einen ausländischen Staatschef zu ermorden und damit einen Krieg zu riskieren. Das würde ohne Weiteres einen Angriff der USA auslösen. Aber genau das glaubt Trump.

Warum glaubt er das? Wer hat ihn davon überzeugt? Und was wissen wir?

Nun, als Erstes muss man wissen, dass Donald Trumps Angst vor einem Attentat, wie du gesagt hast, durchaus begründet ist. Der wichtigste Attentatsversuch – der Trump am 13. Juli 2024 in Butler, Pennsylvania, fast das Leben gekostet hätte – wird nicht richtig verstanden und ist immer noch geheimnisumwittert.

Donald Trump und Benjamin Netanjahu stehen vor einem Gemälde, dass Donald Trump in Butler, kurz nach dem Attentatsversuch zeigt. (Offizielles Foto des Weißen Hauses von Daniel Torok, Flickr, public domain)

Und er wird vor allem von Leuten auf der linken Seite nicht gut verstanden, denn, nun ja, warum sollten sie sich dafür interessieren? Die Rechte ist viel mehr daran interessiert, die Wahrheit herauszufinden. Republikanische Kongressabgeordnete sind sogar bis nach Butler gereist, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Einer von ihnen, Clay Higgins, fuhr, glaube ich, zwei Wochen nach dem Attentatsversuch nach Butler. Und er stellte fest, dass die Leiche von Thomas Matthew Crooks – dem Attentäter, der Trump verfehlte, ihm angeblich das Ohr aufschlitzte und seinen Kopf um etwa einen Zentimeter verfehlte – zerstört worden war. Sie war tatsächlich an seine Familie zurückgegeben worden. Es gab keinen toxikologischen Bericht, den er sich hätte ansehen dürfen. Später erfuhren wir, dass der toxikologische Bericht fehlerhaft war.Doch es gibt so viele Fälle von Behinderung rund um Crooks. Christopher Wray, der damalige FBI-Direktor, sagte, Crooks habe keine Spuren in den sozialen Medien hinterlassen und sei einfach nur dieser mysteriöse Einzelgänger gewesen. Es stellte sich jedoch heraus, dass er eine umfangreiche Präsenz in den sozialen Medien hatte, beispielsweise auf YouTube. Er war ein aktiver Kommentator, der seine Absicht bekundete, durch die Ermordung politischer Führer in den USA einen Bürgerkrieg auszulösen.In einem Kommentar forderte er ausdrücklich die Ermordung von Ilhan Omar. Andere YouTube-Nutzer meldeten seine Kommentare, aber soweit wir wissen, ist nie etwas passiert.

Und es wird noch unheimlicher, wenn wir uns diese Person, Asif Merchant, genauer ansehen. Er stammt aus Pakistan und reiste über Houston in die Vereinigten Staaten ein, um seine Familie zu besuchen. Er hatte eine iranische Ehefrau, die er auf einer Pilgerreise in Kerbela kennenlernte. Dadurch geriet er auf eine Beobachtungsliste des DHS [Department of Homeland Security, Anm. d. Red.], als er den George H.W. Bush Airport in Houston betrat, ich glaube im Februar 2024.Die Zoll- und Grenzschutzbehörde winkt ihn jedoch durch, nachdem sie seine Vorgeschichte entdeckt und die Beobachtungsliste gesehen hat. Sie gaben ihm eine Art Visum, das Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden ermöglicht. Sie beschlossen im Grunde, ihn ins Visier zu nehmen und zu manipulieren.

Die Frage ist: Haben die Israelis sie im Voraus gewarnt? Geschah dies in Zusammenarbeit mit dem israelischen Geheimdienst?

Merchant reist in das Land ein. Er ist ein kleiner Geschäftsmann, der versucht, Partner zu treffen. Ein Mann kommt auf ihn zu und sagt: „Ich möchte dir helfen, Hemden zu verkaufen und in die Bekleidungsindustrie einzusteigen.“ Dieser Mann ist ein FBI-Informant. Er war früher Übersetzer für die US-Armee in Afghanistan. Wir kennen seinen richtigen Namen nicht.

Am Ende filmt er Merchant in einem Hotelzimmer, wie dieser seine Absicht erklärt, ein Attentat auf einen namentlich nicht genannten Führer zu verüben, wobei eine 25-köpfige Protestaktion als Ablenkung dienen soll, eine Frau die Aufklärung übernimmt und ein Scharfschütze zum Einsatz kommt. Das ist ein Typ ohne militärische Vergangenheit, ohne jegliche Erfahrung in solchen Dingen.

Dann sagt ihm der Informant: „Wir brauchen nur 5.000 Dollar.“ 5.000 Dollar für dieses gigantische Attentatsspektakel im Flash-Mob-Stil sind absurd. Es stellt sich heraus, dass Merchant nicht einmal 5.000 Dollar besaß. Der Informant führt ihn herum, um andere vermeintliche Komplizen zu treffen – die alle FBI-Informanten sind.

Er fliegt zurück nach Houston. Am 12. Juni 2024 – 24 Stunden vor dem Attentatsversuch in Butler – wird er verhaftet.

Nach dem Vorfall in Butler erhält er in seiner Zelle Besuch von FBI-Agenten, die wissen wollen, ob er etwas mit dem Versuch zu tun hatte, Trump in Butler zu töten. Sie stellen fest, dass dies nicht der Fall war. Doch ein Agent sagte später: „Hätten wir beweisen können, dass dieser Merchant vom IRGC geschickt worden war, hätte das Krieg bedeutet. Sie hätten den Iran angreifen müssen.“

Chris Hedges: Und ich möchte dich hier kurz unterbrechen, Max, denn wie du weißt, war dies unmittelbar nach dem 11. September die Vorgehensweise des FBI – diese hoffnungslosen Fälle ausfindig zu machen und im Grunde die Komplotte selbst zu erfinden und sie mit Geld zu versorgen. Etwa 90 Prozent dieser Fälle, in denen sie Terrorzellen aufdeckten, wurden im Grunde vom FBI inszeniert.

Max Blumenthal: Absolut. Trevor Aronson hat in seinem Buch The Terror Factory herausgefunden, dass über 90 % der Terrorverhaftungen während der Obama-Ära erfundene Komplotte waren.

Der FBI-Agent, der den Merchant-Fall beaufsichtigte, war auch an dem Entführungsplan gegen Gretchen Whitmer beteiligt, bei dem den Amerikanern erzählt wurde, dass diese rechten Milizionäre geplant hätten, die demokratische Gouverneurin Gretchen Whitmer zu entführen, was sich jedoch größtenteils als von FBI-Informanten inszeniert herausstellte. Keiner der Angeklagten hatte den Plan ersonnen. Der Plan stammte von bezahlten FBI-Informanten. Aber sie wurden alle verurteilt. Aber, wann haben wir eigentlich von diesem „erschreckenden“ rechten Terrorplan erfahren? Im Oktober 2020; es war ein bisschen wie eine „Oktober-Surprise“ [eine überraschende Wendung von Ereignissen kurz vor der Wahl, Anm. d. Red.], die sie ins Spiel brachten, um Donald Trump weiter als Extremisten zu brandmarken. Ich bin kein Fan von Trump, aber das war ganz klar ein politischer Trick. Also, es war derselbe Typ daran beteiligt. Er wurde, glaube ich, wegen Missachtung des Kongresses verurteilt, weil er über Beweise gelogen hat. Das FBI hat sich als eine der korruptesten Institutionen der amerikanischen Gesellschaft und als eine der gefährlichsten erwiesen.

Chris Hedges: Wir sollten auch erwähnen, dass es ein weiteres vom FBI inszeniertes Komplott gab, bei dem angeblich John Bolton getötet werden sollte.

Max Blumenthal: Ja. Das war ein weiteres Komplott mit vertraulichen Informanten, das nie zu etwas führte. Selbst die Mainstream-Presse kam zu dem Schluss, dass Bolton nie in Gefahr war.

Und Mike Pompeo behauptete anschließend, er sei von demselben, vom IRGC betriebenen Attentatsnetzwerk ins Visier genommen worden, aber es gibt nicht einmal in FBI- Dokumenten oder Dokumenten des Justizministeriums Hinweise darauf, dass Pompeo ein Ziel war. Es ist einfach etwas, das Pompeo ständig herumposaunt, um den Iran zu belasten.

Der IRGC-Agent, der diese Komplotte angeblich beaufsichtigt hat, heißt Moghaddam. Das war der Mann, dessen Ermordung Pete Hegseth am dritten Tag des Krieges gegen den Iran verkündete. Woher wusste Pete Hegseth, dass Moghaddam angeblich getötet worden war? Die Israelis sagten ihm, dass sie ihn getötet hätten, und so dankte Hegseth den Israelis dafür, dass sie den IRGC-Agenten ausgeschaltet hatten, von dem er glaubte, dass er all diese Komplotte gegen Donald Trump beaufsichtigt hatte.

Nur dass darin Donald Trump anscheinend gar keine Rolle spielt. Es ging angeblich um John Bolton. Außerdem wäre das wie eine Ermordung von sagen wir Pete Hegseth, weil irgendein Amerikaner in einem anderen Land war und jemanden getötet hat. Moghaddam, wer auch immer er ist, steht in der Hierarchie so weit oben, dass es sehr zweifelhaft ist, dass er irgendeine Befehls- und Kontrollgewalt über dieses angebliche Attentat hatte.

In jedem Fall gibt es also entweder vertrauliche Informanten oder Zeugen, die offenbar vertrauliche Informanten waren, aber nicht als solche genannt werden. Und es gab nie einen Fall, in dem eine Person, der vorgeworfen wird, vom Iran instrumentalisiert worden zu sein, um Donald Trump zu beseitigen, auch nur annähernd an ihr Ziel herangekommen wäre.

Asif Merchant sagte: „Wissen Sie, ich wollte das gar nicht tun. Ich hatte einfach das Gefühl, manipuliert und unter Druck gesetzt zu werden, und ich dachte, ich müsse es tun, sonst würde meiner Familie im Iran etwas zustoßen.“ Aber er sagte: „Ich hätte das niemals schaffen können.“

Aber dann gab es auch erfundene Intrigen. Ich meine, wir sprechen hier nur von den erfundenen. Das schwerwiegendste davon war, als Donald Trump mitgeteilt wurde, dass es in den Vereinigten Staaten Agenten der IRGC oder von der IRGC ausgebildete Agenten gäbe, die über schultergestützte MANPADS verfügten, mit denen sie die Trump Force One abschießen könnten. Dies veranlasste Donald Trump dazu, während des Wahlkampfs mit dem Privatjet seines Immobilienkumpels Steve Witkoff Scheinflüge zu unternehmen.Woher hat das FBI diese Information? Es sieht so aus, als hätten sie sie der Anklageschrift gegen Ryan Routh entnommen, der der zweite Mann war, der im September 2024 in Mar-a-Lago einen Anschlag auf Donald Trump verüben wollte. Er war der psychisch labile Landstreicher, der dabei beobachtet wurde, wie er ein Sturmgewehr vom Typ SK auf den Golfplatz richtete, auf dem Donald Trump – übrigens zusammen mit Steve Witkoff – spielte. Er wurde von Agenten des Secret Service verfolgt und gefasst.

Es stellte sich heraus, dass er selbst eine zwielichtige Vergangenheit hat. Er versuchte, Ausländer für den Kampf in der Ukraine zu rekrutieren, darunter Mudschaheddin aus Afghanistan und Iraner. Und er hat gesagt – wahrscheinlich war das alles nur Prahlerei –, aber er hatte einem Iraner, den er rekrutieren wollte, erzählt, er würde ihm eine schultergestützte Flugabwehrwaffe geben, so etwas wie einen Raketenwerfer.

Es sieht also so aus, als hätte das FBI die Anklage gegen Routh geschickt in eine imaginäre Bedrohung gegen Donald Trump umgewandelt, damit er während des Wahlkampfs weiterhin Angst vor dem Iran hat.

Aber zurück zu der angeblichen israelischen Ermordung von Moghaddam: Die New York Times berichtete letzte Woche, dass sie diese Person wahrscheinlich gar nicht getötet haben. Ich meine, all das stammte vom israelischen Geheimdienst. Dies ist also das erste Mal, dass die Mainstream-Medien eingeräumt haben, dass der israelische Geheimdienst hinter den Informationen stand, die Donald Trump erhielt, wonach der Iran versuche, ihn zu töten.

Das wirft also Fragen über die Rolle des israelischen Geheimdienstes im Fall von Asif Merchant auf, über die Rolle des israelischen Geheimdienstes bei der Überzeugung von John Bolton, dass er ins Visier genommen wurde, über Mike Pompeo und über das vorgetäuschte Komplott, die „Trump Force One“ zum Absturz zu bringen.Und schließlich wollte Benjamin Netanjahu sicherstellen, dass Donald Trump sich einschaltet und eine US-Militäraktion genehmigt – nachdem Israel im Juni 2025 einen unprovozierten Angriff auf den Iran startete, den 12-Tage Krieg –, denn Israel stand zu diesem Zeitpunkt nicht besonders gut da. Tel Aviv wurde schwer getroffen. Der Iran schlug nach dem Verlust eines großen Teils der IRGC-Kommandostruktur zurück, und zwar auf eine Weise, die Israel meiner Meinung nach nicht erwartet hatte.Also tritt Netanjahu zur Hauptsendezeit bei Fox News – dem Sender, den Donald Trump ständig laufen hat – mit Bret Baier auf und erklärt, dass der Iran hinter zwei Attentatsplänen stecke, zwei Anschlägen auf Donald Trumps Leben.Bret Baier war fassungslos. Es war ein komplett gescriptetes Interview, und es gab nur eine einzige Folgefrage. Er sagte: „Wovon reden Sie? Haben Sie Geheimdienstinformationen dazu?“ Und Netanjahu sagte: „Ja, wir haben Geheimdienstinformationen“, aber er achtete sehr darauf, die Tatsache zu verschleiern, dass der israelische Geheimdienst Trump manipulierte. Er sagte: „Wir erhalten diese Informationen über Mittelsmänner, über Mittelsmänner.“Es war also ganz klar, dass Israel versuchte, Donald Trump davon zu überzeugen, dass der Iran nicht nur versuchte, ihn ins Visier zu nehmen, sondern dass sie ihm in Butler, Pennsylvania, mit einer Kugel das Ohr aufgeschlitzt hatten und dass Thomas Crooks irgendwie ein Agent der IRGC war – dieser einsame amerikanische Junge, der offenbar keine Freunde hatte und das Land noch nie verlassen hatte. Und zu diesem Zeitpunkt glaubte Donald Trump daran.

Chris Hedges: Glaubst du, dass dies der Hauptgrund für Trumps Unterstützung des Krieges war?

Max Blumenthal: Das ist eine gute Frage.Ich denke, Trump muss das beantworten. Diese Art von Fragen wird ihm nicht gestellt. Oft weicht er Fragen mit Beleidigungen, amüsanten Geschichten oder einfach nur zusammenhangloser Rhetorik aus. Aber wenn dieser Krieg vorbei ist, wird er dem US-Imperium einen solchen Schlag versetzt haben, dass es viel zu erklären geben wird. Und ich denke, seine Motive werden wieder ins Spiel kommen.

Und ich glaube, es gibt Motive, auf die er nicht eingehen kann, wie zum Beispiel seine persönliche Angst vor den Israelis – dass Donald Trump sich fragt, was mit ihm passieren würde, wenn er plötzlich vom Skript abweichen würde, nachdem er so viel Geld von dieser mafiösen Clique von Milliardären angenommen hat – Adelson, Singer, Marcus usw.

Was denkt Donald Trump über die Ermordung von Charlie Kirk? Wer, glaubt er, hat das getan? Ich weiß, dass Leute aus Trumps Umfeld auch ernsthafte Fragen dazu haben. Aber mitanzusehen, wie Charlie Kirk auf einer Kundgebung in den Hals geschossen wurde, kam bei Trump wahrscheinlich nicht gut an.

Er ist niemand, der sein Vermächtnis aufs Spiel setzen will. Er ist darauf aus, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Er macht sich Sorgen, dass seine Enkelkinder und Söhne ins Visier geraten könnten. Sein Sohn, Eric Trump, hat tatsächlich bei Fox News erklärt, dass er die offizielle Version zu Charlie Kirk oder zu Butler, Pennsylvania, nicht glaubt.

Ich denke also, da spielt auch ein Faktor der Angst mit hinein. Ich glaube nicht, dass Donald Trump Benjamin Netanjahu mag.

Chris Hedges: Ich glaube nicht, dass irgendjemand Benjamin Netanjahu mag.

Max Blumenthal: Ich glaube, er hat Angst vor ihm. Ich glaube, er ordnet sich ihm unter. Und ich glaube, dass Donald Trump so schwachsinnig ist und nach Venezuela – dem Erfolg, den er dort sah – so viel Hybris hatte, dass er dachte, er könnte innerhalb weniger Monate das Triple aus Venezuela, Kuba und Iran schaffen und als Held dastehen.

Und er war Gegenstand so vieler Manipulationen, finanziell und psychologisch, dass sein Verstand in den Händen der Israel-Lobby zu Knetmasse wurde.

Chris Hedges: Ich denke, Max, gleichzeitig geriet er wegen der Epstein-Akten unter Druck.

Max Blumenthal: Ja. Ich habe den Begriff „Operation Epstein Fury“ mitgeprägt. Das war meine Antwort, als das Kriegsministerium verkündete, es handele sich um die „Operation Epic Fury“. Ich habe zufällig gerade den Krieg verfolgt und antwortete mit „Operation Epstein Fury“ – mein Tweet erhielt 52.000 Likes.Ich bin mir sicher, dass es auch jemand anderem eingefallen wäre. Viele Leute verstehen das – ich glaube, Liberale neigen dazu, diesen Krieg als Ablenkung von den Epstein-Akten und der Epstein-Saga zu sehen. Es gibt einen Running Gag, dass Trump noch mehr Epstein-Akten veröffentlichen muss, um von seinen Misserfolgen in diesem Krieg abzulenken.

Laut einer von der Plattform Dropsite in Auftrag gegebenen Umfrage glauben die meisten demokratischen Wähler mit überwältigender Mehrheit, dass dieser Krieg eine Ablenkung von den Epstein-Akten ist.Das glaube ich nicht. Ich sehe es als Synonym für Donald Trumps Nähe zu Jeffrey Epstein und zu jener Klasse von Betrügern, Eliten und Oligarchen, die innerhalb des transatlantischen militanten zionistischen Netzwerks von Jeffrey Epstein existierte. Es ist die sogenannte Epstein-Klasse.

Und deshalb hört man sogar von Iranern – die mit der amerikanischen und westlichen Kultur bestens vertraut sind –, dass sie sich im Krieg mit der „Epstein-Klasse“ oder der „Epstein-Armee“ oder der „Epstein-Achse“ befinden. Es ist nur ein Symbol.

Deshalb verbrennen sie bei iranischen Kundgebungen zur Unterstützung der Islamischen Republik, wenn sie ihre Ablehnung gegenüber den USA und Israel zeigen wollen, Puppen des heidnischen Gottes Baal und beschriften Raketen mit Sätzen wie „Dies ist Rache für die Opfer von Epstein Island“. Das stand tatsächlich auf einer ballistischen Rakete.Ich glaube also, dass Epstein und die Epstein-Akten eine tiefere Symbolik haben. Wenn wir sie zu wörtlich nehmen – so wie wir Donald Trump zu wörtlich nehmen und versuchen, dies linear zu betrachten –, werden wir die wahre Bedeutung missverstehen, sei es die Bedeutung für Donald Trump oder für diejenigen, die er jetzt im Iran bombardieren lässt.

Chris Hedges: Der Krieg verläuft also weder für Israel noch für die Vereinigten Staaten gut. Wir wissen aufgrund der sehr strengen Zensur nicht, wie stark Israel in Mitleidenschaft gezogen wird, aber wenn man zwischen den Zeilen liest, ist der Schaden beträchtlich. Der Iran hat kein Interesse an Verhandlungen. Er hat diesen Weg bereits versucht. Er hat erkannt, dass es sich bei den Vereinigten Staaten und Israel nicht um Akteure handelt, die man beschwichtigen oder mit denen man verhandeln kann. Der Iran ist in der Lage, enormen wirtschaftlichen Schaden anzurichten. Er verursacht bereits langfristigen wirtschaftlichen Schaden.Wie wird es deiner Meinung nach weitergehen, und wie wird die Reaktion ausfallen?

Max Blumenthal: Nun, um beim Thema zu bleiben, wie Trump manipuliert und gelenkt wird: Der Grund, warum die Iraner nicht verhandeln wollen, liegt meiner Meinung nach darin, wer auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt – oder besser gesagt am anderen Ende des Flurs, da sie über einen Vermittler in Oman verhandeln. Es sind Steve Witkoff und Jared Kushner. Das sind engagierte Ideologen und Aktivisten der zionistischen Bewegung, die die Verhandlungen genutzt haben, um die Fähigkeit des Iran zu schwächen, auf einen israelischen Enthauptungsschlag zu reagieren.

CIA-Direktor John Ratcliffe und Nahost-Beauftragter Steve Witkoff unterhalten sich mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, 07.07.2025. (Offizielles Foto des Weißen Hauses von Daniel Torok, Flickr, public domain)

Steve Witkoff ist ein Typ, der einen Pager bei sich trägt, den ihm Benjamin Netanjahu zu Ehren der Pager-Operation geschenkt hat. Bei einer Spendenveranstaltung für eine israelische Gruppe namens United Hatzalah erklärte er, seine Mutter wäre so stolz, ihn unmittelbar nach dem ehemaligen Mossad-Chef Yossi Cohen sprechen zu sehen. Auch seine Söhne sind sehr stark in der zionistischen Welt und in Trumps Korruptionsnetzwerken verwickelt.

Jared Kushner sollte eigentlich gar nicht Teil dieser Regierung sein. Er tauchte aus dem Nichts auf, um die Verhandlungen und den „Friedensrat“ zu leiten – ein Kriegsgremium, das die UNO ersetzen soll und dessen erstes Projekt darin besteht, vom biometrisch kontrollierten Konzentrationslager Gaza zu profitieren.

Das sind die Personen am anderen Ende der Leitung. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hat erklärt, er weise Steve Witkoffs Verhandlungsversuche stets zurück.Witkoff trat in einer der Sonntags-Talkshows auf – nachdem die USA ihren Krieg mit Israel begonnen hatten, den obersten Führer des Iran und so viele weitere Führer wie möglich ermordet und dabei viele einfache Menschen getötet hatten – und sagte, der Iran weigere sich nicht nur, die Urananreicherung einzustellen – was eine Lüge ist –, sondern behauptete auch, der Iran weigere sich, seine Marine und sein Programm für ballistische Raketen aufzugeben, und sagte, sie dürften keine Marine haben, da dies ihnen ermöglichen würde, den „Golf von Hormus“ zu sperren – er wusste nicht einmal, dass sie Straße von Hormus heißt.

Damit wurde sehr deutlich, was bei diesen Verhandlungen vor sich ging. Steve Witkoff und Jared Kushner brachten israelische Forderungen vor, um sicherzustellen, dass die roten Linien des Iran in jedem Punkt überschritten werden. Welches souveräne Land würde seine Marine oder sein Programm für ballistische Raketen aufgeben, das nach internationalem Recht völlig legal ist und dazu dient, die Angriffe abzuwehren, denen sie weiterhin ausgesetzt sind? Das wird nicht passieren.Und uns wurde in den Medien erzählt, dass sich diese Verhandlungen nur auf Irans Atomwaffen konzentrieren, während Steve Witkoff zu Trump ging und sagte, der Iran könne innerhalb einer Woche 9 bis 12 Atombomben herstellen, da sie eine Anreicherung von 60 Prozent erreicht hätten, und das kam den Iranern zu Ohren, und sie sagten: „Dieser Typ hat keine Ahnung – bei 60 Prozent kann man keine Atombombe herstellen. Er ist ein Idiot.“

Warum sollte der Iran also jemals an den Verhandlungstisch zurückkehren? Das Einzige, was der Iran jetzt tun kann, ist, dem Krieg mit Gewalt ein Ende zu setzen. Das ist die einzige Sprache, die die Trump-Regierung versteht.

Unterdessen zeigt der Iran, dass er zurückschlagen kann. Gerade heute wurde das Treibstoffdepot am internationalen Flughafen von Dubai getroffen. Die Eskalation hält an. Das ist schockierend für jemanden wie Donald Trump, der stark manipuliert wurde und nicht in der Lage ist, kritisch zu denken. Was wird Trump jetzt, da der Krieg schlecht läuft, von denen gesagt, die ihn im Krieg halten wollen? Es gibt definitiv einen Flügel in der Trump-Regierung, der sich gerne aus dieser Sache zurückziehen würde und nun bereut, sich darauf eingelassen zu haben. Ich glaube, Marco Rubio könnte sogar Teil dieser Fraktion sein. Er will sich auf Kuba und seine kleine Donroe-Doktrin konzentrieren. Die Leute, die ihm von all diesen Angriffen berichten – auf US-Stützpunkte, zum Beispiel das US-Konsulat in Bagdad (die Botschaft wurde diese Woche evakuiert), im Irak und anderswo, wir werden von Drohnen aus dem Iran und von Widerstandsgruppen im Irak angegriffen – und Donald Trump glaubt es nicht. Ihm wird gesagt, dass das alles KI ist.

Er hat sogar auf Truth Social und an Bord der Air Force One einen Wutanfall bekommen, die Presse angeschrien und auf Truth Social erklärt, dass all diese Videos von Irans angeblichen Erfolgen von KI erstellt seien und die gesamten Medien darauf hereinfallen würden. Er schrie einen Reporter an und behauptete, eine große Kundgebung mit 250.000 Menschen in Teheran, nachdem er Khamenei ermordet habe, sei gefälscht. Die New York Times hat das Bild verifiziert. Ich muss die Bilder nicht überprüfen. Ich sehe an all meinen Bekannten und Quellen im Iran, dass dies dort so gut wie jede Nacht geschieht. Die gesamte Gesellschaft ist vereint und mobilisiert gegen diesen Angriff – oder zumindest ein Großteil der Gesellschaft.

Aber Donald Trump glaubt nichts davon. Und Pete Hegseth, dieser finster blickende, soziopathische, trockene Alkoholiker, der wegen der „Signal-Gate“-Affäre hätte entlassen werden sollen und es geschafft hat, relevant zu bleiben, indem er Fischer vor der Küste Venezuelas mit Drohnen bombardierte, verbannt nun Fotografen aus dem Pentagon, weil ihm nicht gefällt, wie sie ihn darstellen. Sie lassen ihn wütend, erschöpft und unter Druck stehend aussehen. Und vor nur zwei Tagen hat er vor den Pentagon-Journalisten einen Wutanfall bekommen und die Presse angeschrien: „Ihr jubelt über Donald Trumps Scheitern. Das ist alles, was ihr tut.“ Und er erklärte, er könne es kaum erwarten, dass David Ellison all ihre Sender übernimmt – David Ellison ist ein weiterer Milliardär, der Paramount und CBS kontrolliert und bald auch CNN, VIACOM, TikTok und viele andere Medienunternehmen kontrollieren wird.Sie sind also in Panik. Sie geben der Presse die Schuld. Das ist nicht die Situation, in der sie erwartet hatten zu sein. Und Donald Trump wird nun manipuliert, indem man ihm erzählt, der gesamte scheiternde Krieg sei eine Simulation und er gewinne tatsächlich. Aber was tun sie? Was greifen sie an?

Die meisten Ziele, die die USA angreifen, sind zivile Wohngebiete. Über 17.000 Wohngebäude wurden laut dem iranischen Komitee des Roten Kreuzes beschädigt oder zerstört. Und die militärischen Ziele, die sie hauptsächlich treffen, sind die iranische Marine, Kriegsschiffe, die für die Sperrung der Straße von Hormus nicht von Nutzen wären, und die iranische Luftwaffe, die veraltet war und vielleicht in einem regionalen Konflikt oder zum Angriff auf den IS nützlich gewesen wäre, aber niemals in der Lage gewesen wäre, mit der US-Luftwaffe zu konkurrieren.Aber sie sind nicht in der Lage, die iranischen Shahid-Drohnen abzuwehren. Der Iran hat erst gestern die 54. Welle der Operation „True Promise 4“ mit ballistischen Raketen gestartet. Es funktioniert also nicht, und der Iran ist, glaube ich, bereit für einen monatelangen Konflikt, der das US-Imperium völlig erschöpfen könnte. Was sie fordern, ist der Abzug der US-Stützpunkte aus der Region. Dafür kämpft Donald Trump derzeit. Er kämpft nicht für einen Regimewechsel. Es wird keinen Regimewechsel geben. Er kämpft, angesichts einer globalen Wirtschaftskatastrophe, lediglich darum, die US-Präsenz in der Region aufrechtzuerhalten und die Straße von Hormus zu öffnen.

Die Europäer kommen ihm nicht zu Hilfe. Wie hat er sie mit den Zöllen behandelt? Er hat ihnen wegen Grönland gedroht. Die Europäer haben mehr Minenräumschiffe als die USA. Er braucht sie, und sie kommen ihm derzeit nicht zu Hilfe. Wir könnten also durch diesen Krieg den Niedergang von Donald Trump und der Trump-Regierung erleben, und diese Regierung ist erst seit etwa einem Jahr im Amt.

Chris Hedges: Meine Befürchtung, Max, ist, dass Bibi zur Atombombe greifen wird.

Max Blumenthal: Warum befürchtest du das?

Chris Hedges: Weil ich glaube, dass Israel einen solchen Abnutzungskrieg nicht durchhalten kann.

Max Blumenthal: Ich halte das für eine berechtigte Befürchtung. Ich denke, eine der wichtigsten Geschichten des Jahres ist, dass Israel wahrscheinlich Anfang Februar in Dimona eine Atomwaffe getestet hat. In der Nähe der geheimen Nuklearanlage in Dimona gab es ein massives Erdbeben, das wahrscheinlich die Folge des Tests einer Atombombe war, und Israel hat damit eine Botschaft gesendet, sich aber auch auf das Schlimmste vorbereitet.

Und ich denke, wir sollten die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Donald Trump eine Art von Atomwaffe oder taktische Atombombe zünden könnte, wenn er nicht einfach davonlaufen kann. Die Israelis wollen nicht, dass Donald Trump sich aus dieser Sache zurückzieht. Viele seiner Berater drängen ihn dazu, sich zurückzuziehen.Aber die Israelis haben all diese Hebel gegen ihn in der Hand. Wir sollten uns also Sorgen machen, dass sie eine Atombombe abwerfen könnten. Und deshalb ist es völlig rational und legitim, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm entwickelt, um diese psychotischen Kräfte abzuschrecken, die kommen, um ihn zu vernichten.

Chris Hedges: Ja, genau. Okay, alles klar. Danke, Max, und ich möchte mich bei Victor, Sophia, Max und Thomas bedanken, die die Sendung produziert haben. Ihr findet mich unter chrisedges.substack.com.

Dieser Text wurde zuerst am 18.03.2026 auf www.scheerpost.com unter der URL <https://scheerpost.com/2026/03/18/how-israel-convinced-trump-to-wage-war-against-iran-w-max-blumenthal-the-chris-hedges-report/> veröffentlicht. Transkript auf englisch: <https://chrishedges.substack.com/p/how-israel-convinced-trump-to-wage> Lizenz: Sheer Post, The Chris Hedges Report, CC BY-NC-ND 4.0

Autor: Chris Hedges

ist Journalist, Pulitzer-Preis-Träger und Autor der New York Times-Bestsellerliste. Er war früher Professor an der Princeton Universität, Aktivist und ordinierter presbyterianischer Pastor. Unter seinen Büchern befinden sich Bestseller wie „Der Lohn des Aufstands: Der moralische Imperativ der Revolte“, „Das Reich der Illusion: Das Ende der Bildung und der Triumph des Spektakels“ und „Amerikanische Faschisten: Die christliche Rechte und der Krieg mit Amerika“. Sein Buch „Krieg ist eine Kraft, die uns Bedeutung verleiht“ wurde 40.000 Mal verkauft und war Finalist des Nationalen Preises des Buchkritiker-Verbandes für Sachliteratur. Er schreibt eine wöchentlich erscheinende Kolumne für das Internet-Magazin Truthdig und moderiert die Sendung „On Contact“ bei RT America.

Co-Autor: Max Blumenthal

ist ein preisgekrönter Journalist und der Autor von Büchern einschließlich der Bestseller „Republican Gomorrah: Inside the Movement That Shattered the Party“, „Goliath: Life and Loathing in Greater Israel“, „The Fifty One Day War: Ruin and Resistance in Gaza“, und des in der Entstehung befindlichen The Management of Savagery, das bei Verso erscheinen wird. Er hat außerdem zahlreiche Artikel in den unterschiedlichsten Medien veröffentlicht, außerdem viele Videos und Dokumentationen produziert, einschließlich „Je Ne Suis Pas Charlie“ und kürzlich „Killing Gaza“. Blumenthal gründete 2015 das „GrayzoneProject.com“, das er auch herausgibt.